KSC feiert 3:0-Sieg gegen Darmstadt

Karlsruhe (rap) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hat einen Saisonstart nach Maß gefeiert. Nach dem 3:1 in Rostock gewann die Eichner-Elf gegen einen von Corona geplagten SV Darmstadt 98 mit 3:0.

Trifft beinahe wie er will, selbst im Fallen: Philipp Hofmann (links) erzielt das 1:0 für den KSC. Foto: Uli Deck/dpa

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Trifft beinahe wie er will, selbst im Fallen: Philipp Hofmann (links) erzielt das 1:0 für den KSC. Foto: Uli Deck/dpa

Exakt acht Minuten und 45 Sekunden dauerte es, da bebte die Baustelle Wildpark ein erstes Mal: Der „Schuldige“ war wieder einmal Goalgetter Philipp Hofmann, der nach einer Freistoßflanke von Philip Heise aus dem Gewühl heraus – und mit freundlicher Unterstützung der Darmstädter Defensive – im Fallen aus acht Metern zum 1:0 ins Tor traf – und so die 9.500 KSC-Fans bei der Zuschauer-Rückkehr vollends in Verzückung versetzte.

Nach 90 letztlich mäßigen Minuten feierte der Karlsruher SC am Freitagabend gegen eine von Corona gebeutelte Darmstädter Rumpftruppe einen verdienten 3:0-Erfolg, wusste dabei aber nur bedingt zu überzeugen. Dennoch grüßt die Eichner-Elf mindestens für 24 Stunden vom Spitzenplatz der zweiten Liga. „Kompliment an die Fans, ich hatte Gänsehaut, als ich zum Aufwärmen rausgegangen bin“, sagte Hofmann, der eine „ordentliche erste Halbzeit“ sah. „In der zweiten sind wir schwer ins Spiel gekommen, wurden zu ungenau mit den Pässen.“

Kother vergibt Großchance

Im Vergleich zum 3:1-Saisonauftaktsieg bei Aufsteiger Hansa Rostock nahm KSC-Coach Christian Eichner einen Wechsel vor: Dominik Kother ersetzte auf dem Flügel Malik Batmaz. Die durch Corona und verletzungsbedingt stark dezimierten „Lilien“ – das Spiel stand wegen sieben Darmstädter Corona-Fällen bis Donnerstagabend auf der Kippe – mussten zwangsläufig weiter improvisieren und viele Stammspieler ersetzen.

So verwunderte es kaum, dass die Gäste den Blau-Weißen von Beginn an den Ball überließen. Gleich die erste gefährliche Aktion – Freistoß Heise, unglückliche Vorlage von SVD-Verteidiger Sobiech, Schuss Hofmann – führte zum 1:0 für den KSC (9.). Doch in der Folge drängte die Eichner-Elf mitnichten auf das 2:0, vielmehr wagten sich die Hessen aus der Defensive, erspielten sich gar ein leichtes Übergewicht, wenngleich die Präzision bei den finalen Zuspielen zu wünschen übrig ließ.

Erst nach 20 Minuten übernahmen die Badener, bei denen Kapitän Jerôme Gondorf Dreh- und Angelpunkt war, wieder die Spielkontrolle – und hätten mit ihrer zweiten Chance beinahe das 2:0 erzielt. Eine Gondorf-Flanke spitzelte Hofmann, bedrängt von Jannik Müller, mit dem linken Fuß über SVD-Keeper Morten Behrens hinweg auf die Latte (25.). Nur sechs Minuten später hatten die KSC-Fans, die sich trotz mehrerer Durchsagen von Stadionsprecher Martin Wacker nur teilweise an die Maskenpflicht hielten, erneut den Torschrei auf den Lippen, doch nach einem Wanitzek-Eckball köpfte Kother knapp neben das Tor. Und der KSC machte weiter mächtig Dampf, mit zunehmender Spielzeit wirkte das letzte Darmstädter Aufgebot überfordert: Erst verschluderte Kother einen vielversprechenden Angriff, dann wurde ein Distanzschuss von Sebastian Jung gerade noch geblockt (39.).

Gersbeck verhindert den Ausgleich

Beinahe hätte der KSC auch einen Auftakt nach Maß in die zweite Hälfte gefeiert, einen Drehschuss von Hofmann parierte Behrens aber (47.). Doch fast klingelte es im KSC-Kasten: Darmstadt kombinierte sich flugs nach vorne, Stürmer Philip Tietz stand alleine vor Keeper Marius Gersbeck, der die Seinen mit einem starken Fußreflex vor dem Ausgleich bewahrte. Plötzlich hatten die „Lilien“ Oberwasser, gewannen nun auch vermehrt die Zweikämpfe und kamen in Minute 56 zum Ausgleich – bis sich der Kölner Keller, also der Videoschiedsrichter, meldete und den Treffer von Tietz wegen einer Abseitsstellung aberkannte.

Die Hausherren wirkten nun seltsam phlegmatisch, die Abstände zwischen den einzelnen Ketten stimmten nicht mehr, die Lieberknecht-Rumpftruppe kam gar zu einigen Halbchancen. Die Partie verflachte in der Folge immer mehr – bis der KSC in Minute 76 den ersten sehenswerten Spielzug in der zweiten Hälfte zu Weg brachte und das 2:0 erzielte: Die Wildparkprofis kombinierten sich über die rechte Seite Richtung Strafraum, an der Sechzehnerkante bekam Kyoung-Rok Choi vom eingewechselten Fabio Kaufmann den Ball und schlenzte ihn überlegt ins lange Eck. Nun war der Wille der Gäste gebrochen, das dritte Tor für die Hausherren folgte prompt: Wanitzek flankte, Hofmann netzte aus wenigen Metern ins leere Tor ein (79.).

Was folgte, war ein zehnminütiges Schaulaufen, begleitet von lauten „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufen der euphorisierten KSC-Anhängerschar.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
30. Juli 2021, 22:14 Uhr
Lesedauer:
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