KSC-Spiel gegen Würzburg steht auf der Kippe

Karlsruhe (rap) – Nachdem zwei Spieler der Würzburger Kickers positiv auf Corona getestet wurden, ist es unklar, ob die Partie am Freitag zwischen dem KSC und den Franken stattfinden kann.

„Das haben wir überhaupt nicht im Kopf“: Jerôme Gondorf (rechts) über die Torlos-Serie im Wildpark. Foto: Uli Deck/dpa

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„Das haben wir überhaupt nicht im Kopf“: Jerôme Gondorf (rechts) über die Torlos-Serie im Wildpark. Foto: Uli Deck/dpa

„Die Freude“, sagte Christian Eichner am Donnerstag bei der virtuellen Pressekonferenz, „ist sehr groß, dass wir wieder auf den Platz durften. Jeder lechzt danach, wieder um Punkte zu spielen“. Natürlich beim KSC-Trainer höchstpersönlich, selbstredend auch bei seinem Assistenten Zlatan Bajramovic, aber zuvorderst natürlich „bei seinen Jungs“, also den Zweitliga-Kickern des Karlsruher SC, die in den vergangenen zwei Wochen aufgrund mehrerer Corona-Fälle in Quarantäne gewesen waren.

So blieb Jerôme Gondorf statt Zweikämpfen im Mittelfeld etwa nur das Duell mit seiner kleinen Tochter im heimischen Garten. „Und die hing wie eine Klette an mir“, sagte der KSC-Kapitän und lachte. Doch all die Vorfreude, wieder den Ball am Fuß statt den Po auf dem Spinningrad zu haben, erlitt am Freitagmittag um 13.50 Uhr einen herben Dämpfer. Da nämlich machte der heutige Gegner, die Würzburger Kickers, publik, dass zwei namentlich nicht genannte Spieler positiv auf Covid-19 getestet und umgehend vom Rest des Kaders separiert wurden. Ob der restliche Teil dem Duo in die Quarantäne folgen muss, stand gestern Abend noch nicht fest. Die Ergebnisse einer weiteren PCR-Testung standen noch aus und werden für heute Vormittag erwartet.

Eichner hat Verständnis für Quarantäne-Trainingslager

Fallen diese negativ aus, wird sich der Kickers-Tross auf den Weg vom Fränkischen in Richtung Wildpark machen, sollten sich jedoch weitere Corona-Infektionen dazugesellen, dürfte das Würzburger Gesundheitsamt wohl keine Gnade walten lassen und das Tabellen-Schlusslicht in Quarantäne schicken. Dann ereilt die Santelli-Elf das gleiche Schicksal wie zuletzt den KSC, den SV Sandhausen und Holstein Kiel im deutschen Fußball-Unterhaus sowie die Berliner Hertha in der Beletage. Auch beim KSC gab es am Donnerstag wieder einen Corona-Verdacht: Ein Mitglied des Funktionsteams wurde beim obligatorischen Schnelltest positiv getestet. Das Ergebnis des PCR-Tests steht noch aus.

Wahrscheinlich dürfte sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach den weiteren Fällen in Würzburg in ihrem Vorgehen, vor den letzten beiden Spieltagen ein Quarantäne-Trainingslager anzuordnen, bestätigt sehen. „Überrascht“ sei er von der DFL-Maßnahme nicht gewesen, erklärte „Eiche“ gestern. Vielmehr sei dieser Schritt „nachvollziehbar, weil es für die Vereine notwendig ist, dass die Runde zu Ende gespielt wird“.

Endet die Torlos-Serie nach fünf Spielen?

Im Fokus stand gestern sowieso erstmal die Partie gegen die Würzburger Kickers – so sie denn stattfindet. „Momentan beschäftigen wir uns damit nicht. Wenn es leider ausfallen würde, gibt’s halt zwei Trainingstage mehr“, führte Eichner den positiven Nebenaspekt einer möglichen Absage an, um den negativen gleich folgen zu lassen: „Aber eben auch ein Spiel mehr.“ Deshalb, so der KSC-Coach weiter, „beschäftigen wir uns eher mit der Geschichte, dass es morgen um 18.30 Uhr wieder losgeht“.

Dann nämlich möchte der KSC in der Liga erfolgreich aus der Quarantänezeit mitten hinein in das Mammutprogramm (vier Partien in elf Tagen) starten. „Wir waren voller Elan bei den heimischen Trainingseinheiten dabei“, erklärte Kapitän Gondorf. „Wenn wir unsere PS auf den Platz bringen, dann bin ich felsenfest davon überzeugt, dass die Punkte hier bleiben.“ Damit dies gelingt, muss zuvorderst aber der Torfluch im Wildpark gebannt werden. Seit Anfang Februar ist die Eichner-Elf auf heimischem Geläuf ohne eigenen Treffer – mittlerweile sage und schreibe fünf Partien. Der letzte eigene Treffer datiert von Ende Januar beim 1:0 gegen Hannover 96 – bezeichnenderweise war dies noch ein Eigentor der Niedersachsen. Ob die Torlos-Serie die Spieler beeinflusst? „Das haben wir überhaupt nicht im Kopf“, versicherte Gondorf: „Es bringt nicht viel, uns darüber Gedanken zu machen.“

„Wollen sehr, sehr gutes Ausrufezeichen setzen“

Vielmehr dürften die Blau-Weißen das Hinspiel in Würzburg im Kopf abgespeichert haben. Mit dem wilden Spiel in Franken, dass der KSC 4:2 gewann und dabei das Kunststück zu Weg brachte, alle sechs Tore zu erzielen, begann schließlich aus Karlsruher Sicht der goldene Monat Januar, an dessen Ende 16 von 18 Punkten standen, Siege gegen die Topteams Fürth, Kiel und Bochum – und ein Quantensprung in der Tabelle von Platz 14 auf Rang fünf folgte. Mittlerweile sind die Badener durch die Zwangspause auf Rang acht abgerutscht, eine Platzierung, von der die Gäste freilich nur träumen können.

Das Schlusslicht steht mit einem Bein bereits wieder in der dritten Liga, muss dringend punkten, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. „Es ist eine der letzten Möglichkeiten für den Verein, nochmal den Turnaround zu schaffen. Deshalb erwarte ich eine Mannschaft, die voll auf Sieg spielen wird“, sagte Eichner. Aufgrund der Gemengelage – erstes Spiel nach der Quarantäne, Tabellensituation der Kickers – ist der 38-Jährige „gespannt, was es für ein Spiel geben wird“.

Doch eins versicherte Christian Eichner ganz zum Schluss der virtuellen Pressekonferenz: „Die Mannschaft ist total fokussiert, die Gier ist da, um nochmal zu punkten. Wir wollen ein sehr, sehr gutes Ausrufezeichen setzen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
22. April 2021, 20:01 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 29sec

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