KSC: Hofmann-Einsatz gegen Bochum fraglich

Karlsruhe (ket) – Vor dem ersten Heimspiel der neuen Zweitligasaison am Sonntag gegen Bochum bangt der Karlsruher SC um Philipp Hofmann. Der Stürmer hat sich einen grippalen Infekt eingefangen.

Zwei Spiele, kein Tor: Geht es nach KSC-Spielmacher Marvin Wanitzek soll sich das morgen gegen den VfL Bochum ändern. Foto: Helge Prang/GES

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Zwei Spiele, kein Tor: Geht es nach KSC-Spielmacher Marvin Wanitzek soll sich das morgen gegen den VfL Bochum ändern. Foto: Helge Prang/GES

Christian Eichner war ganz froh darüber, dass das Thema recht schnell und gänzlich unverblümt auf den Tisch kam, auch wenn es eine gute Portion Brisanz in sich barg. „Gut, dass ich das gleich mal beiseite schieben kann“, kommentierte der Trainer des Karlsruher SC jedenfalls jene Reporterfrage, in der es darum ging, ob Philipp Hofmann denn nun wirklich an einer richtigen Grippe leide – oder seine Trainingsabsenz seit Mittwochnachmittag nicht doch eher mit der leidigen Vorgeschichte in Zusammenhang stehe und Hofmann es am Ende lediglich mit den Nachwehen seines Wechselfiebers zu tun habe, das ihn just eine Woche zuvor befallen hatte.

Auf so Gedanken, das nur nebenbei, kann man schnell mal kommen, nicht nur als Reporter, sondern auch als Fan. Schließlich hatte Hofmann vergangenes Wochenende ziemlich deutlich kundgetan, dass er fortan lieber für Union Berlin in Liga eins als für den KSC eine Klasse tiefer stürmen würde. Umso mehr passte es Eichner in den Kram, just diese Gedanken ganz offiziell vom Tisch schieben zu können. Nein, stellte der Trainer energisch fest, Hofmanns Grippe sei „ganz und gar nicht“ als Reaktion auf den geplatzten Wechsel des Stürmers zu den „Eisernen“ in Zusammenhang zu setzen. Schließlich sei zum einen Fieber bei ihm gemessen worden, zum anderen habe Eichner sich selbst vom grippalen Elend des 27-Jährigen überzeugen können. Diagnose. „Er sah sehr schlecht aus.“

Nun könnte eine solche Beobachtung in Zeiten wie diesen natürlich schnell zu weiteren üblen Befürchtungen führen. Indes: Auch was Corona anbelangt, gab der Verein Entwarnung. Sowohl der obligatorische Test am Dienstag als auch jener zur Sicherheit einen Tag später erwiesen sich als negativ.

Neuzugang Jung noch nicht einsatzfähig

Ob Hofmann am Sonntag gegen den VfL Bochum (13.30 Uhr), der ersten Zweitligapartie im heimischen Wildpark in dieser Saison, wird auflaufen können, war am Freitagnachmittag dennoch mit einem ziemlich dicken Fragezeichen versehen, fast so dick wie jenes, das hinter der Frage stand, wie wohl die Fans den Beinahe-Abtrünnigen empfangen werden, sollte er tatsächlich noch einsatzfähig werden. Selbst Eichner hatte keine klare Vorstellung von diesem Szenario, immerhin aber eine Hoffnung, nämlich die, dass die „Zuschauer Hofmann wie in den letzten Wochen und Monaten empfangen“, schließlich müsse man bei allen Nebengeräuschen, die es gegeben hatte, auch Verständnis dafür haben, dass es einen Profi in die erste Liga zieht.

So unsicher Hofmanns Mitwirken gegen Bochum am Freitag war, so sicher war, dass Sebastian Jung am Sonntag noch nicht das KSC-Trikot tragen wird. Man wolle, so Eichner, den neuen Rechtsverteidiger, der erst am Dienstag seinen Vertrag bei den Badenern unterschrieben hat, „erstmal ankommen“ und sich eine „stabile Basis“ erarbeiten lassen. Das ist bestimmt keine schlechte Herangehensweise bei einem 30-Jährigen, der sein letztes Ligaspiel Anfang März, also noch vor der Corona-Pause, damals für Hannover 96, absolvierte und seitdem mit Verletzungen zu kämpfen hatte. „Unser Ziel ist es, das er nach der Länderspielpause einsatzfähig ist“, sagte Eichner gestern. Das wäre die Partie am 17. Oktober gegen den SV Sandhausen.

1.200 Zuschauer am Sonntag zugelassen

So lange will der Rest der Truppe zumindest mit dem Toreschießen nicht warten, zumal ja prinzipiell nicht schlecht war, was die Blau-Weißen in den ersten beiden Saisonspielen – Pokal und Liga – dargeboten hatten. Mit „viel mehr Ruhe im Spiel von hinten heraus“ agiere man mittlerweile, hob Spielmacher Marvin Wanitzek die fußballerischen Fortschritte hervor. Lediglich im letzten Drittel sei man nicht so zum Zuge gekommen wie erwünscht oder habe „die falschen Entscheidungen getroffen“. Just dies gelte es – am besten schon am Sonntag gegen Bochum – zu verbessern, „um die Tore zu erzielen, die wir schon in den ersten beiden Partien verdient gehabt hätten“.

Das ist kein schlechtes Ansinnen. Nicht nur Trainer Christian Eichner wird es wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Auch die 1.200 zugelassenen Zuschauer würden sich auf ein Tor ihres KSC mit Sicherheit freuen.

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Erstellt:
26. September 2020, 06:30 Uhr
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