KSC feiert Saisoneröffnung mit 750 Fans

Karlsruhe (ruf) – Am Freitagabend konnten sich 750 Anhänger des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC im BBBank Wildpark bei der offiziellen Saisoneröffnung ein Bild der Neuzugänge machen.

Freuen sich endlich wieder den BBBank Wildpark von innen zu sehen: 750 KSC-Fans bei der offiziellen Saisoneröffnung. Foto: Tim Carmele/GES

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Freuen sich endlich wieder den BBBank Wildpark von innen zu sehen: 750 KSC-Fans bei der offiziellen Saisoneröffnung. Foto: Tim Carmele/GES

Bei der zurückliegenden EM haben zahlreiche Fußballfreunde darüber geklagt, dass so viele Partien in die Verlängerung gingen. Ein Spiel über 90 Minuten sei spannender als ein zweistündiges, hieß es dann oft. Umso überraschender scheint es da, dass sich am Freitagabend gut 2.000 KSC-Fans – zwei Drittel davon im Livestream – bestens von ihrem Verein unterhalten fühlten, obwohl weder 120 noch 90 Minuten Fußball gespielt wurden. Sondern keine einzige.

Mit viel Applaus wurden bei der Saisoneröffnung des Zweitligisten bereits die einleitenden Worte von Präsident Holger Siegmund-Schultze bedacht. Die 750 Fans, die sich eines der Tickets gesichert hatten, ließen sich gerne berichten, dass der KSC optimistisch in die kommende Spielzeit geht, die für ihn am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel in Rostock beginnt.

Sprechchöre für Trainer Eichner

In der vergangenen, so Siegmund-Schultze, habe man mit dem zweit- oder drittniedrigsten Etat der Spielklasse den sechsten Tabellenplatz erreicht und somit Tugenden freigeschaltet, die wichtiger seien als Monetäres. Und zwar „Zusammenhalt und den unbedingten Willen, über sich hinauswachsen zu können“.

Wie dankbar die Fans waren, überhaupt mal wieder ein Fußballstadion von innen zu sehen, merkte man auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung, die als Ersatz für den traditionellen Familientag konzipiert worden war. Der war zuweilen von bis zu 20.000 Fans besucht worden und fiel selbstverständlich auch in diesem Sommer den Corona-Auflagen zum Opfer. Die Bereitschaft, mal wieder laut im Stadion statt still vor dem Fernseher den Spielern zuzujubeln, war jedenfalls nicht zu überhören. Schon als die Mannschaft die Tribüne betrat, brandete ein Jubel auf, den geübte Stadiongänger ansonsten eher vom Schlusspfiff nach einem überraschenden 4:0-Sieg gewohnt sind. Weniger überraschend hingegen, dass Cheftrainer Christian Eichner kurz vor Ende der Veranstaltung mit Sprechchören und stehendem Applaus gefeiert wurde.

Neuzugänge gut integriert

Ansonsten galt es, wie bei solchen Anlässen nicht unüblich viel Marketinggeklingel und Pathos zu überstehen. So wurde die Präsentation des neuen, in den badischen Landesfarben gehaltenen, Ausweichtrikots schon mal als regelrechte Weltsensation angepriesen. Gut unterhalten fühlten sich die Zuschauer derweil bei den Musikeinlagen und den Ratespielen, bei denen jeweils drei KSC-Spieler oder -Funktionäre gegeneinander antraten. Der ein oder andere Zuschauer war schließlich schon selbst im Stadion dabei, als 1987 die damals modernste Video-Anzeigetafel Deutschlands (und nicht etwa der beste Rasen, wie eine alternative Antwort gelautet hätte) im Wildpark aufgestellt wurde, und konnte dementsprechend kompetent mitraten. Dass das hochmoderne Wertstück danach nur selten funktionierte, wurde dann allerdings auch auf der ein oder anderen Sitzschale faktensicher ergänzt.

Bestens bestellt ist es 34 Jahre später hingegen dem Vernehmen nach um Kondition und Teamgeist in der aktuellen KSC-Mannschaft, die heute um 14 Uhr ihr abschließendes Testspiel gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken bestreitet. Zumindest berichtete Marvin Wanitzek, dass das gerade zu Ende gegangene Trainingslager in Österreich anstrengender und somit auch ergiebiger gewesen sei als in den Jahren zuvor. Man fühle sich bestens präpariert für die anstehende Saison, in der man gerne so gut abschneiden würde wie in der vergangenen. Glaubt man seinem Mittelfeldkollegen Jérôme Gondorf, kann sich das Publikum dann zumindest auf viel Kampf und Laufbereitschaft freuen: „Die haben unsere DNA schon aufgenommen“, berichtete der Kapitän schließlich über die Integration der Neuzugänge. „Der KSC ist erst abzuschreiben, wenn er unter der Dusche ist.“

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Erstellt:
16. Juli 2021, 21:35 Uhr
Lesedauer:
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