KSC: Kein Schritt weniger

Karlsruhe (fal) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC will am Mittwoch in Regensburg an die starke Derby-Leistung gegen den VfB Stuttgart anknüpfen und nächsten Schritt zum Klassenerhalt machen.

Muss am Mittwoch in Regensburg verletzt passen: Marco Djuricin (rechts). Foto: Güngör/GES

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Muss am Mittwoch in Regensburg verletzt passen: Marco Djuricin (rechts). Foto: Güngör/GES

Etwas zu erreichen, ist oftmals schon schwer genug. Das Erreichte dann zu bewahren, jedoch meist noch eine viel größere Herausforderung. Das ist auch Christian Eichner und seinen Zweitligafußballern des Karlsruher SC klar, die am vergangenen Sonntag mit dem 2:1-Derbysieg gegen den VfB Stuttgart nach etwa viereinhalb Monaten auf Relegationsrang 16 oder Abstiegsplatz 17 die Abstiegszone der zweiten Liga – zumindest vorübergehend – hinter sich gelassen haben. Bis Dienstagabend: Dann zog der 1. FC Nürnberg mit dem imposanten 6:0-Sieg im Kellerduell gegen Wehen Wiesbaden wieder am KSC vorbei.

Um am Mittwochabend (18.30 Uhr) als Gast des SSV Jahn Regensburg Platz 15 zurückerobern zu können (nötig wäre aber ein Sieg mit fünf Toren Unterschied), dürfe seine Mannschaft in puncto Einsatz- und Laufbereitschaft, Kampf, Leidenschaft, Mentalität und Wille zum Erfolg „keinen Schritt weniger machen“ als gegen den VfB. „Wenn wir das tun, werden wir in Regensburg verlieren.“ Der KSC-Coach ist diesbezüglich jedoch optimistisch, wie er gestern sagte: „Die Spieler wissen, was sie leisten und investieren müssen. Wie gegen den VfB: Jeder muss alles in den Topf knallen. Vom Reden und Selbstbewusstsein allein werden die drei Punkte nicht in unserem Bus landen.“

Denn die gastgebenden Oberpfälzer sind, so Eichner, „ein sehr unangenehmer, unbequemer Gegner. Von den Namen her zwar unscheinbar. Aber das ist eine unheimlich lauffreudige Mannschaft, enorm sprintstark. Das sind auch giftige Zweikämpfer.“ Der SSV Jahn (39 Punkte/Platz zwölf) zählt offensiv zu den besten Teams der Liga (46 Tore/Platz sieben), hat aber die zweitmeisten Gegentreffer kassiert (52) und auch deshalb den Klassenerhalt noch nicht ganz sichergestellt. In der Heimtabelle rangiert Regensburg auf Platz neun (sieben Siege, vier Unentschieden, vier Niederlagen). Die Heimstärke des SSV dürfte aber – Corona-bedingt vor leeren Rängen – am Mittwochabend eigentlich keine große Rolle spielen.

Röser zurück im Kader

Eichner, der sich in dieser englischen Woche auf seine Mannschaft konzentrieren möchte, statt auf die offensichtlich kurz bevorstehende, also vertragliche „Beförderung“ zum Cheftrainer. Personell kann er nicht ganz auf das Derby-Aufgebot vom vergangenen Sonntag zurückgreifen: Der gegen den VfB spät (87.) eingewechselte Marco Djuricin bekam einen Schlag auf die Ferse und fällt daher heute verletzt aus. An seiner Stelle kehrt Martin Röser, der bei der 0:1-Niederlage in Aue noch in der Stammelf war, ins 20-köpfige KSC-Aufgebot zurück.

Es könne sein, dass er seine Anfangsformation in Regensburg, nur drei Tage nach dem kräftezehrenden baden-württembergischen Derby, taktisch und personell unverändert auf den Platz schicke, sagte Eichner gestern. „Es ist aber natürlich auch möglich, dass wir wechseln.“ Er werde am Mittwochmorgen jedem seiner Spieler ins Gesicht schauen und prüfen, „ob einer eine Pause braucht“. Denn seine Mannschaft, das habe sie in den letzten Wochen gezeigt, sei auch leistungsmäßig zusammengewachsen. „Ich vertraue allen meinen Spielern. Jeder ist wichtig. Wir brauchen eine Auswechselbank, die mitlebt. Wenn wir wechseln wollen oder müssen – egal auf welcher Position – da habe ich null Bauchschmerzen.“

Den Blick auf die Spiele der Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg kann sich auch der KSC-Coach nicht verkneifen. Aber: „Wir müssen einfach nur bei uns bleiben. Wenn wir das investieren, was wir am Sonntag investiert haben, hoffe ich, dass wir gar nicht mehr auf die anderen Ergebnisse schauen müssen.“

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Erstellt:
16. Juni 2020, 23:00 Uhr
Lesedauer:
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