KSC: Mit geschärften Sinnen gegen Heidenheim

Karlsruhe (rap) – Christian Eichner ist wieder mal als Improvisationskünstler gefragt: Vor der Partie seines KSC gegen den 1. FC Heidenheim am Sonntag (13.30 Uhr) muss er Choi und Thiede ersetzen.

Darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an machen: Dominik Kother (rechts). Foto: Thomas Eisenhuth/GES

© GES/Thomas Eisenhuth

Darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an machen: Dominik Kother (rechts). Foto: Thomas Eisenhuth/GES

Als eben jene Frage, und tief in seinem Inneren musste Christian Eichner gewusst haben, dass sie kommen würde, über die gezeigte Nachlässigkeit vor den KSC-Gegentoren und wie diese behoben werden könne, gestellt wurde, hielt der Karlsruher Cheftrainer einen Moment inne. Eichner atmete tief durch, sammelte sich und antwortete entschlossen dreinblickend: „Sinne schärfen.“

Sinne, so der 39-Jährige, schärft man, indem man „Videos zeigt und sie bespricht, indem wir Dinge auf dem Trainingsplatz besprechen, stoppen, zeigen und wiederholen lassen“. Denn, das versicherte Eichner am Freitag bei der Online-PK vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim (13.30 Uhr), einen „Knopf, den man drückt und dann ist die Geschichte weg, gibt es nicht“. Vielmehr gelingt es, wenn man es auf dem Platz abstellt, dann bekommt man Stabilität, Selbstvertrauen, Sicherheit. Was man jedoch benötigt, um die Slapsticktore – und von denen gab es in den vergangenen Wochen in der KSC-Defensive durchaus einige – abzustellen, damit hielt Eichner nicht hinter dem Berg: „Konstanz.“ Und das sei seinem Team in dieser Saison, mit Ausnahme des Rundenstarts, „bisher nicht so gelungen. Wir waren nicht so beständig“.

„In der Range der vergangenen beiden Halbjahre“

Die Saison der Wildparkprofis gleicht tatsächlich bislang einer Achterbahnfahrt. Starke Leistungen etwa gegen den Hamburger SV (1:1) oder Hannover 96 (4:0) folgten stets schwache Auftritte – wie etwa gegen das Tabellenschlusslicht FC Ingolstadt (1:1) oder zuletzt bei Dynamo Dresden (1:3). Dennoch stünde der KSC mit 21 Punkten und Tabellenplatz zehn genau da, „wo wir hingehören“, so Eichner. Mit einem Sieg – und dann 24 Zählern – am Sonntag gegen Heidenheim (Eichner: „Körperliches, robustes Team.“) zum Hinrundenende wäre sein Team dennoch „in der Range der vergangenen beiden Halbjahre“, erklärte „Eiche“ – trotz aller personellen Widrigkeiten, mit denen sich der KSC-Chefcoach seit Wochen rumplagen muss.

Denn Konstanz hat zwangsläufig auch immer was mit Eingespieltheit zu tun. Dann greifen Automatismen, Pass- und Laufwege werden verinnerlicht, eine Mannschaft gewinnt so automatisch an Sicherheit sowie Stabilität – und produziert keine Slapsticktore in Serie. Doch was die Startelf der Badener seit etlichen Spieltagen anbelangt, ist Eichner als Tüftler und Improvisationskünstler gefragt.

Thiede fällt aus, Choi gesperrt

Und die personelle (Not-)Lage hat sich vor dem Ländle-Duell gegen Heidenheim weiter verschärft. Neben den Langzeitverletzten (Bormuth, Jung, Jensen, Lorenz, Kaufmann) muss Eichner gegen die Schwaben auch auf den gesperrten Mittelfeldspieler Kyoung-Rok Choi und verletzten Verteidiger Marco Thiede verzichten. Dem Übungsleiter fällt somit die komplette rechte Seite weg. „Wir müssen überlegen, wer zu wem passt“, so Eichner, der auch einen Systemwechsel – zumindest – in Betracht zieht. In der Abwehr dürfte mangels Alternativen Ricardo van Rhijn sein Startelfdebüt feiern, davor könnte Fabian Schleusener von der linken auf die rechte Flanke wechseln, was zwangsläufig Dominik Kother (Eichner: „Er ist wieder im Kommen.“) in die erste Elf spülen würde.

Trotz der dünnen Personaldecke ist Eichner überzeugt, „dass wir am Sonntag eine Mannschaft auf dem Platz haben werden, die eine Reaktion zeigt, die bereit sein wird, und die hoffentlich alles daransetzen wird, die drei Punkte in Karlsruhe zu halten“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
10. Dezember 2021, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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