KSC: Ende der „Slapsticktore“

Karlsruhe (ket) – Beim Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC ist die Defensive derzeit die Achillesferse. Vor dem Spiel am Samstag gegen Hannover 96 fordert KSC-Coach Eichner mehr Galligkeit.

Schluss mit lustig: Mit Giftigkeit und Galligkeit sollen Daniel Gordon und seine Mannschaftskameraden Hannover 96 das Toreschießen vermiesen. Foto: Helge Prang/GES

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Schluss mit lustig: Mit Giftigkeit und Galligkeit sollen Daniel Gordon und seine Mannschaftskameraden Hannover 96 das Toreschießen vermiesen. Foto: Helge Prang/GES

Es ist ja nicht nur diese eine Liste, also jene mit den Verletzten, die Christian Eichner aktuell weniger behagt, die mit den Spielen, in denen der KSC es nicht geschafft hat, ohne Gegentor zu bleiben, fuchst den Trainer durchaus schon auch. Seit mittlerweile elf Partien haben die Badener nun schon nicht mehr „zu null“ gespielt, wie das im Branchenjargon so schön heißt. Mehr noch: Nur zwei davon konnten sie gewinnen.

Das hat so ganz nebenbei und eher schleichend den Eindruck hinterlassen, als sei die Defensive der Eichner-Truppe derzeit nicht ganz so stabil wie sie es schon mal war. Statistisch untermauern lässt sich dieses Gefühl indes nicht. Ganz im Gegenteil: 21 Gegentore haben die Blau-Weißen in den ersten 14 Spielen dieser Zweitligasaison kassiert, just 21 waren es auch nach den ersten 14 Partien der zurückliegenden. Dass der KSC in der Vorsaison zwei Tore mehr geschossen hat als zum gleichen Zeitpunkt der aktuellen Runde, fällt kaum ins Gewicht. Aktuell 18 statt wie im Vorjahr 19 Zähler haben die Badener derzeit auf dem Konto, am Tabellenstand – Platz zehn – ändert das freilich nichts.

„Leichte Abschlüsse für den Gegner“

Und dennoch hat Christian Eichner recht, wenn er nicht nur die Anzahl der Gegentore, sondern auch Art und Weise, wie sie zumindest teilweise fallen, kritisiert. Sogar einen eigenen Begriff hat er dafür kreiert. „Slapsticktore“ pflegt Eichner Treffer zu nennen, die nicht unbedingt zwingend, sondern eher dank einer gewissen und bisweilen komisch anmutenden Beihilfe des eigenen Personals gefallen sind. Um meist „leichte Abschlüsse für den Gegner“ handelt es sich laut Eichner dabei. Der Aufwand, den die eigene Elf betreiben müsse, um ihrerseits zu einem Tor und somit auch nur zum Ausgleich zu kommen, liege jedenfalls meist deutlich höher. Just dies ist Kern des Problems.

Nun ist das mit den „Slapsticktoren“ weiß Gott nichts Neues beim KSC, eher sind sie eine Art Running Gag. Schon in der Vorsaison hat Eichner immer mal wieder vor ihnen gewarnt. Auch jetzt, vor dem Heimspiel an diesem Samstag gegen Hannover 96 (13.30 Uhr), hat er es erneut getan. Es war ja auch mal wieder an der Zeit.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Mitteln, die gegen die Slapsticktreffer einzusetzen sind. Eichners Forderung an die Mannschaft, nicht nur „gallig“ und „giftig“ zu sein – und zwar dauerhaft und keineswegs nur in den Partien gegen die Hochkaräter, trägt fast schon rituelle Züge in sich. Dass des Trainers Anweisungen nicht immer gleich konsequent umgesetzt werden, dürfte wiederum in der Natur der Sache beziehungsweise des Menschen liegen. Soll heißen: Gegen den HSV spielt wohl jeder Zweitligakicker etwas galliger und giftiger als gegen, nun ja, Ingolstadt.

Verletztenmisere auch in der Defensive

Zu alledem erschwerend hinzu kommt in dieser Saison, dass der KSC von einer Verletztenmisere geplagt wird – und diese auch die Defensivreihe befallen hat. Vor allem der längerfristige Ausfall von Innenverteidiger Robin Bormuth wiegt schwer, auch Rechtsverteidiger Sebastian Jung gilt es diesbezüglich zu nennen. Zwar haben deren Stellvertreter, also Daniel Gordon sowie Marco Thiede, meist einen sauberen Job gemacht, zumindest ein paar Prozent an Stabilität und Sicherheit sind der Mannschaft wohl dennoch verloren gegangen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
27. November 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 40sec

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