KSC: Gelungener Auftakt mit Sieg in Würzburg

Würzburg (ket) – Der Karlsruher SC ist nach dem durchaus kuriosen 4:2-Sieg in Würzburg, bei dem die Badener alle sechs Tore erzielt haben, erfolgreich ins Jahr 2021 gestartet.

Torschützen unter sich: Jérôme Gondorf (links) und Marvin Wanitzek bejubeln die zwischenzeitliche 4:1-Führung des KSC. Foto: Timm Schamberger/dpa

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Torschützen unter sich: Jérôme Gondorf (links) und Marvin Wanitzek bejubeln die zwischenzeitliche 4:1-Führung des KSC. Foto: Timm Schamberger/dpa

Darüber, dass seine Spieler sich nicht etwas ganz Besonderes zum Start ins neue Jahr hätten einfallen lassen, kann sich Christian Eichner seit Samstag nun wirklich nicht beklagen. Dass der Karlsruher SC in einem Pflichtspiel gleich sechs Tore erzielt hat, ist jedenfalls schon verdammt lang her. Dass zwei davon Eigentore waren, macht die Chose nicht weniger außergewöhnlich.

Das Pünktchen auf dem i lieferte zu alledem passend Marvin Wanitzek: Erst steuerte der KSC-Regisseur nach 28 Spielminuten ein Tor zur 2:0-Führung der Karlsruher in deren Auswärtsspiel bei den Würzburger Kickers bei, vier Minuten später schoss er dann die Gastgeber per Eigentor auf 1:2 heran, um kurz vor der Halbzeit das zweite Tor für die eigenen Farben und damit den 3:1-Pausenstand zu erzielen. Davor hatte Benjamin Goller früh (12.) schon die Karlsruher Führung erzielt, danach Jérôme Gondorf (48.) das zwischenzeitliche 4:1. Mit dem zweiten Eigentor des Tages setzte schließlich Christoph Kobald den Schlusspunkt beim 4:2-Erfolg der Blau-Weißen.

Eichner beglückwünschte seine Spieler nach diesem zurecht zu einem „verdienten Auswärtssieg“. Dass dem nicht unbedingt eine fußballerische Glanzleistung zugrunde lag, war am Ende weitgehend egal. Weitaus elementarer war jedenfalls, dass der KSC nach den drei Niederlagen vor Weihnachten mal wieder einen Dreier verbuchen konnte, auch wenn dies gegen einen schwachen und alles in allem chancenlosen Tabellenletzten geschah.

Unnötiger Platzverweis für Carlson

Die Art und Weise des Sieges konnte sich dennoch sehen lassen. Nur in der Anfangsphase wirkte die Eichner-Elf etwas nervös und durchaus auch verunsichert. Gollers Führungstor nach einer flachen Flanke von Marc Lorenz stabilisierte nach zwölf Minuten ihr Spiel dann aber spürbar. Bereits nach dem 2:0 durch Wanitzek nach feinem Doppelpass mit Lorenz (28.) schien der KSC einem sicheren Sieg entgegen zu streben. „Es ist natürlich ein blödes Eigentor. Der Schuss kommt scharf rein und ich wollte ihn klären. Ich glaube, dann rutscht er mir über das Schienbein ab“, rekapitulierte Wanitzek selbst, was sich vier Minuten später ereignete. „Natürlich holst du so den Gegner unnötig zurück“, befand er zudem. Umso größer war die Freude beim KSC-Spielmacher darüber, dass er das Missgeschick noch vor der Pause selbst wieder wett machen konnte – und zwar per „Sonntagsschuss“ zum 3:1, wie Trainer Eichner später anmerkte.

Die zweite Halbzeit war noch keine drei Minuten „alt“, als der KSC endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen schien. Würzburgs Schlussmann Giefer musste weit aus seinem Strafraum heraus, um einen KSC-Konter über Philipp Hofmann zu unterbinden, bengelte den Ball dabei aber genau vor die Füße von Gäste-Kapitän Jérôme Gondorf, der direkt und aus gut 35 Metern zum 4:1 ins leere Tor der Kickers traf (48.). Die Partie schien endgültig gelaufen.

Dass dem doch nicht so war, hatte mit der Gelb-Roten Karte zu tun, die sich Dirk Carlson nach knapp einer Stunde einhandelte. Schon Sekunden nach Anpfiff hatte sich der Stellvertreter des gelb-rot-gesperrten Philip Heise seine erste gelbe Karte abgeholt, nun (58.) handelte er sich „völlig unnötige“ (Eichner) die zweite samt Platzverweis ein. „Dabei hatten wir nach drei Verwarnungen in der ersten Halbzeit in der Pause darauf hingewiesen, mit Hirn zu spielen“, ärgerte sich Eichner.

„Ping-Pong-Tor zum 4:2“

Die Gäste schalteten in Unterzahl in den „Verteidigungsmodus“, wie Marc Lorenz anmerkte – und mussten nach einem „Ping-Pong-Tor“ zum 4:2 – ein Schuss von Dominic Baumann wurde von Robin Bormuth geblockt und prallte vom überraschten Kobald ins eigene Tor (66.) – „sogar noch zittern“, wie KSC-Coach Eichner zugab.

Doch die Blau-Weißen verteidigten ihren Vorsprung „mit Mann und Maus“ (Wanitzek) und brachten ihre immer noch zwei Tore Vorsprung auch über die fünfminütige Nachspielzeit. Mit dem Sieg kletterte die Eichner-Elf mit nunmehr 19 Punkten auf Rang zehn und empfängt am Freitag die SpVgg Greuther Fürth. Nicht mit von der Partie sind dann Lukas Fröde (fünfte gelbe Karte) und der gelb-rot-gesperrte Dirk Carlson.

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Erstellt:
4. Januar 2021, 07:00 Uhr
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