KSC-Spiel gegen Sandhausen abgesetzt

Karlsruhe (da) – Das für Sonntag vorgesehene Zweitligaspiel zwischen dem KSC und Sandhausen wurde aufgrund von massiven Coronafällen im KSC-Lager abgesetzt und soll am 8. Februar nachgeholt werden.

Trainer Christian Eichner (Zweiter von links) schart seine Profis die nächsten Tage nicht um sich. Foto: Hege Prang/GES

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Trainer Christian Eichner (Zweiter von links) schart seine Profis die nächsten Tage nicht um sich. Foto: Hege Prang/GES

Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) sitzen sie an Freitagen auch nicht gerne ewig. So machte man den Antrag aus Karlsruhe in Frankfurt nicht noch zur Hängepartie. Das ursprünglich für diesen Sonntag vorgesehene Zweitligaspiel zwischen dem KSC und dem SV Sandhausen wurde abgesetzt und soll am 8. Februar, Anstoß ist dann im Wildparkstadion um 18.30 Uhr, nachgeholt werden. Diese Entscheidung traf die DFL nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Karlsruhe.
Besprochen hatte der KSC mit dem Amt davor bereits, dass alle 18 zwischenzeitlich infizierten Spieler für sieben Tage und alle deren Kontaktpersonen, also auch die neun nicht infizierten und gesunden Spieler, mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben sollen. Zudem werden weder das Trainerteam mit Christian Eichner, Zlatan Bajramovic, Markus Miller und Florian Böckler noch die Physiotherapeuten wegen bestätigter Omikron-Infektionen bis Mittwoch ihren Jobs nachgehen. „Theoretisch könnten die geboosterten Kontaktpersonen mehr machen. Aber angesichts unserer Infektionsrate wäre es Unsinn, würden wir sie zu früh zusammenrufen. Das Gesundheitsamt war mit diesem Vorgehen einverstanden. Jetzt wollen wir es hinter uns bringen, ohne dass es noch einen Rattenschwanz gibt“, sagte Vereinsarzt Marcus Schweizer, nachdem am Freitag zu den 16 bekannten zwei weitere infizierte Spieler hinzugekommen waren.

Spielbetrieb ruht zwei Wochen

Wenn es in der laufenden Runde überhaupt einen günstigen Zeitpunkt für einen derartige Infektions-Ausbruch gibt, so wäre er genau getroffen: Der Spielbetrieb in der Liga wird nach diesem Spieltag knapp zwei Wochen ruhen und der KSC planmäßig erst wieder am 5. Februar bei Werder Bremen um Punkte spielen. Drei Tage später kommt es dann zum Treffen mit Sandhausen.

Eichner, seit der Pressekonferenz nach dem Pokalsieg bei 1860 im wörtlichen Sinne abgetaucht, meldete sich am Freitag aus seinem Keller in Rutesheim zurück. „Da ist zumindest ein Fernseher“, beschrieb er seine isolierte Situation ironisch. Dorthin, ins Basement seines Hauses, habe er sich zurückgezogen, um von Frau und Tochter abgesondert zu sein. Über Symptome hätten einige aus der Mannschaft und dem Staff nach der Heimkehr aus München geklagt. Er selbst habe sich gefühlt, als sei er „mit Vollgas vom Lkw überfahren“. Eichner war nach der Absage der DFL erleichtert: „Allen Betroffenen geht es soweit gut, das ist das Wichtigste. Wir sind froh, dass die DFL unserem Antrag stattgegeben hat, denn an ein normales Ligaspiel war unter diesen Umständen nicht zu denken.“

Kritik an der DFL-Spielordnung sparte Eichner dennoch nicht aus: Dass die Liga verletzte und gesperrte Spieler als einsatzfähig hinzurechnet, wenn es darum geht, ob gespielt werden muss oder nicht, sei „grotesk“. Der KSC unterschritt letztlich nach Abzug seiner 18 Infizierten den vorgesehenen Anteil von neun notwendigen Lizenzspielern um einen. Denn Paul Löhr, Robin Bormuth, Sebastian Jung, Leon Jensen, Kyoung-Rok Choi und Malik Batmaz könnten aktuell nicht spielen. Heißt: Der KSC hätte für Sonntag mit U-19-Spielern eine Not-Elf zusammenbekommen, darunter wären aber nicht mehr als fünf einsatzfähige Profis gewesen.

Die Entscheidung für das Trainingslager Anfang Januar in Spanien möchte Eichner nachträglich nicht als falsch bewerten. „Wenn ich überlege, dass Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 zuhause geblieben sind und auch drei oder vier Fälle hatten, kurz nachdem sie gestartet sind, weiß ich nicht genau. Aber es hilft momentan wenig, uns darüber Gedanken zu machen.“ Zwei Tage nach der Rückkehr aus Andalusien war zunächst bei Torwart Markus Kuster eine Infektion bestätigt worden. Einige Tage später zeigte sich die nächste bei Kilian Jakob, der im Spiel bei Darmstadt 98 noch auf der Ersatzbank Platz genommen hatte.

Interessant wird sein, ob sich die Verschiebung des Sandhausen-Spiels für den KSC wirtschaftlich positiv auszahlt. Das wäre dann denkbar, sollte die Politik von der bisherigen Verordnungslage abweichen. Am Sonntag hätten nach Maßgabe der Landesverordnung nur 500 Zuschauer ins Wildparkstadion gedurft. KSC-Geschäftsführer Michael Becker hatte noch Mitte der Woche von seiner Hoffnung gesprochen, dass ab Februar markant mehr Besucher in die Arenen dürfen.

Ihr Autor

René Dankert

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Erstellt:
21. Januar 2022, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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