KSC feiert Sieg bei Schleusener-Comeback

Karlsruhe (ruf) – Der Karlsruher SC ist mit einem Testspielsieg in die Vorbereitung gestartet. Gegen den Oberligisten Freiberg gewan der KSC 2:0, auch Rückkehrer Schleusener war mit von der Partie.

Nürnberg-Retter zurück im Badischen: Fabian Schleusener (links). Foto: Helge Prang/GES

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Nürnberg-Retter zurück im Badischen: Fabian Schleusener (links). Foto: Helge Prang/GES

Wenn Profivereine Neuverpflichtungen verkünden, hält sich der Erkenntnisgewinn zuweilen in Grenzen. Am Freitagabend, als sowohl Zweitligist Karlsruher SC als auch Klassenkonkurrent 1. FC Nürnberg Fabian Schleuseners Wechsel vom Fränkischen nach Baden verkündeten, war das anders. Zumindest, wenn man es interessant findet, was beide Seiten wegließen.

Während die Franken die menschlichen Qualitäten des Angreifers in höchsten Tönen lobten, erwähnten die Badener dessen Trefferquote in seiner bislang einzigen Saison für den KSC, in der er 2017/2018 mit 17 Treffern Torschützenkönig der Dritten Liga geworden war. Dass ihm in Nürnberg, wo er die vergangenen beiden Jahre gespielt hatte, zuletzt in 46 Spielen nur ein einziges Ligator gelang, wurde hingegen vornehm weggelassen.

Dabei galt Schleusener als einer der treffsichersten Spieler der Liga, als er im vorletzten Sommer von Sandhausen nach Franken wechselte. Ein Erklärungsansatz für Schleuseners Torflaute könnte in der Vergangenheit liegen, in der Saison, in der er 17 Mal für Karlsruhe traf. Und in der Spielidee seines damaligen Trainers Alois Schwartz, die wenig mit der von FCN-Coach Robert Klauß zu tun hat. Von Schwartz trainierte Mannschaften stehen tief, da bleibt vorne viel Platz. Schleusener, der am Ball gewandt, aber nicht eben zweikampfstark ist, lag das.

Peringer-Wechsel zerschlägt sich

In Nürnberg, wo der eigene Ballbesitz gefragt ist, blieb „Schleuse“ meist im Schatten seiner Gegenspieler. Über fehlende Einsatzchancen kann er sich dabei noch nicht mal beklagen. In der vorletzten Saison, als der Club ihn trotz eines noch nicht verheilten Schienbeinbruchs verpflichtet hatte, kam er ab November noch auf 19 Einsätze, in der vergangenen Saison waren es 27, darunter allerdings viele Kurzeinsätze. Vor diesem Hintergrund, damit ließ sich Sportvorstand Dieter Hecking dann auch beim Club zitieren, verwundert es auch nicht, dass die FCN-Verantwortlichen „offene und ehrliche Gespräche“ mit Schleusener geführt hatten.

„Wir konnten ihm kein Versprechen geben, dass er auf seine Einsätze beim Club kommen wird. Am Ende haben wir seinem Wunsch auf einen Wechsel entsprochen.“ Dass es den gebürtigen Freiburger Schleusener daraufhin ins Badische ziehen würde, zeichnete sich dann spätestens ab, nachdem sich der auch vom KSC umworbene Marvin Pieringer (SC Freiburg II) für einen Wechsel zu Schalke 04 entschieden hatte.

Choi und Hofmann treffen

Beim 2:0-Sieg im Testspiel gegen den Oberligisten SGV Freiberg stand Schleusener am Samstag dann gleich in der Startelf. Zur Pause wechselte Trainer Christian Eichner einmal die komplette Elf durch, Kyoung-Rok Choi (80.) und Philipp Hofmann (85.) gelangen schließlich zwei späte Tore. „Rundum zufrieden“ war Eichner nach dem Spiel sowohl mit dem Auftritt seiner Elf als auch mit den ersten Eindrücken, die Schleusener hinterlassen hatte. Gesucht hatte man einen Stürmertyp, der neben dem gesetzten Hofmann agieren kann, der ihn aber auch ersetzen kann, wenn im 4-3-2-1-System eine Auswechslung ansteht.

So wie damals im Relegations-Endspiel in Ingolstadt, als er in der 70. Minute reinkam und eines der wichtigsten Tore in der 121-jährigen Nürnberger Vereinsgeschichte schoss: in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Der Club, der sich schon in der dritten Liga gewähnt hatte, hielt doch noch die Klasse. „Dieser eine Moment wird mich immer mit dem 1. FC Nürnberg verbinden“, weiß Schleusener. Und hat Recht: Längst hängt „Schleuses“ Trikot vom Ingolstadt-Spiel im Club-Museum. Enrico Valentini, eingefleischter Club-Fan und ebenfalls ein ehemaliger Karlsruher (2014 - 2017), hatte es sich vor Ort gesichert und es sich erst nach langem Zureden wieder von den Club-Archivaren abluchsen lassen.

„Heiligenstatus“, habe Schleusener bei den Club-Anhängern, weiß Valentini. Beim KSC erwarten sie gar nicht, dass er den auch beim eigenen Anhang erreicht. Ein paar mehr Tore als zuletzt würden schon reichen.

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Erstellt:
27. Juni 2021, 17:00 Uhr
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