KSC gastiert beim Tabellenletzten

Karlsruhe (ket) – Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie und der kurzen Weihnachtspause möchte der Karlsruher SC am Samstag beim Schlusslicht Würzburger Kickers in die Erfolgsspur zurückkehren.

Steht für den gesperrten Philip Heise in der Anfangsformation gegen Würzburg: Linksverteidiger Dirk Carlson (rechts). Foto: Marvin Ibo Güngör

© GES/Marvin Ibo Güngör

Steht für den gesperrten Philip Heise in der Anfangsformation gegen Würzburg: Linksverteidiger Dirk Carlson (rechts). Foto: Marvin Ibo Güngör

Die Entwarnung kam am Tag danach – und Christian Eichner war ganz froh darüber. Am Mittwoch hatte Dirk Carlson wegen Rückenproblemen das Training noch sausen lassen müssen, am Donnerstag freilich saß der junge Luxemburger schon wieder auf dem Podium der vor Spielen obligatorischen Pressekonferenz und gab sich persönlich grünes Licht für einen Einsatz in der Zweitligapartie (13 Uhr) bei den Würzburger Kickers am Samstag.

Trainer Eichner war’s natürlich recht. Mehr sogar noch: „Ich würde mich riesig freuen, wenn Dirks Rücken hält“, ließ er wissen. Zwei Gründe führte er dafür an: Zum einen ist Carlson nach Philip Heises Gelb-Rot-Sperre für die Partie bei den Kickers der letzte „gelernte“ Linksverteidiger im Kader. Zum anderen, dies hob der KSC-Coach besonders hervor, habe sich der 22-Jährige seinen ersten Einsatz in dieser Saison von Beginn an redlichst verdient. „Dirk arbeitet wie kaum ein anderer in der Mannschaft“, stellte Eichner fest.

Zu mehr als sechs Einwechslungen, meist in der Schlussphase, hat es in der aktuellen Spielzeit dennoch nicht gereicht. Wirklich befriedigend kann das für den 30-fachen luxemburgischen Nationalspieler nicht sein. Natürlich, mit seinen 22 Jahren ist er immer noch blutjung, andererseits war er in der Vorsaison noch jünger – und hat es dennoch auf 18 Einsätze geschafft, 16 von Beginn an. In dieser Runde hat ihm dann von Anfang an Philip Heise den Rang abgelaufen, der vor allem nach vorne mehr Zug hat als Carlson und wohl auch einen zumindest kleinen Neuzugang-Bonus.

So oder so: Die Partie gegen Würzburg ist für den 22-Jährigen allemal eine Bewährungsprobe – und Chance, sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Denn, wie schnell man vom Bank- zum Stammspieler werden kann, hat im Laufe dieser Saison Daniel Gordon vorgemacht. Der Oldie aus der Innenverteidigung nutzte am siebten Spieltag, beim Sieg gegen St. Pauli, eine Gelb-Rot-Sperre von Christoph Kobald, um sich wieder fester in die Mannschaft zu spielen. Auch für Samstag darf sich der 35-Jährige zumindest Hoffnung auf einen Startelf-Einsatz machen, zumal dann, wenn Kobalds Achillessehnenbeschwerden nicht rechtzeitig abklingen sollten.

Würzburg will den Neustart

Es sind – Carlsons Rücken sowie Kobalds Achillessehne – die einzigen Wehwehchen, die die KSC-Profis aus der kurzen Winterpause mitgebracht haben. Die „drei, vier Tage weg vom KSC und vom Fußball“, hätten der Mannschaft gutgetan, befand Trainer Eichner am Donnerstag. Seit Sonntag freilich habe man dann schon wieder die Sinne für die Partie gegen die Kickers geschärft. In dieser nicht dabei sind der gelb-rot gesperrte Heise sowie Stürmer Babacar Guèye, der sich nach seinem Heimaturlaub noch in häuslicher Quarantäne befindet. Zurückgemeldet hat sich hingegen der zuletzt verletzte Südkoreaner Kyoung-Rok Choi. Zumindest ein Plätzchen auf der Bank sollte sich für ihn finden lassen.

Vom Tabellenstand des Gegners in die Irre führen lassen wird sich die KSC-Belegschaft laut ihrem Trainer nicht. Mit lediglich vier Punkten Rangletzter sind die Würzburger zwar, seine Spiele verloren hat der Aufsteiger, bei dem seit knapp einem Jahr Felix Magath im Hintergrund werkelt, zumindest zuletzt meist knapp. Aufgegeben hat sich die Mannschaft von Bernhard Trares, seit Anfang November im Amt und schon der dritte Kickers-Trainer in dieser Saison, also offenbar noch nicht, was man schon daran erkennt, dass der Kader zuletzt nachgerüstet wurde und wohl auch noch weiter verstärkt werden soll.

Um so mehr macht das die Partie für die Franken zur Chance auf einen „Neustart“, wie Eichner das nennt. Und um so gefährlicher macht das die Franken für die Badener. „Darauf wird meine Mannschaft vorbereitet sein“, verspricht der KSC-Coach vorab. All zu sehr nach dem Gegner will er sich dennoch nicht richten. „Ich habe großen Respekt vor den Würzburgern. Ich weiß aber auch, was meine Mannschaft kann“, sagt Eichner.

Mit Sieg Zweifel ersticken

Das ist an guten Tagen schon eine ganze Menge, wie die vier Siege in Serie von November bis Anfang Dezember gezeigt haben. Allerdings folgten diesen drei Niederlagen, die den KSC wieder auf Platz 14 haben zurückfallen lassen. Zwar sind das immer noch respektable fünf Punkte Abstand zum Relegationsplatz und gar acht zum ersten Abstiegsrang. Ein Sieg in Würzburg wäre dennoch gut und wichtig, weil Unruhe und Zweifel schon im Keim erstickend.

Was es dazu braucht, hat Christian Eichner gestern in einen Satz gepackt. „Wir müssen die Dinge auf dem Platz wieder besser machen, vor allem was die Verteidigungsarbeit anbelangt“, hat er gesagt. Dirk Carlson darf das durchaus als Arbeitsauftrag verstehen.

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Erstellt:
1. Januar 2021, 18:30 Uhr
Lesedauer:
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