KSC: Gersbeck verlängert, Wimmer-Leihe fix

Karlsruhe (rap) – Der Karlsruher SC hat auf den Ausfall von Linksverteidiger Philip Heise reagiert und Kevin Wimmer von Stoke City ausgeliehen. Zudem verlängerte Keeper Marius Gersbeck bis 2023.

Mausert sich zu einem der besten Keeper der Liga und wird das KSC-Tor bis 2023 hüten: Marius Gersbeck. Foto: Markus Gilliar/GES

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Mausert sich zu einem der besten Keeper der Liga und wird das KSC-Tor bis 2023 hüten: Marius Gersbeck. Foto: Markus Gilliar/GES

„Wenn mir Anfang Januar irgendjemand gesagt hätte, dass wir am Ende des Monats noch ungeschlagen sind, beziehungsweise fünfmal gewonnen und einmal unentschieden gespielt haben, dann...“ Christian Eichner ließ offen, wie seine Antwort lautete. Ziemlich sicher wären im weiteren Satzverlauf Worte wie „verrückt“ und „gehalten“ gefallen.

Stattdessen sprach der Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC aber allen direkt und indirekt am Höhenflug der Wildparkprofis Beteiligten ein pauschales Kompliment aus. „Das ist eine riesen Leistung, die der ganze Club seit einigen Wochen vollbringt.“

Nur zur Erinnerung: Ende Dezember, nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV, lagen die Badener auf Tabellenplatz 14. Sechs Spieltage – und 16 Punkte – später rangiert der KSC mit Platz fünf im Dunstkreis der Aufstiegsplätze, ist derzeit die Mannschaft der Stunde im deutschen Unterhaus sowie nach den Siegen gegen Fürth, Kiel, Hannover 96 und Bochum auch ausgewiesener Favoritenschreck.

Seine Mannschaft, erklärt „Eiche“, habe momentan aber einfach auch „das Quäntchen“ auf ihrer Seite. Denn wie gegen Fürth (3:2-Siegtor; 84. Philipp Hofmann) und in Kiel (3:2-Siegtor; 85. Robin Bormuth) zogen seine Schützlinge am Sonntag in Bochum erneut ein Spiel erst spät auf ihre Seite. Insgesamt wäre ein Unentschieden dem Spielverlauf im Ruhrstadion wohl gerechter geworden.

Gersbeck: „Freue mich sehr, weiterhin Teil dieser geilen Truppe zu sein“

Und es wäre wohl auch so gekommen, wenn KSC-Keeper Marius Gersbeck in der Nachspielzeit nicht noch den letzten Versuch von Bochums Silvère Ganvoula in der Nachspielzeit klasse pariert hätte. Der Lohn für die starken Leistungen, die der 25-Jährige in dieser Saison bislang zeigt, ließ nicht lange auf sich warten. Genau genommen nur einen Tag: Am Montagmittag nämlich verkündete der KSC die Vertragsverlängerung mit seiner Nummer eins, die ja eigentlich die 35 trägt. „Wir sind sportlich auf einem guten Weg, hoffentlich geht es so weiter. Ich freue mich sehr, weiterhin Teil dieser geilen Truppe zu sein“, erklärte Gersbeck, dessen neuer Kontrakt bis 2023 läuft.

Wird bis zum Saisonende das KSC-Trikot tragen: Kevin Wimmer (dunkelrotes Trikot). Foto: Guido Kirchner/dpa

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Wird bis zum Saisonende das KSC-Trikot tragen: Kevin Wimmer (dunkelrotes Trikot). Foto: Guido Kirchner/dpa

Christian Eichner dürfte die frohe Botschaft sicherlich mit Wohlwollen aufgenommen haben. Keine Stunde später dann, dürfte sich das Grinsen im Gesicht des KSC-Cheftrainers gar noch ein Stückchen vergrößert und die Sorgenfalten verringert haben, war doch der Ersatzmann für den verletzten Linksverteidiger Philip Heise (Muskelfaserriss im Oberschenkel) schnell gefunden und flugs unter Dach und Fach gebracht worden: Kevin Wimmer wird bis Saisonende vom englischen Zweitligisten Stoke City ausgeliehen. Auch bei diesem Deal, wie schon bei der Leihe von Xavier Amaechi vom Hamburger SV, hatte Eichner wohl höchstpersönlich seine Finger im Spiel, standen der 38-jährige Coach und der 28-jährige Österreicher in der Bundesligasaison 2012/13 gemeinsam für den 1. FC Köln auf dem Feld. „Nach dem Ausfall von Dirk Carlson haben wir uns dafür entschieden, uns nochmal auf der Außenverteidigerposition zu verstärken. Mit Kevin Wimmer haben wir nun eine erfahrene Lösung gefunden, um im restlichen Saisonverlauf für den Fall des Falles wieder ein Stück weiter abgesichert zu sein“, wurde Geschäftsführer Sport Oliver Kreuzer in der Mitteilung zitiert. „Wir haben in den letzten Tagen und Wochen gute Gespräche gehabt und hatten auch im Sommer schon mal kurz Kontakt. Ich bin sehr froh, dass es jetzt geklappt hat und ich jetzt hier sein kann“, erklärte Wimmer.

Eichner verteilt Sonderlob an Kapitän Gondorf

Sein Team beeindrucke ihn jede Woche, sagte Eichner nach dem Abpfiff – gerade wie sie Nackenschläge, etwa die Heise-Verletzung (52.) oder den zwischenzeitlichen Ausgleich (54.), wegstecke. „Wie sie dann selbst wieder versucht, Fußball zu spielen. Deshalb hatte ich in der letzten Viertelstunde schon das Gefühl, dass da auch zu unseren Gunsten noch etwas passieren kann.“ Und tatsächlich sorgte Jerôme Gondorf (84.) mit seinem dritten Saisontor und dem 2:1 für den nächsten Favoritensturz durch die Badener.

Aber nicht nur deshalb sprach Eichner seinem Kapitän „ein Einzellob“ aus: „Er ist in den letzten Wochen aufgeblüht und ein richtiger Anführer für diese Mannschaft geworden.“ Dessen verbaler Rückpass rückte dann den Anteil des Trainerteams am Aufwärtstrend des KSC in den Fokus. An Eichner und seinem Co-Trainer Zlatan Bajramovic könne man den Aufschwung festmachen, sagte Gondorf. Es herrsche eine neue Stimmung im Wildpark und drum herum. „Sie schaffen es, jeden Einzelnen von uns so zu nehmen, wie er ist, und gleichzeitig noch ihre taktische Marschrichtung in uns einzupflanzen. Den Ertrag sieht man ja.“

Mit aktuell 32 Punkten hat der KSC nun mehr oder weniger freie Sicht auf sein Saisonziel Klassenerhalt, und es müsste schon sehr viel schief gehen, wenn Eichner und seine Schützlinge auf dem Weg dorthin noch in Schwierigkeiten gerieten. „Wer mich kennt“, kommentierte der KSC-Coach den aktuellen Stand der Dinge, „der weiß, dass ich mich darüber ein, zwei Tage sehr freuen kann. Ab Mittwoch aber gibt es wieder Lack.“ Soll heißen: Es geht wieder bei null los. Das weiß auch Gondorf: „Wir dürfen keinen Deut nachlassen.“

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Erstellt:
1. Februar 2021, 17:50 Uhr
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