KSC: Gersbeck überzeugt als Nummer eins

Karlsruhe (ket) – „Er hat viel Ruhe ausgestrahlt“, sagte KSC-Cheftrainer Christian Eichner nach dem Pokalspiel. Er, das ist Marius Gersbeck, die neue Nummer eins des Fußball-Zweitligisten.

Feiert trotz der 0:1-Niederlage gegen Union Berlin eine gelungene Premiere als KSC-Stammtorhüter: Marius Gersbeck. Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

Feiert trotz der 0:1-Niederlage gegen Union Berlin eine gelungene Premiere als KSC-Stammtorhüter: Marius Gersbeck. Foto: Helge Prang/GES

Nicht immer ist es leicht, Torhüter zu sein. Da fängst und faustest und hechtest du 90 Minuten fehlerlos – und am Ende stehst du dann doch als Verlierer da und somit buchstäblich mit leeren Händen, weil dir irgend so ein Dödel aus der gegnerischen Mannschaft kurz vor Schlusspfiff doch noch einen reingehauen hat, einen dieser Unhaltbaren versteht sich. Schlimm fühlt sich das an – und noch schlimmer muss sich die Chose am Samstagabend für Marius Gersbeck angefühlt haben, schließlich waren es nicht 90, sondern fast satte 120 Minuten, ehe der Dödel, der in diesem Fall den Namen Nico Schlotterbeck und das Trikot von Union Berlin trug, kam und traf.

Gersbeck, der seit gut einem Jahr das Trikot des Karlsruher SC trägt und seit nun schon fünf Tagen die neue Nummer eins im Tor des Zweitligisten ist, wusste freilich einzuordnen, was ihm da widerfahren war. „Es ist natürlich ärgerlich, so ein Gegentor zu bekommen“, stellte er nach Schlusspfiff des mit 0:1 verlorenen Pokalspiels des KSC gegen Union Berlin fest. „Aber ansonsten bin ich ganz zufrieden“, fügte er sogleich an.

Versucht, die Dinge spielerisch zu lösen“

Den Grund zu dieser Zufriedenheit hatte er sich selbst geliefert: Zum einen hatte der 25-Jährige in den 120 Pokalminuten pariert, was es zu parieren gab. Am späten Gegentor traf ihn nicht die geringste Schuld. Zum anderen hatte er auch in den meisten anderen Punkten, nach denen das Torwartspiel heutzutage bewertet wird, überzeugt. „Er hat viel Ruhe ausgestrahlt“, nannte KSC-Trainer Christian Eichner einen dieser Punkte. „Er hat versucht, die Dinge spielerisch zu lösen“, ließ er einen zweiten folgen. Dass Gersbeck, der auch schon für die deutsche U 18 und U19 im Tor stand, seine Vorderleute zudem lautstark dirigierte, dürfte dem Coach nicht minder gefallen haben, eigens erwähnen musste Eichner es nicht: Gersbecks Anweisungen waren bei nur 450 Zuschauern im Stadion auch auf den Rängen gut und deutlich zu vernehmen.

So war es eine durchweg gelungene Premiere als Nummer eins, die der gebürtige Berliner da aufs Wildparkparkett gelegt hatte. Bestenfalls die bisweilen mangelnde Präzision bei weiten Abschlägen hätte man bekritteln können, was einem allerdings leicht als Haarsuche in der Suppe hätte ausgelegt werden können.

Dem Trainer stand der Sinn danach nicht. Eichner freute sich vielmehr. Zum einen für sich, weil seine Torhüterwahl sich zumindest am Samstag als goldrichtig erwiesen hatte. Zum anderen für Gersbeck, „dass er die Chance in der Vorbereitung genutzt hat, nachdem er in der Vorsaison den ein oder anderen Rückschlag hatte hinnehmen müssen.“

Erstes Zweitliga-Spiel gegen Hannover 96

Schon damals, noch unter Eichner-Vorgänger Alois Schwartz, war Gersbeck nahe dran, die Nummer eins zu werden. Letztendlich stand dann aber doch der mittlerweile zum SC Freiburg abgewanderte Benjamin Uphoff weiter zwischen den Pfosten. Nun, gegen Neuzugang Markus Kuster, der vom mittlerweile Pleite gegangenen österreichischen Bundesligisten SV Mattenburg eigentlich als neue Nummer eins geholt worden war, hat er sich durchsetzen können.

So ist aus dem Torhüter Gersbeck der Stammtorhüter Gersbeck geworden. Am kommenden Samstag im Spiel bei Hannover 96 bestreitet er sein erstes Zweitliga-Spiel überhaupt. Nach dem, was er vergangenen Samstag im Pokal gezeigt hat, muss ihm davor nicht bange sein.

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Erstellt:
14. September 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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