KSC empfängt spielstarkes Greuther Fürth

Von Christian Rapp

Karlsruhe (rap) – Nachlegen gewünscht: Nach dem 4:2-Sieg in Würzburg will der Karlsruher SC am Freitag auch im zweiten Spiel des Jahres erfolgreich sein – mit Fürth wartet aber ein großes Kaliber.

KSC empfängt spielstarkes Greuther Fürth

„Ich finde immer besser rein. Ich freue mich, dass ich in Würzburg getroffen habe, aber das ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft“: Benjamin Goller (rechts). Foto: Helge Prang/GES

Den ersten, ziemlich erfolgreichen Schritt in das Jahr 2021 hat der Karlsruher SC mit dem 4:2-Sieg bei den Würzburger Kickers freilich gemacht. Am Freitagabend soll nun der nächste folgen, wenngleich unterschiedlicher die Schrittlänge kaum sein könnte. Während die Badener mit dem Dreier beim abgeschlagenen Liga-Schlusslicht lediglich eine lästige Pflichtaufgabe erfüllt haben, wartet am Freitag um 18.30 Uhr auf der Baustelle Wildpark mit der Spvgg Greuther Fürth, immerhin Tabellendritter, ein anderes Kaliber. Ein ganz anderes.

Zumindest wenn man den Worten von Christian Eichner Glauben schenken mag. „Beeindruckend“ sei er gewesen, sagt der KSC-Trainer, und meint den Auftritt – samt 7:6-Sieg im Elfmeterschießen – der Franken im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten TSG Hoffenheim. Vor allem die Art und Weise, wie das Kleeblatt gegen die Kraichgauer performte, imponierte dem 38-Jährigen: „Sie haben ihren Stiefel – positiv formuliert – unbeirrt gegen einen Bundesligisten durchgezogen. Greuther Fürth ist eine, wenn nicht gar die spielstärkste Mannschaft der Liga.“

Dass der KSC aber mit solchen Klassen-Größen mittlerweile mithalten kann, zeigte die Eichner-Truppe bereits im letzten Heimspiel 2020: Gegen den Hamburger SV (1:2) agierten die Blau-Weißen – die ersten zehn Minuten mal ausgeklammert – auf Augenhöhe, schnupperten gar an einem Punktgewinn. Weshalb Eichner feststellt: „Das Spiel und der Sieg in Würzburg haben uns Rückenwind gegeben. Auch wir haben eine gute Mannschaft.“

Goller seit Wochen im Aufwind

Und mittlerweile eine, die nicht mehr nur abhängig von den Toren ihrer ehemaligen Lebensversicherung Philipp Hofmann (sieben Saisontreffer) ist. Marvin Wanitzek (fünf) etwa, wächst, neben seiner Rolle als Strippenzieher im Mittelfeld, immer mehr in die Rolle des torgefährlichen Box-to-Box-Spielers hinein. Auch bei Benjamin Goller, der sich seit Wochen merklich im Aufwind befindet, scheint der (Tor-)Knoten geplatzt zu sein. Nach seinem Premierentreffer in Aue netzte der 22-Jährige auch in Würzburg ein. „Benni macht uns gerade große Freude. Wir haben viel mit ihm daran gearbeitet, dass er torgefährlicher wird“, sagt Eichner über seinen Tempodribbler auf der rechten Flanke. Goller selbst meint, „dass ich immer besser rein finde. Ich freue mich, dass ich in Würzburg getroffen habe, aber das ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft“. Gegen Fürth, immerhin das auswärtsstärkste Team der Liga und in der Fremde noch ungeschlagen, erwartet Goller „ein tolles Spiel“ gegen eine „sehr gute Mannschaft“.

Gegen ein spielstarkes Team, wie es die Spielvereinigung ohne Zweifel ist, schadet eine gewisse Portion Zweikampfstärke und -härte freilich nicht – normalerweise das Spezialgebiet von Mittelfeldabräumer Lukas Fröde, der aber gelbgesperrt fehlen wird. „Unser Kader bietet viele Möglichkeiten“, sagt Eichner, „wir können Lukas entweder Eins-zu-Eins ersetzen oder das System ändern. Diese Freiheit hat sich die Mannschaft erarbeitet.“ Sollte sich „Eiche“ für einen positionsgetreuen Wechsel entscheiden, könnte der 18-jährige Tim Breithaupt nach seinem Kurzeinsatz in Würzburg heute sein Startelfdebüt feiern. Neben Fröde fehlen zudem Dirk Carlson (gelb-rot-gesperrt), Sebastian Jung (muskuläre Probleme) und Stürmer Babacar Guèye nach seiner Corona-Infektion (Eichner: „Ihm geht’s gut, er zeigt keine Symptome.“).

Choi laut Eichner Startelfkandidat

Auf dem Weg zurück zu alter Stärke befindet sich Kyoung-Rok Choi nach seiner Verletzungspause. Als „Startelfkandidat“ bezeichnete ihn Eichner gestern. „Ich bin ein Freund davon, zu versuchen, immer die besten Spieler aufzustellen. Wenn er die Verfassung von vor Weihnachten hat, zählt er zu den besten Spielern bei uns.“

Und gegen so ein Kaliber wie das fränkische Kleeblatt eins ist, kann eine Portion Spielwitz sicherlich nicht schaden.