KSC-Trainer Eichner im Interview

Karlsruhe (ket) – Die vergangenen 14 Tage verbrachte der Karlsruher SC nach einigen Corona-Fällen in Quarantäne. Trainer Christian Eichner gibt Auskunft über diese Zeit – und die Folgen.

„Wir versuchen, aus einem ausgeruhten Zustand unsere Vorteile zu ziehen und die drei Punkte in Karlsruhe zu lassen“: KSC-Trainer Christian Eichner über die Partie am Freitag gegen die Würzburger Kickers. Foto: Uli Deck/dpa

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„Wir versuchen, aus einem ausgeruhten Zustand unsere Vorteile zu ziehen und die drei Punkte in Karlsruhe zu lassen“: KSC-Trainer Christian Eichner über die Partie am Freitag gegen die Würzburger Kickers. Foto: Uli Deck/dpa

Am Mittwoch endet die 14-tägige Corona-Quarantäne des Karlsruher SC. Trainer Christian Eichner hat BT-Redakteur Frank Ketterer verraten, wie es war – und wie es jetzt weitergeht.

BT: Herr Eichner, wie sind Sie und die Mannschaft durch die Quarantäne gekommen?
Christian Eichner: Ganz gut. Wir haben uns jeden Morgen im Rahmen des Möglichen sportlich sehr, sehr gut betätigt. Unser Fitnesscoach Florian Böckler hat dafür sehr gute Programme zusammengestellt. Außerdem hatten wir ein, zwei Mal auch einen externen Coach zu Gast, schon um für etwas Abwechslung zu sorgen. Aber jetzt freuen wir uns natürlich darauf, wieder auf den Platz zu dürfen.

BT: Was in den zurückliegenden 14 Tagen hat sich als besonders schwierig erwiesen, was war einfacher als gedacht?
Eichner: Ich bin normalerweise nicht der ganz große Freund von Videokonferenzen, aber in diesem Fall war das sehr, sehr angenehm. Die Jungs konnten sich auf diese Weise jeden Morgen sehen und miteinander sprechen, auch nach dem Training.

„Eine Art virtueller Trainingsraum“

BT: Das heißt, es wurde eine Art virtuelle Kabine geschaffen?
Eichner: Es war eher eine Art virtueller Trainingsraum. In den konnte sich jeder zuschalten, um zusammen mit den anderen zu trainieren – und manchmal wurde danach eben auch noch so gequatscht.

BT: Wie haben sich die Spieler größtenteils fit gehalten?
Eichner: Für die Ausdauer gab es unter anderem Spinning. Wer einen Garten hat, konnte dort auch Sprintübungen machen. Im Prinzip ging es darum, eine ganz normale Trainingswoche abzubilden, auch was die Intensität anbelangt, natürlich in einem ganz, ganz anderen Rahmen und unter völlig anderen Bedingungen. Was bei alledem zumindest größtenteils auf der Strecke geblieben ist, sind die sportartspezifischen Bewegungen.

BT: Am Freitag steht schon die Partie gegen die Würzburger Kickers an. Wie wird das Training auf dem Platz bis dahin aussehen?
Eichner: Wir werden am Mittwochvormittag eine ganz niedrig dosierte Einheit abhalten, um die Jungs erstmal ankommen zu lassen. Am Nachmittag wird dann eine schon etwas längere und intensivere Einheit folgen, bevor dann am Donnerstag noch ein kurzes, aber schon knackiges Abschlusstraining ansteht. Spätestens am Freitagabend sehen wir dann, ob wir mit unseren Maßnahmen richtig gelegen sind.

„Wir werden mit Sicherheit das ein oder andere Mal öfter wechseln“

BT: Danach geht es Schlag auf Schlag mit Spielen im Drei-Tage-Rhythmus. Bleibt da überhaupt noch Zeit für Training – oder geht es mehr um Regeneration?
Eichner: Das ist eindeutig mehr Regeneration. Man fährt nach dem Spiel runter – und ganz, ganz schnell vor dem nächsten Spiel wieder hoch. Da gilt es einfach, eine gute Mischung zu finden, auch was den Einsatz des Personals anbelangt. Wir werden mit Sicherheit das ein oder andere Mal öfter wechseln – und das sowohl vor als auch während des Spiels.

BT: Hat Ihr 50-Punkte-Ziel bei alledem noch Bestand?
Eichner: Auf alle Fälle. Aber jetzt geht es erstmal um die Partie am Freitag. Da werden wir versuchen, aus einem ausgeruhten Zustand unsere Vorteile zu ziehen und die drei Punkte in Karlsruhe zu lassen. Ich glaube, dass man all die negativen Dinge der Quarantäne mit Attributen wettmachen kann, die unsere Mannschaft durch die Saison getragen haben, nämlich eine große Mentalität, ein großer Zusammenhalt und ein großes Herz. Das sind Werkzeuge, die wir auch in den nächsten Wochen dringend brauchen werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
19. April 2021, 16:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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