KSC: Trainingsauftakt vor 400 Fans

Karlsruhe (rap) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC ist am Dienstagmorgen im Wildparkstadion in die Saisonvorbereitung gestartet. Mit dabei war auch Rückkehrer Marvin Pourié.

Endlich wieder den Ball am Fuß: Jerôme Gondorf, Dominik Kother und David Trivunic (von links). Foto: Markus Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

Endlich wieder den Ball am Fuß: Jerôme Gondorf, Dominik Kother und David Trivunic (von links). Foto: Markus Gilliar/GES

Christian Eichner hatte beste Laune. Während seine Jungs zum Aufwärmen lockere Runden auf der Baustelle Wildparkstadion drehten, scherzte und lachte der KSC-Coach mit seinem Co-Trainer Zlatan Bajramovic um die Wette. „Nach einer gewissen Urlaubszeit ist es immer schön, wenn man wieder zur Arbeit kann“, sagte Eichner und schob gleich hinterher: „Ich bin eh so ein Typ, dem ein, zwei Wochen Erholung reichen.“ Grund zur Freude hatte der 37-Jährige allemal, durfte er am Dienstagmorgen zum Trainingsauftakt nicht nur 22 Spieler – lediglich Stürmer Babacar Guèye fehlte –, sondern auch 400 Fans begrüßen.

„Tolle Geschichte heute, tolle Geschichte mit den Zuschauern, ganz tolle Geschichte, dass wir heute mal im Stadion trainieren durften“, lautete Eichners Resümee nach dem locker-leichten, 90-minütigen Aufgalopp in die Saisonvorbereitung. In sechs Wochen (11./12. September) steht dann mit der Heimpartie gegen Union Berlin in der ersten Runde des DFB-Pokals das erste Pflichtspiel auf dem Programm, eine Woche später folgt der Liga-Auftakt. Das erste Testspiel für die Eichner-Elf steht wohl am kommenden Samstag im Wildpark an, da der KSC sich bereit erklärt hat, die Kosten für die seitens der Deutschen Fußball Liga vorgeschriebenen Corona-Tests des FSV Frankfurt zu übernehmen.

Dass sich am Dienstag auf der Haupttribüne – natürlich mit dem notwendigen Mindestabstand – auch Trainingskiebitze, größtenteils junge, blau-weiße Fans mit ihren Eltern, einfanden, war in Corona-Zeiten ein fast schon in Vergessenheit geratenes Gefühl, wie auch Neuzugang Markus Kuster feststellte. „Es war sehr cool, vor dieser Kulisse ins Training einzusteigen. Ich habe mir sagen lassen, dass normalerweise, wenn Corona nicht wäre, noch mehr Zuschauer kommen würden. Es war schön, dass einige Fans hier waren, es hat richtig Spaß gemacht. Ich hab‘ total Bock auf die nächsten Wochen und Monate“, lautete das Fazit des Torhüters, der sich nach dem Abgang von Stammtorwart Benjamin Uphoff mit Marius Gersbeck um den Platz zwischen den Pfosten streiten wird.

Guèye verpasst Corona-Tests

Streit wird es aber unter den beiden Keepern nicht geben, wie der 26-Jährige erklärte: „Ich verstehe mich mit Marius sehr gut, er ist ein sehr sympathischer Junge.“ Dass der Österreicher, der vom SV Mattersburg in den Wildpark wechselte, sich aber nicht kampflos auf die Bank setzen wird, machte er deutlich. „Ich werde mich in jedes Training reinhauen, will mich weiterentwickeln, Vollgas geben und dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich machen.“

Nach dem letzten Ton des Badner Lieds versammelte „Eiche“ unter dem Applaus von 400 Zuschauern um 9.40 Uhr seine Spieler auf dem satten Grün, nach Aufwärm- und Passübungen stand schließlich ein 45-minütiges Abschlussspiel auf dem Programm. Mit dabei war auch der zuletzt an Eintracht Braunschweig ausgeliehene Rückkehrer Marvin Pourié (Eichner: „Stand jetzt ist er ganz normal Spieler von mir.“) und auch Sturmkollege Philipp Hofmann, der ja bekanntlich auf der Einkaufliste einiger Erstligisten stehen soll. Der dritte Angreifer im Bunde, Babacar Guèye, fehlte. Der Grund: Der Stürmer war nicht wie geplant nach Deutschland zurückgeflogen und verpasste daher die obligatorischen Corona-Tests am Wochenende. „Er muss jetzt wie alle anderen ganz normal zwei Tests machen. Ich hoffe, dass er aus dem Senegal nichts mitgebracht hat“, sagte Eichner, der Guèye am Freitag im Training erwartet.

Deutliche Ansage von Bormuth

Zwei erfolgreiche, sprich negative Corona-Tests konnte dagegen Robin Bormuth vorweisen, weshalb auch der ablösefreie Neuzugang von Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf am Dienstag erstmals mit dem Team trainieren durfte – obwohl er erst am Montag den Vertrag im Wildpark unterschrieben hatte. „Ich wollte unbedingt beim ersten Trainingstag bei der Mannschaft sein und mittrainieren. Das hätte nicht funktioniert, wenn wir den ersten Test erst am Montag gemacht hätten. Darauf hatte ich keine Lust, ich wollte sofort die Mannschaft kennenlernen auf dem Platz, deshalb bin ich am Samstag kurz angereist und habe den ersten Test gemacht“, verriet der 24-jährige Innenverteidiger, dessen Ziel es ist, „den Klassenerhalt nicht erst am letzten Spieltag einzutüten, sondern so früh wie möglich“.

Damit dies gelingt, möchte der 1,90-Meter-Schlaks Stammspieler werden und auch eine Führungsrolle in der Mannschaft einnehmen. „Das ist ganz klar so kommuniziert, das ist auch mein Anspruch. Umgekehrt lasse ich mich an dem Anspruch auch gerne messen“, erklärte Bormuth, der aber, wie auch die anderen KSC-Kicker, zunächst das Training vor Zuschauern sichtlich genoss: „Aufgrund von Corona ist es nicht selbstverständlich, dass man vor Fans trainieren kann. Für uns war es super, dass wir nach der Sommerpause so empfangen worden sind. Es hat riesig Spaß gemacht, der Platz war super, eine rundum gelungene Einheit.“

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Erstellt:
4. August 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
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