KSC: Ohne Torjäger ins Erzgebirge

Karlsruhe (ket) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC befindet sich mitten im Abstiegskampf und muss am Sonntag in Aue dringend punkten – jedoch ohne Lebensversicherung Philipp Hofmann. Der Stürmer fehlt gelbgesperrt.

Fehlt dem KSC am Sonntag in Aue aufgrund einer Gelbsperre: Stürmer Philipp Hofmann (blaues Trikot). Foto: Prang/GES

© Prang/Witters/Pool via GES-Sportfoto

Fehlt dem KSC am Sonntag in Aue aufgrund einer Gelbsperre: Stürmer Philipp Hofmann (blaues Trikot). Foto: Prang/GES

Vielleicht sollte Christian Eichner die beiden Termine einfach an die Kabinentür pinnen – als Warnung und Abschreckung zugleich. Auf 7. und 11. Juli hat die DFL gestern die beiden Relegationsspiele terminiert, die der Drittletzte der Zweiten Liga gegen den Drittliga-Dritten zu absolvieren hat. Zumindest laut aktuellem Tabellenstand müsste der Karlsruher SC im allerletzten Kampf um den Klassenerhalt somit gegen Waldhof Mannheim oder die punkt- und torgleiche SpVgg Unterhaching antreten. Und das – vor allem Ersteres – kann ja nun wirklich keiner der Blau-Weißen wirklich wollen.

Fünf Spiele bleiben Eichners Truppe noch, um das zu verhindern. Zwei Punkte trennen den KSC derzeit von Platz 15, also dem rettenden Ufer. Andererseits sind es auch nur zwei Zähler Vorsprung auf Rang 17, der am Ende den direkten Abstieg bedeuten würde, ganz ohne Relegation. Die Lage ist und bleibt also ernst für die Badener. Dass Erzgebirge Aue, der VfB Stuttgart, Jahn Regensburg, Arminia Bielefeld und die SpVgg Greuther Fürth die noch ausstehenden Gegner sind, lässt die Chose nicht weniger brenzlig erscheinen, ganz im Gegenteil.

Fußballer reden in solchen Fällen gerne von Endspielen, was so ganz falsch ja auch nicht ist. Und zumindest statistisch gesehen stehen die Chancen auf Erfolg im ersten, nämlich jenem am Sonntagmittag (13.30 Uhr) bei Erzgebirge Aue, für die Karlsruher nicht so ganz besonders gut. Von den letzten zehn Partien gegen die Sachsen hat der KSC schließlich nur eines gewonnen.

Für KSC-Coach Eichner ist solcherlei freilich weder ein schlechtes noch ein gutes Omen. Es ist ihm vielmehr weitgehend egal. Der 37-Jährige, so sagt er es selbst, kümmert sich lieber um jene Dinge, die er mit seiner Arbeit selbst beeinflussen kann – und was das anbelangt, hat der KSC zuletzt durchaus Fortschritte gemacht, vor allem was die Kompaktheit anbelangt. Niedergeschlagen hat sich das in einem Sieg sowie drei Unentschieden seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Corona-Pause, was sich durchaus sehen lassen kann für eine Mannschaft im Abstiegskampf, ebenso wie die lediglich zwei Gegentore, die die Badener in diesen vier Spielen kassiert haben. Andererseits hat der KSC aber auch nur vier Treffer erzielt, was unterm Strich schlichtweg zu wenig war, um sich in der Tabelle weiter nach vorne arbeiten zu können.

Doppelspitze als Hofmann-Ersatz?

Bezüglich der Partie in Aue rückt das diese eine Frage von ganz alleine in den Fokus: Wie will der KSC das gelbgesperrte Fehlen von Torjäger Philipp Hofmann (13 Saisontore) kompensieren? Die Möglichkeit, den KSC-Stürmer vom Dienst eins zu eins zu ersetzen, hat Eichner, daraus macht er keinen Hehl, in seinem Kader nicht, zumal Babacar Guèye nach seiner Verletzung erneut fehlen wird. „Es wird eine andere Art der Sturmspitze geben“, sagt der KSC-Coach dementsprechend. Die Namen Marco Djuricin, Anton Fink und Martin Röser fallen in diesem Zusammenhang. Nicht ausgeschlossen sei zudem, so Eichner, dass er die Grundordnung ändere und den fehlenden Hofmann durch zwei Stürmer ersetzt.

So oder so: Gänzlich unbesiegbar scheinen die Auer – Statistik hin, Hofmanns Absenz her – aktuell selbst für den KSC nicht. Aus den letzten drei Partien hat die Mannschaft von Dirk Schuster lediglich einen Punkt generiert. „Eine negative Phase“, hat Jerôme Gondorf ihr gestern deshalb attestiert. Der KSC täte gut daran, diese zu nutzen.

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Erstellt:
6. Juni 2020, 07:00 Uhr
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