KSC-Mitglieder wählen neuen Präsidenten

Karlsruhe (ket) – Die Mitglieder des Karlsruher SC wählen am Donnerstagabend einen neuen Präsidenten. Das BT stellt die fünf Kandidaten vor.

Ein Amt, fünf Kandidaten: Rolf Dohmen, Axel Kahn, Dorotheé Augustin, Holger Siegmund-Schultze und  Kai Gruber wollen KSC-Präsident werden. Foto: Markus Gilliar/GES

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Ein Amt, fünf Kandidaten: Rolf Dohmen, Axel Kahn, Dorotheé Augustin, Holger Siegmund-Schultze und Kai Gruber wollen KSC-Präsident werden. Foto: Markus Gilliar/GES

Fünf Kandidaten stellen sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung heute Abend zur Wahl für das Amt des Präsidenten des Karlsruher SC. Dorotheé Augustin, Rolf Dohmen, Kai Gruber, Axel Kahn und Holger Siegmund-Schultze wollen die Nachfolge von Ingo Wellenreuther antreten, der im Mai auf Druck des sogenannten Bündnisses KSC, einem Zusammenschluss regionaler Unternehmer, zurückgetreten war.

Sollte Holger Siegmund-Schultze, bislang schon Vizepräsident des Vereins, zum neuen Präsidenten gewählt werden, würde gleich im Anschluss zudem ein neuer „Vize“ als Nachfolger für Siegmund-Schultze gewählt. Dorotheé Augustin und Rolf Dohmen haben sich, sollte der Fall eintreten, auch für dieses Amt beworben. Zudem hat auch Martin Müller seine Kandidatur für diesen Posten vorsorglich abgegeben. Der Karlsruher Unternehmer war bei den Präsidentschaftswahlen letzten Oktober knapp am damaligen Amtsinhaber Wellenreuther gescheitert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt galten er und Wellenreuther als Intimfeinde. So soll Müller einen Großteil der sechs Millionen Euro bezahlt haben, die das Bündnis KSC, dessen Mitglied der 56-Jährige ist, für den Rücktritt Wellenreuthers geboten hatte.

Müller sieht sich nach eigenen Angaben „programmatisch eng mit Holger Siegmund-Schultze abgestimmt“. Dass er diesmal „nur“ als Vize kandidiert, habe damit zu tun, dass es aktuell, anders als vergangenen Oktober, „genügend andere Bewerber“ gebe. Zudem wolle er in erster Linie nicht Präsident werden, sondern einen Sitz im Beirat, dem bestimmenden Gremium der im Zuge der Ausgliederung der Profiabteilung neugegründeten GmbH&Co. KGaA. Auch als Vize wäre ihm ein solcher sicher.

Wegen der Corona-Pandemie findet die Mitgliederversammlung heute Abend (ab 18 Uhr) online statt, also ohne Anwesenheit der Vereinsmitglieder am Versammlungsort. Nach der Vorstellung und Befragung der Präsidentschaftskandidaten folgt der erste Wahlgang, in dem eine absolute Mehrheit (über 50 Prozent der Stimmen) nötig ist, um neuer Präsident zu werden. Wird diese nicht erreicht, treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen zu einer Stichwahl an. Sollte Siegmund-Schultze als Sieger hervorgehen, würde sich das Prozedere bei der Wahl des Vizepräsidenten wiederholen. Bei einem anderen Sieger der Präsidentenwahl bliebe Siegmund-Schultze zusammen mit Günter Pilarski im Amt des „Vize“.

BT-Sportredakteur Frank Ketterer stellt Ihnen auf dieser Panoramaseite die fünf Präsidentschaftskandidaten vor.

Dorotheé Augustin

Es waren aufregende Tage und Wochen für Dorotheé Springmann, allemal von einer Art, wie sei eine Polizeibeamtin nicht alle Tage erlebt. Die „Bild“ interviewte die 37-jährige Offenburgerin, die Deutsche Presse-Agentur (dpa) widmete ihr ein ausführliches Porträt. In den regionalen Medien, egal ob Funk, TV oder Print, war sie gar Dauergast. Hinzu kam ihre Hochzeit vergangenen Samstag, seit der Frau Springmann nicht mehr Springmann, sondern Augustin heißt. Dass sie sich nur einen Tag danach (und einer mehr oder weniger durchgemachten Nacht) auf dem Karlsruher Messplatz schon wieder den Fragen der Fans stellte, passt zum Bild, das sie vermittelt – jenem einer taffen Powerfrau.

Dabei hat Dorotheé Augustin nie einen Hehl draus gemacht, dass sie es, was unternehmerisches Knowhow anbelangt, mit ihren Konkurrenten eher nicht ganz aufnehmen kann. Wie sie überhaupt zu internen betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Vorgehensweisen nicht so genau und detailliert Stellung beziehen könne wie Mitbewerber, die schon seit Jahren im Verein mitmischen. Allerdings: Was nicht ist, könne ja noch werden. Und überhaupt: Dass der KSC „einen gewissen wirtschaftlichen Erfolg“ benötigt und dafür nicht zuletzt neue Sponsoren gefunden werden müssen, steht auch für die Mutter eines Sohnes fest. Ihr Ziel, den KSC wieder zu einer Marke zu machen, bezeichnet sie selbst als „Mammutaufgabe“.

 Dorotheé Augustin. Foto: Christoph Schmidt/dpa

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Dorotheé Augustin. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Schrecken lässt sich jemand, der schon Spezialeinheiten im Personenschutz für Politik und Justiz angeführt hat, davon freilich nicht, sonst hätte sie sich um den Stuhl des Präsidenten und den, sollte es nötig werden, des Vize, erst gar nicht beworben. Als Schritt „in die Höhle des Löwen“ bezeichnet Augustin diese, ihre Entscheidung. In erster Linie „aus Leidenschaft zum Fußball und zu meinem Lieblingsverein KSC“ habe sie diese getroffen. Dass sie diesen KSC bislang nur von Außen, also als Fan, kennt, sei Nachteil und Vorteil zugleich. „Ich bin völlig frei von eventuell eingefahrenen Mustern und Denkweisen“, stellt Augustin fest. Sollte sie gewählt werden, würde sie „dem Fachpersonal die Oberhand überlassen“. Ihre Aufgabe als Präsidentin sähe sie eher darin, „den Überblick zu behalten“.

Was das Sportliche anbelangt, sieht sich die Polizistin, die auch schon als Fitnesstrainerin gearbeitet hat, auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, zumindest mit Holger Siegmund-Schultze und Kai Gruber. „Ich bin sicher, an der sportlichen Schiene mangelt es mir nicht. Da stehe ich definitiv nicht im Schatten meiner Mitbewerber“, sagt sie und verweist darauf, beim FV Zell-Weierbach einst selbst gegen den Ball getreten zu haben. Beim KSC möchte sie eines ihrer Hauptaugenmerke auf die Nachwuchsarbeit legen. „Aus dem Nachwuchs kommen vielleicht die Profis von morgen“, formuliert Augustin ihre Hoffnung.

Rolf Dohmen

Rolf Dohmen ist bekennender Kölner und Genussmensch. Und er ist längst Karlsruher – und zwar durch und durch. Vor allem aber ist der mittlerweile 68-Jährige ein Blau-Weißer – und zwar vom Scheitel bis zur Sohle. Zwischen 1978 und 1982 bestritt er als Profi 141 Spiele für den KSC. 20 Jahre später, zwischen 2002 und 2009, führte er die Wildpark-Elf zusammen mit Trainer Ede Becker als Sportdirektor zurück in die Bundesliga. Es waren die letzten beiden Jahre, die die Badener in der deutschen Eliteklasse erleben durften.

Über Fußball, das steht fest, muss man dem drahtigen 68-Jährigen nichts erzählen. Es ist sein ureigenes Terrain, weshalb sich Dohmen auch gegen ein sportliches Beratungsgremium von Außen ausspricht. Bis heute ist Dohmen, so sagt er es, bestens vernetzt im deutschen Fußball. Just dieses Netzwerk will er nun unter anderem als Präsident für den KSC einsetzen, sollte er gewählt werden. Damit könnte Dohmen genau jenes fußballerische Expertentum in den Beirat einbringen, das dem aktuellen Vizepräsidenten Holger Siegmund-Schultze ebendort fehlt. Auch deshalb steht Dohmen, sollte er nicht zum Präsidenten gewählt werden, auch für das Amt des „Vize“ zu Verfügung.

 Rolf Dohmen.  Foto: Christoph Schmidt/dpa

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Rolf Dohmen. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Was das Fußballerische anbelangt, stehen die Jugendarbeit und die Talentförderung, so hat er es bei mehreren Informationsveranstaltungen deutlich gemacht, bei Dohmen ganz weit vorne. Das Abmelden der U23 bezeichnet er entsprechend als „Riesenfehler“. Dass die Korrektur dessen Zeit braucht, ist ihm bewusst, gleiches gilt für die wirtschaftliche Gesundung des nach wie vor hochverschuldeten Vereins. Um die finanzielle Schieflage begradigen zu können, müssten die bereits eingeleiteten Veränderungen fortgesetzt und das Eigenkapital durch Aktienverkäufe erhöht werden. Weiteren wirtschaftlichen Spielraum erhofft sich Dohmen zudem durch Transfererlöse beim Verkauf von im Wildpark ausgebildeten Spielern.

Das alles sei „eine Mammutaufgabe“, die nicht in zwei Jahren zu stemmen sei. Dohmen denkt da schon jetzt längerfristig, eher an sechs Jahre – und somit an zwei Amtsperioden. Schon vor der ersten präsentiert er sich als Teamplayer, dem Menschlichkeit, Vertrauen und Offenheit wichtig sind. Ein großes Anliegen sei es ihm zudem, die Gräben, die es im Verein und dessen Gremien gibt, zuzuschütten.

Ob Dohmen die Gelegenheit dazu erhält, dürfte auch davon abhängen, ob auch Mitglieder aus der Fanszene bereit sind, ihm ihre Stimme zu geben. In der Vergangenheit war das Verhältnis zwischen ihnen und Dohmen eher belastet, nicht zuletzt, weil Dohmen in seiner Managerzeit für die Stadionverbote zuständig war.

Axel Kahn

Der Name Kahn ist ein klangvoller in Karlsruhe und auch bei dessen SC. Rolf Kahn spielte schon 1963, also im ersten Bundesliga-Jahr, für die Blau-Weißen, Oliver Kahn begann im Wildpark gar einst jene Weltkarriere, die ihn zum Titanen machte. Auch Axel Kahn schnürte schon als Profi für den KSC die Kickstiefel, allerdings nur ein Jahr – in der Saison 1986/87, danach war er als Spieler und Spielertrainer eher im Amateurfußball unterwegs.

Wer daraus schließt, dass der Name Axel Kahn ein wenig weniger klangvoll ist als jener von Vater und Bruder, liegt ganz falsch nicht. Dafür haftete dem mittlerweile 54-Jährigen in der Vergangenheit ein Ruf an – und zwar jener, ein ziemlicher, nun ja, Luftikus zu sein. Axel Kahn stellt das gar nicht in Abrede, vielmehr geht er ganz offensiv damit um. „Vor 15 Jahren war ich ein anderer Axel Kahn“, stellt er fest. Gereift, seriös und geerdet sei er heute im Gegensatz zu damals – und bereit, für das Präsidentenamt beim KSC zu kandidieren. „Davor hatte ich noch nicht die Reife“, sagt er.

Axel Kahn.  Foto: Christoph Schmidt/dpa

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Axel Kahn. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Kahns Kandidatur ist also, wenn man so will, auch ein Kampf gegen das eigene Image. Er führt ihn, das wurde bei diversen Informationsveranstaltungen deutlich, gereift, seriös und geerdet. Ruhig und sachlich trug er seine Gedanken zum KSC vor, den er als seine Heimat bezeichnet, schon als Sechsjähriger trug er schließlich das KSC-Trikot.

Heute leitet Kahn eine Werbeagentur und einen Buchverlag. Als Netzwerker beschreibt er zudem sein Berufsbild. Menschen zusammenzuführen, sei sein Metier. Nicht zuletzt bei der Akquise neuer Sponsoren könne sich das für den KSC auszahlen. Nach denen müsse man sich nicht nur in der Region, sondern auch überregional umsehen. „Man darf da nicht immer zu klein denken“, fordert er. Was das angeht, ist er ein echter Kahn.

Die wirtschaftliche Konsolidierung steht schließlich auch bei ihm ganz oben auf der To-Do-Liste, gleich neben der Jugendarbeit, die er als „DNA des KSC“ bezeichnet und die es natürlich auszubauen gelte. Kahns Idee: Um Talente künftig wieder vermehrt an den Wildpark binden zu können, möchte er zwei Plätze im Profikader für Nachwuchsspieler freihalten. „Damit machen wir uns extrem attraktiv“, glaubt der 54-Jährige. Auch seinen Kontakt zu Bruder Oliver, demnächst Bayern-Vorstandsvorsitzender, würde er gerne für den KSC nutzen. Man könne eventuell „Spieler zum KSC holen, die vielleicht keine Ablöse kosten, sondern nur Gehalt.“

Was Kahn beim KSC aktuell fehlt, ist eine gemeinsame Philosophie. Auch am Image gelte es zu arbeiten, schon um sich für potenzielle Sponsoren interessanter zu machen. „Der KSC ist zwar immer noch eine Marke, aber diese Marke ist nichts mehr wert“, sagt Kahn. Nicht zuletzt das möchte er ändern.

Holger Siegmund-Schultze

Bei den Fans firmierte Holger Siegmund-Schultze lange Zeit nur unter dem Pseudonym „Doppelname“, wahlweise nannten sie ihn bisweilen auch den „dritten Mann“. So ganz von ungefähr kam das nicht. Im Vergleich mit dem in der Öffentlichkeit omnipräsenten Präsidenten (Ingo Wellenreuther) sowie dem Geld gebenden und schon deshalb geschätzten Vize (Günter Pilarski) war Siegmund-Schultze eher das Phantom im damaligen KSC-Präsidium. Zwar immer irgendwie da, aber nicht wirklich fassbar. Irgendwie unter dem Radar fliegend, zumindest jenem der Öffentlichkeit – und das auch noch gewollt, wie der 53-Jährige zumindest indirekt zugibt, etwa wenn er sagt: „Bei mir entsteht Nähe durch Distanz.“

Fest steht: Als Präsident konnten sich die Fans Siegmund-Schultze lange Zeit eher nicht vorstellen. Fest steht aber auch: Das hat sich längst geändert. Spätestens seit er Mitte Mai als Leiter und Moderator der Online-Mitgliederversammlung mit Souveränität und Fachkunde geglänzt hat, ist aus dem Doppelnamen der erste Anwärter auf den Präsidentenposten geworden. Heute Abend jedenfalls geht Siegmund-Schultze als Favorit ins Rennen.

 Holger Siegmund-Schultze.  Foto: Christoph Schmidt/dpa

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Holger Siegmund-Schultze. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Und das, obwohl er Teil des alten und am Ende nur noch wenig geschätzten Präsidiums unter Amtsvorgänger Ingo Wellenreuther war. Die Frage, ob er als bis dato Vizepräsident nicht Mitschuld an der ganzen KSC-Misere trage, wurde der studierte Architekt, der heute als Unternehmer in der Projektentwicklung fungiert und Geschäftsführer mehrerer Firmen mit Büros in Berlin ist, in den vergangenen Wochen immer wieder gefragt. „Es gab Entscheidungen, bei denen ich meine Präsidiumskollegen überzeugen konnte – und solche, bei denen mir das nicht gelungen ist“, hat Siegmund-Schultze darauf bisweilen geantwortet, oft flankiert von dem Zugeständnis: „Es stimmt: Ich war Teil des Problems. Ich bin aber auch Teil seiner Lösung und der Veränderung.“ Nicht zuletzt die Ausgliederung der Profiabteilung soll der 54-Jährige maßgeblich mitgestaltet und vorangetrieben haben – und damit die für den KSC längst überlebenswichtig gewordene Möglichkeit, über Aktienverkäufe das Eigenkapital zu erhöhen.

„Ich will den seit rund zwei Jahren andauernden Veränderungsprozess, den ich mit initiiert habe, in Zukunft in der Rolle des Präsidenten erfolgreich umsetzen“, begründet „HSS“, warum er sich zur Kandidatur entschieden hat. Sollte er gewählt werden, möchte er, so hat er es vorab formuliert, „die Verantwortung dort belassen, wo die Kompetenz ist“, also bei den beiden Geschäftsführern. Sich selbst sähe er als Präsident mehr für die Grundausrichtung des Vereins und das Setzen von Leitlinien verantwortlich. Sportlich wiederum würde der ehemalige Regionalligakicker sich gerne den Rat von Außen in die Gremien holen.

Kai Gruber

Die Niederlage letzten Oktober hat Kai Gruber längst weggesteckt. Zumal es ja keine sang- und klanglose war, sondern eher eine ehrenvolle: Nur eine Stimme weniger als der von vielen im Verein verehrte Ex-Profi Edgar Schmitt hatte er im ersten Wahlgang um den Posten des Vizepräsidenten beim KSC erhalten, am Ende machten die Amtsinhaber Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze das Rennen.

Gruber nahm das damalige Votum nicht nur sportlich, sondern als Motivation – und zwar dafür, heute Abend erneut zu kandidieren. Wieder gegen Siegmund-Schultze sowie drei zusätzliche Bewerber. Diesmal freilich um den obersten Präsidentenposten. Seine sporadische Bewerbung als Vize hat der 57-Jährige hingegen wieder zurückgezogen, auch weil er nicht, so begründete es Gruber, in Konkurrenz mit dem von ihm geschätzten Martin Müller treten wolle.

Kai Gruber.  Foto: Christoph Schmidt/dpa

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Kai Gruber. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Obwohl in Recklinghausen geboren und damit Schalke-sozialisiert, ist der 57-Jährige seit langem schon Fan, Sponsor, Logenplatzbesitzer sowie Mitglied im Freundeskreis des KSC. Beruflich hat sich der studierte Maschinenbauingenieur in Elchesheim-Illingen niedergelassen, wo er als Unternehmensberater für die JG-Gruppe sowie Geschäftsführer der JG special products GmbH tätig ist. Wohnhaft ist die Familie Gruber im benachbarten Steinmauern.

Die Frage, warum er für das sicherlich nicht leichte Präsidentenamt beim KSC kandidiert, beantwortet Gruber schnörkellos. „Ich will mein Knowhow und mein Netzwerk in die Industrie für den KSC einsetzen“, sagt er, verbunden mit dem Hinweis, schon immer ein Macher und Gestalter gewesen zu sein.

Zu machen gibt es beim KSC so einiges, das ist Gruber bewusst. „Wichtigstes Ziel ist es, den KSC in eine wirtschaftlich und sportlich wettbewerbsfähige Lage zu bringen“, sagt er. Zum einen müssten zusätzliche Vermarktungskonzepte erschlossen werden, zum anderen vorhandene und potenzielle Geldgeber mehr umhegt und gepflegt werden. „Wir müssen wieder lernen, Kunden zu gewinnen“, sagt Gruber. Nicht zuletzt darin sieht er eine seiner Stärken.

Dafür müsse der KSC allerdings in allen Bereichen attraktiver werden, stellt er fest. Was das Sportliche anbelangt, ist Gruber ein klarer Befürworter externer Hilfe. „Wir brauchen sportliche Berater, die kompetent als Kontrollorgan die Verantwortlichen des Bereichs Sport unterstützen und überprüfen“, findet er. Ein zentraler Punkt ist auch bei ihm die Jugendarbeit. „Wir brauchen unbedingt ein Umfeld, in dem es möglich ist, die Jugendspieler wieder näher an die Profis heranzuführen“, sagt Gruber.

Die Abmeldung der zweiten Mannschaft bezeichnet er dementsprechend als „großen Fehler“. Dass dieser nur schwer zu beheben ist, ist Gruber bewusst: „Das wird ein weiter Weg, aber den müssen wir gehen.“


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