KSC: Meister Bielefeld spielt vor

Karlsruhe (ket) – Ausgerechnet gegen Meister Arminia Bielefeld muss der KSC seinen Abstiegskampf in der zweiten Liga fortsetzen. Dabei geht es am Sonntag vor allem um die Sicherung des Relegationsplatzes.

Babacar Guèye hat in Regensburg zwar das 1:2 für den KSC erzielt, morgen gegen Bielefeld wird er aber wohl dennoch zumindest zunächst nur auf der Bank sitzen. Foto: Prang/GES

© GES/Helge Prang

Babacar Guèye hat in Regensburg zwar das 1:2 für den KSC erzielt, morgen gegen Bielefeld wird er aber wohl dennoch zumindest zunächst nur auf der Bank sitzen. Foto: Prang/GES

Wie im richtigen Leben, ist auch im Fußball so manches Ansichtssache. Die eine Sicht auf die vor dem Karlsruher SC liegenden Dinge besagt, dass Arminia Bielefeld, also der nächste Gegner, seit ein paar Tagen schon in Feierlaune ist und am Sonntag (15.30 Uhr) von all der Festelei ein wenig angeschlagen in den Wildpark kommt. Die andere, dass die Arminen, nachdem sie Aufstieg und mittlerweile auch Meisterschaft souveränst unter Dach und Fach gebracht haben, bar jeglichen Erfolgsdrucks anreisen und also völlig befreit aufspielen können.

Wie es letztendlich sein wird, lässt sich wohl erst am Sonntagnachmittag mit letzter Bestimmtheit sagen. Schon jetzt fest freilich steht, dass es sich um das Nonplusultra der Liga handelt, das dem seit Mittwoch wieder deutlich stärker abstiegsbedrohten KSC morgen gegenübersteht. Bielefeld ist schließlich nicht nur Aufsteiger und Meister, sondern stellt die beste Abwehr der Liga sowie den zweitbesten Sturm und ist bei nur einer Niederlage natürlich die beste Auswärtsmannschaft. Dass die Ostwestfalen in Fabian Klos den besten Zweitliga-Stürmer in ihren Reihen haben, versteht sich da fast schon von selbst. 19 Mal hat Klos bislang getroffen.

Wenn man so will, ist es für den KSC wie vor einer Woche gegen den VfB Stuttgart, nur noch viel schlimmer, weil Bielefeld nunmal viel besser ist als die Schwaben. Immerhin: Gegen die hat der KSC letzten Sonntag einigermaßen überraschend, aber allemal verdient gewonnen – nicht zuletzt deshalb dient die Partie aus der Vorwoche nun so ein bisschen als Blaupause. „Ich hoffe, dass die Mannschaft an die da gezeigte Leistung anknüpfen kann“, hat Christian Eichner am Freitag jedenfalls gesagt – und zwar in allen Belangen. Soll heißen: Die Blau-Weißen sollen nicht nur wieder die gleiche Gier nach dem Ball und Galligkeit in den Zweikämpfen an den Tag legen wie gegen den VfB, sondern das Spiel auch ähnlich gestalten, also möglichst früh das Wirken des Gegners stören, um einerseits selbst offensiv tätig werden zu können, aber auch um sich andererseits die brandgefährliche Offensive der Gäste möglichst weit vom Hals zu halten. Die Frage, die es für den Trainer diesbezüglich zu beantworten gilt, stellt Eichner sich selbst. Sie lautet: „Wieviel Risiko gehe ich und wieviel Achtsamkeit müssen wir an den Tag legen?“

Nervenstärke ist gefragt

Dabei kann das Maß von beidem sich während der Partie durchaus verändern, wie der 37-Jährige am Freitag angedeutet hat. Der KSC-Coach wird am Spielfeldrand schließlich gut über die Zwischenstände der Abstiegskonkurrenten, allen voran des SV Wehen Wiesbaden, der zeitgleich bei Darmstadt 98 antritt, informiert sein, um im Bedarfsfall auch darauf in der eigenen Partie reagieren zu können.

Nur zwei Punkte weniger als der KSC haben die auf Rang 17 platzierten Wehener zwei Spieltage vor Saisonende eingesammelt, zumindest aktuell macht es den Anschein, als entscheide sich zwischen den beiden, wer eine zweite Chance auf den Klassenerhalt in der Relegation (7. und 11 Juli) bekommt und wer mit Dynamo Dresden direkt in Liga 3 muss. Zwar legt Eichner Wert auf die Feststellung, auch Platz 15 und damit den direkten Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben zu haben, bei drei Punkten Rückstand samt schlechterem Torverhältnis auf Nürnberg und Osnabrück stehen die Aktien dafür allerdings nicht so sonderlich gut. Oder wie Abwehrchef David Pisot es formuliert hat: „Den Relegationsplatz haben wir noch in der eigenen Hand, Platz 15 nicht mehr.“

Es ist also auch im letzten Heimspiel der Saison mal wieder eine knifflige Aufgabe für Eichner und seine Mannschaft. Da wird es neben der fußballerischen Qualität auch auf die Nervenstärke und die geistige Frische eines jeden einzelnen ankommen, entsprechend will es der Coach, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, bei der Auswahl seiner Startelf berücksichtigen.

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Erstellt:
19. Juni 2020, 20:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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