KSC: Systemfrage mit Brisanz

Karlsruhe (ket) – Nach der 2:4-Heimniederlage gegen Paderborn ist der Karlsruher SC um Wiedergutmachung bemüht – am Samstagabend gegen den Hamburger SV. Die Systemfrage könnte entscheidend sein.

Bleibt Philipp Hofmann (links) weiterhin Alleinunterhalter im KSC-Sturm oder erhält er Unterstüzung? Trainer Christian Eichner grübelt noch. Foto: Roland Weihrauch/dpa

© dpa-avis

Bleibt Philipp Hofmann (links) weiterhin Alleinunterhalter im KSC-Sturm oder erhält er Unterstüzung? Trainer Christian Eichner grübelt noch. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Die Frage nach dem richtigen System war schon immer eine bedeutende, auch im Fußball ist das nicht anders. Aktuell kann Christian Eichner davon ein Liedchen singen, schließlich hat die Debatte im Wildpark gerade Einzug gehalten. 4-3-3 oder doch besser 4-4-2?, so lautet in Zahlenkolonnen transferiert die Frage, die der Trainer des Karlsruher SC vor der Partie am Samstagabend (20.30 Uhr/Sport1) gegen den Hamburger SV zu beantworten hat.

Auf deutsch geht es ganz einfach darum, ob Eichner mit wie gewohnt nur einem oder doch besser mit zwei Stürmern spielen lassen sollte.

Es ist in diesem Fall nicht nur eine bedeutende, sondern eine nahezu brisante Frage, zumindest im zweiten Entscheidungsschritt könnte sie dazu werden. Im ersten geht es derweil vor allem darum, zu klären, mit welchem Spielsystem sich Eichners Forderung nach einer stabileren Defensive und einer damit einhergehenden höheren Siegwahrscheinlichkeit als zuletzt wohl am ehesten erfolgreich umsetzen lässt. 14 Gegentore in den letzten sechs Spielen kassierte der KSC. Das sind 2,3 im Schnitt – und nicht nur nach Eichners Geschmack deutlich zu viele. „Wir müssen wieder besser verteidigen“, hatte er nicht zuletzt nach dem Zwölf-Minuten-Debakel gegen Paderborn als Losung der Stunde ausgegeben.

Wer müsste für Schleusener weichen?

Das heißt freilich keineswegs, dass das Spiel mit zwei Spitzen aus der Verlosung gefallen ist. Ganz im Gegenteil: Just gegen Paderborn gewann der KSC ja mit der Hereinnahme von Fabian Schleusener als zweite Sturmkraft neben Philipp Hofmann Struktur und Klarheit zurück, auch defensiv. Ein bisschen war es das Motto, nach dem Angriff die beste Verteidigung ist, das da wirkte – und aus dem 0:4 zur Pause wenigstens noch ein halbwegs versöhnliches 2:4 machte. Aber ob das wohl von Beginn an auch gegen den HSV das Mittel zum Erfolg sein könnte?

Für Eichner ist es vor allem eine einfache Rechnung. „Wenn ein zweiter Stürmer reinkommt, muss ein anderer Spieler raus“, sagt er. An der Viererkette wird er kaum rütteln, die Außen sind ebenfalls gesetzt, in der Zentrale genießt Spielmacher Marvin Wanitzek Artenschutz. Bleiben als Kandidaten: Jerôme Gondorf und Tim Breithaupt. Genau das macht die Entscheidung zusätzlich so brisant. Der eine ist schließlich Kapitän der Mannschaft und bis auf wenige Ausnahmen wie etwa gegen Paderborn, wo er nach der Pause für Schleusener weichen musste, ihr Vorkämpfer. Der andere wurde gerade erstmals in die U 20 des DFB berufen. Kann und will Eichner tatsächlich einen Jung-Nationalspieler auf die Bank setzen?

Einstellung wichtiger als Aufstellung

Noch, so sagt es der Karlsruher Fußballlehrer, habe er sich nicht final entschieden. Und er sagt auch, dass es ganz am Ende ohnehin weniger auf seine Auf- als vielmehr die Einstellung der Spieler ankomme. Gegen Paderborn hat die eine quälende Halbzeit lang überhaupt nicht gestimmt. Heute gegen Hamburg soll das ganz anders werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

Zum Artikel

Erstellt:
5. November 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.