KSC empfängt Erzgebirge Aue

Karlsruhe (rap) – Nach dem 2:2 am Freitagabend gegen die Würzburger Kickers geht es für den Karlsruher SC in Liga zwei Schlag auf Schlag. Am Montagabend ist der KSC gegen Erzgebirge Aue gefordert.

Verpasst wegen eines dicken Sprunggelenks die Begegnung gegen Erzgebirge Aue: KSC-Mittelfeldspieler Marc Lorenz (vorne). Foto: Markus Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

Verpasst wegen eines dicken Sprunggelenks die Begegnung gegen Erzgebirge Aue: KSC-Mittelfeldspieler Marc Lorenz (vorne). Foto: Markus Gilliar/GES

Einen ersten Gruß ins Erzgebirge schickte Christian Eichner schon mal am Sonntagmittag bei der virtuellen Pressekonferenz. Der Adressat: Dirk Schuster, KSC-Legende der 90er Jahre, mittlerweile Trainer beim FC Erzgebirge Aue, dem Gegner des Karlsruher SC am Montagabend. „Dirk Schuster hat mich im Hinspiel mit dem einen oder anderen Wechsel mehr überrascht, deswegen soll Schu ruhig auch mal warten, bis ich morgen Abend das Ding freigebe“, sagte der KSC-Trainer und schmunzelte.

Damals, Mitte Dezember, lieferten die Badener beileibe kein schlechtes Auswärtsspiel in Sachsen ab, hatten auf dem fremden Platz gar mehr Spielanteile, doch scheiterte die Eichner-Elf an gnadenlos effektiven „Veilchen“ – und trat die lange Heimfahrt mit einem 1:4 im Gepäck an. Vielleicht also will „Eiche“ diesmal gegen den Tabellenzehnten den Spieß einfach umdrehen und Schuster mit dem einen oder anderen Griff in die Taktik- und Personalkiste überraschen, weshalb er am Sonntag nicht näher auf mögliche Startelfkandidaten einging. Etwa was die Personalie Tim Breithaupt anging. Der 19-Jährige lieferte am Freitag gegen Schlusslicht Würzburg ein bemerkenswert abgezocktes Startelfdebüt ab (siehe Zum Thema), doch eine Garantie für die heutige Partie bedeutete das freilich nicht. „Es ist absolut eine Option, dass Tim wieder von Beginn an aufläuft“, sagte Eichner, „aber vielleicht lasse ich ihn auch erst wieder am Donnerstag laufen.“

Fröde und Bormuth weiter in Isolation

Vielleicht aber, und das liegt eher auf der Hand, weiß der 38-Jährige selbst noch gar nicht so genau, wer am Montag um 18 Uhr bei Teil II des Mamutprogramms (vier Spiele in elf Tagen) nach dem Ende der Quarantänezeit auf dem deutlich erholten Rasen im Wildpark stehen wird. Denn Teil I, das 2:2 gegen die Würzburger Kickers, hinterließ bereits erste körperliche Spuren, auch das Thema Corona begleitet die Blau-Weißen weiterhin. Denn Lukas Fröde und Robin Bormuth befinden sich, nachdem sie am vergangenen Mittwoch Kontakt zu einem später Corona-positiv getesteten KSC-Betreuer hatten, weiterhin in Isolation. Zudem hat sich Marc Lorenz nach seiner Einwechslung ein laut Eichner „extrem blaues, lilafarbenes, gelbes und grünes Sprunggelenk“ eingefangen und wird sowohl am Montag gegen Aue als auch am Donnerstag beim Hamburger SV ausfallen. Des Weiteren bestehen „ein, zwei, drei kleinere Fragezeichen, was muskuläre Geschichten anbelangt“, erklärte Eichner, ohne Namen zu nennen. Dramatisieren wollte der KSC-Coach die Lage nicht, vielmehr sei es eine „ganz normale Situation, wenn relativ kurze Zeitdistanzen zwischen den Spieltagen liegen“.

Vielmehr zog der 38-Jährige aus dem eng getakteten Spielplan auch Positives, was zuvorderst an der letzten Szene am Freitagabend liegen dürfte. Nur noch wenige Sekunde trennten da den KSC vom Sieg, als Torhüter Marius Gersbeck, der bereits beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gepatzt hatte, im Strafraum zum Dribbling ansetzte, welches gehörig misslang und den Franken so den Ausgleich auf dem Silbertablett servierte. „Nach dieser letzten Szene am Freitag“, sagte Eichner gestern, „ist es gut, dass wir morgen schon wieder aktiv sein dürfen. Das haben wir heute endgültig abgehakt. Die Konzentration und Freude gilt nun Erzgebirge Aue.“

Eichner: „Klarer und kaltschnäuziger“ im Abschluss

Doch bevor Eichner am Sonntag auf die Stärken der „Veilchen“ zu sprechen kam („Enorm zweitligaerfahrene Mannschaft, Top Drei in der Liga im Umschaltspiel nach vorne“), hob er nochmals die vielen „ordentlichen Dinge hervor“, die er gegen Würzburg nach der dreiwöchigen Zwangspause gesehen hatte. Etwa die enorme Laufleistung (117 Kilometer), oder die durchaus vorhandenen fußballerischen Elemente in Halbzeit eins. „Keine Selbstverständlichkeit“ sei dies gewesen, so der KSC-Coach. Auch wurde der 501 Minuten andauernde Torfluch im Wildpark mit dem Treffer von Kyoung-Rok Choi gebannt. „Wir sind vor Würzburg im Dunkeln getappt. Das war ein erster Schritt, der uns gezeigt hat, was im Tank und möglich ist.“

Der zweite Schritt soll nun am Montagabend folgen gegen einen „interessanten“ Gegner aus Aue. Im Hinspiel zahlte der KSC reichlich Lehrgeld. Damit sich Geschichte nicht wiederholt, müsse sein Team „sehr, sehr clever und intelligent“ agieren sowie „klarer und kaltschnäuziger“ im Abschluss sein, forderte „Eiche“.

„Ich hoffe, dass wir aus dem Hinspiel gelernt haben. Ich gehe davon aus, dass wir einen guten KSC sehen werden“, sagte Eichner. Im Idealfall einen, der Dirk Schuster ziemlich überraschen wird.

Zum Thema

Christian Eichner ist kein Zocker. Zumindest nicht, wenn es um die Aufstellung seiner Mannschaft geht. Denn so manch einer der Medienvertreter rieb sich am Freitagabend verwundert die Augen, wem denn der KSC-Trainer da im defensiven Mittelfeld von Beginn an das Vertrauen geschenkt hatte. Ob er denn überrascht gewesen sei von der Leistung Tim Breithaupts wurde Eichner im Anschluss an das 2:2 gegen Würzburg gefragt. „Nein“, sagte Eichner ohne lange zu überlegen, „sonst hätte ich ihn nicht aufstellen dürfen. Überrascht würde bedeuten, dass ich zocken würde. Ich mache Dinge aus Überzeugung.“ Und so überzeugend „Eiche“ über das 19-jährige Eigengewächs redete, so abgezockt agierte Selbiger beim Startelfdebüt, seinem zweiten Einsatz überhaupt in Liga zwei. Breithaupt zog die Bälle an, verteilte sie mit einer enormen Sicherheit, lief Lücken gegen den Ball zu und hatte des Öfteren den Fuß dazwischen, bevor es im Ansatz überhaupt gefährlich werden konnte. Zudem steuerte er den Assist zum 2:1 bei. „Es freut mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte“, sagte Breithaupt bescheiden. „Ein tolles Gefühl“ sei das Startelfdebüt gewesen. „Tim war präsent, es hatte alles Hand und Fuß“, sagte Eichner und befand: „Deswegen nicht überrascht, sondern bestätigt.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
26. April 2021, 07:30 Uhr
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