KSC gastiert bei Topteam VfL Bochum

Karlsruhe (ket) – Das Beste kommt zum Schluss: Im Januar hat der Karlsruher SC gegen drei Topteams der Liga gewonnen. Am Sonntag wartet mit dem Rangzweiten VfL Bochum das nächste Schwergewicht.

Hat seine fünfte Gelbe Karte abgesessen und könnte in die Startelf zurückkehren: Robin Bormuth (rechts). Foto: Helge Prang/GES

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Hat seine fünfte Gelbe Karte abgesessen und könnte in die Startelf zurückkehren: Robin Bormuth (rechts). Foto: Helge Prang/GES

Wenn man sein breites Grinsen deuten soll, kommt man ziemlich schnell zu dem Entschluss, dass es Christian Eichner derzeit ziemlich viel Vergnügen bereitet, Christian Eichner zu sein, vor allem in Verbindung mit seinem Job. Eichners Job ist es ja, die Zweitligafußballer des Karlsruher SC in der Klasse zu halten – und jetzt, da gerade mal 18 Partien gespielt sind und der KSC bereits 29 Punkte gesammelt hat, kann man gar nicht anders, als festzustellen, dass Eichner seinen Job schon zur Halbzeit fast so gut wie erledigt hat.

Oder Mal so gesagt: Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, sollten die Blau-Weißen die acht, neun, zehn Pünktchen, die ihnen derzeit zum Klassenerhalt noch fehlen, in den noch zu spielenden 16 Partien nicht auch noch holen. Zumindest Stand heute kann man sich das beim besten Willen nicht vorstellen, zumal bei dem Januar, der hinter der Eichner-Truppe liegt: Selbst gegen die Topteams aus Fürth (3:2), Kiel (3:2) und Hannover (1:0) gingen die Badener als Sieger vom Platz, gegen Heidenheim gab es zudem ein 1:1. Alles in allem gab es im Januar vier Siege samt einem Remis – eine bessere Bilanz kann in diesem Jahr keine andere deutsche Fußball-Mannschaft aufweisen.

Ende des Monsterprogramms

Dabei war ihnen vor Monatsbeginn rund um den Adenauerring durchaus ein wenig bange vor diesem Monsterprogramm zum Jahresanfang, das ja auch zu einem Absturz in dunklere Tabellengefilde hätte führen können. Jetzt freuen sie sich, dass der Januar noch einen Tag und mit ihm ein weiteres Spiel bereit hält. Gemäß dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ gastiert die Eichner-Elf am Sonntag (13.30 Uhr) beim VfL Bochum. Zumindest vielmehr geht in dieser Liga zwei schon tabellarisch nicht. Zweiter sind die Bochumer vor diesem 19. Spieltag schließlich, nur einen Punkt hinter dem Hamburger SV.

„Bochum ist eine richtige Spitzenmannschaft geworden“, stellt Eichner dazu passend fest. Als Beweis führt der KSC-Coach den 3:2-Sieg des VfL am Donnerstag beim FC St. Pauli ins Feld. Zwei Mal machte die Elf von Thomas Reis dabei einen Rückstand wett, vor allem nach der Pause habe sie „Ruhe bewahrt und seine Klasse gezeigt“, so der KSC-Coach. Dass dessen Grinsen dabei noch ein bisschen breiter zu werden scheint, könnte damit zu tun haben, dass zunächst zwei Mal in Rückstand geraten sein muss, wer einen solchen zwei Mal wettmachen kann. Genau da setzt Eichner an. „Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass in der Rückwärtsbewegung was möglich ist für uns“, sagt er. Was frei übersetzt wohl heißen soll: Wenn St. Pauli in der Lage ist, zwei Tore gegen Bochum zu erzielen, sollte der KSC das auch sein.

KSC-Standards eine Waffe

Denn dass die eigene Elf für den ein oder anderen Treffer immer gut ist, hat sie zuletzt ausreichend vorgeführt. Längst ist Philipp Hofmann diesbezüglich nicht mehr der große Alleinunterhalter. Und selbst wenn wie am Mittwoch mal kein Karlsruher trifft, kommen die Blau-Weißen zu ihrem Tor. In diesem Fall war es der Hannoveraner Kingsley Schindler, der beim Abwehrversuch einer Ecke von Philip Heise den Ball in den eigenen Kasten beförderte. Das war einerseits Pech für die Gäste, andererseits aber nicht nur Zufall. Die Standards der Badener haben sich mittlerweile zu einer Waffe entwickelt, die so scharf ist, dass Patzer beim Verteidigen immer mal drin sind.

Mindestens genau so stolz ist Eichner darauf, dass die Mannschaft zuletzt auch wieder besser verteidigt hat. Schon beim 1:1 gegen Heidenheim habe sich das angedeutet, das 1:0 gegen Hannover war dann das erste Zu-Null-Spiel seit dem neunten Spieltag.

Einen Wechsel in der Innenverteidigung könnte es am Sonntag gegen Bochum dennoch geben. Robin Bormuth ist nach seiner Gelbsperre jedenfalls wieder einsatzbereit. Zudem dürfte Eichner diesmal Benjamin Goller und Marc Lorenz anstatt die gegen Hannover enttäuschenden Dominik Kother und Alexander Groiß das Vertrauen schenken.

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Erstellt:
29. Januar 2021, 21:00 Uhr
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