KSC bleibt optimistisch

Karlsruhe (rap) – Trotz seiner drei Niederlagen in Serie geht der KSC optimistisch in die kurze Pause.

Ständiger Unruheherd: Malik Batmaz (blaues Trikot) zeigt gegen den HSV eine starke Leistung im Sturm. Foto: Markus Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

Ständiger Unruheherd: Malik Batmaz (blaues Trikot) zeigt gegen den HSV eine starke Leistung im Sturm. Foto: Markus Gilliar/GES

Um das Wirken eines Fußballvereins zu beleuchten, wird gerne das Bild eines Weges gezeichnet. So befindet sich Schalke 04 momentan – tasmanisch depressiv – gerade auf schnellstem Weg in Richtung zweite Liga. Der Konkurrent im Pott, der BVB, sucht seit den Meisterjahren unter Jürgen Klopp seine Identität – Stichwort „Echte Liebe“ – und den dazu passenden Trainer. Und auch der Karlsruher SC war in den vergangenen Jahren, als die Badener stetig zwischen zweiter und dritter Liga pendelten, auf einem ziemlich steinigen Weg unterwegs.

Dass sich die Badener mittlerweile, seit Christian Eichner im Februar das Zepter an der Seitenlinie übernommen hat, auf einem hoffnungsvollen Pfad befinden, war am Montagabend auf der Baustelle Wildpark allseits zu hören. Trotz der bitteren, weil unnötigen 1:2-Niederlage gegen den Aufstiegsfavoriten Hamburger SV. Trotz einer punktetechnisch verheerenden englischen Woche mit drei Niederlagen in Serie. Dies lag zuvorderst – wenn man mal die ersten zehn Minuten ausklammert, in denen die Hanseaten durchaus mit 3:0 hätten führen können – am couragierten Auftritt gegen das Zweitliga-Schwergewicht. „Die Hinrunde war bislang ganz ordentlich, mir macht es extrem Spaß, der Trainer macht vieles richtig. Ich denke, wir gehen den richtigen Weg“, erklärte Linksverteidiger Philip Heise, der seinem Team mit seinem unnötigen Platzverweis (77.) einen Bärendienst erwiesen hatte. Und auch Kapitän Jerôme Gondorf, der sich seit Wochen als Leader der jungen Truppe präsentiert, sprach von einem „guten Zusammenhalt“ und sah – gerade seit Sommer – eine „fußballerische Entwicklung“. Kurzum: „Der Weg, den wir hier eingeschlagen haben, ist absolut der richtige“, befand der 32-Jährige.

Nach vorne ging die Post ab

Zwar offenbarte die KSC-Defensive wie auch schon gegen Aue (1:4) einige Lücken, gerade Marco Thiede auf der rechten Flanke hatte gehörige Probleme mit dem pfeilschnellen Bakery Jatta. Dafür ging nach vorne die Post ab, durch schnelles, flaches, schnörkelloses Spiel in die Spitze. Mittendrin: Eigengewächs Malik Batmaz, der ein starkes Startelf-Debüt feierte. Quirlig präsentierte sich der 20-Jährige, lauffreudig – und auch zweikampfstark. Neben Wandspieler Philipp Hofmann ein wohltuendes anderes Element in der KSC-Offensivabteilung. Lohn des starken Auftritts: Batmaz bereitete den Ausgleich – nach dem frühen Rückstand durch Jatta (3.) – von Hofmann (14.) mustergültig vor. Auch sein Trainer Christian Eichner sah das so: „Der Junge hat gewisse Qualitäten, das hat man heute gesehen. Er hat seine vorhandenen PS und seine Körperlichkeit auf den Platz gebracht. Ich war durchweg positiv überrascht.“ Ohnehin, erklärte der 38-Jährige, müsse man den jungen Leuten „vertrauen, ihnen Chancen geben“. Das sei „ein Teil des Weges, den wir eingeschlagen haben“, sagte Eichner – und meinte damit die Arbeit mit jungen Talenten wie eben jenem Batmaz, Dominik Kother oder Benjamin Goller.

Die Konstanz fehlt

Jedoch unterliegen gerade junge Spieler Schwankungen, eine gewisse Konstanz fehlt schlicht noch, wie auch die Ergebnisse in den 13 Spielen zeigen. „Den Jahresausklang hätten wir uns etwas fröhlicher vorgestellt, aber unsere Kurve insgesamt ist stellvertretend für die Liga. Wir hatten einen sehr schweren Start, dann eine fantastische Phase und jetzt hat es uns von den Ergebnissen her nochmal etwas in die Seite geschlagen“, blickte Eichner an diesem Montagabend auf die bisherige Saison zurück, verbunden mit dem Hinweis: „Ich kann mich mit dem Weg, den die Mannschaft die letzten Wochen gegangen ist, total identifizieren. Es macht Spaß, ihr zuzuschauen, aber die eine oder andere Schraube müssen wir weiterdrehen. Darauf freue ich mich im neuen Jahr.“

Und was den Hamburger SV anbelangt, der durch Torgarant Simon Terodde, der in Minute 82 mit seinem Saisontor Nummer 14 den Auswärtssieg unter Dach und Fach gebracht hatte, ließ KSC-Coach Eichner keinen Zweifel am weiteren Weg der Hanseaten: „Der Stürmer, der zum Schluss das Tor schießt, ist der Grund, warum der HSV am Saisonende die Liga verlassen wird.“

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Erstellt:
22. Dezember 2020, 16:05 Uhr
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