KSC gegen SC Paderborn gefordert

Karlsruhe (rap) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC ist nach dem Pokal-Coup gegen Leverkusen wieder im Ligabetrieb angekommen. Am Sonntag empfängt der KSC den unbequemen SC Paderborn im Wildpark.

„Wir werden die Zuschauer am Sonntag mehr denn je brauchen“: KSC-Cheftrainer Christian Eichner. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

© GES/Marvin Ibo Güngör

„Wir werden die Zuschauer am Sonntag mehr denn je brauchen“: KSC-Cheftrainer Christian Eichner. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

Der Auftrag von Christian Eichner an seine Mannschaft war am Freitagmittag bei der virtuellen Pressekonferenz unmissverständlich. Der aus Karlsruher Sicht so magische Pokalabend vom Mittwoch – der überraschende 2:1-Sieg beim Bundesligisten Bayer Leverkusen in der zweiten Runde des DFB-Pokals – sollte schleunigst abgehakt werden.

Um den kräftezehrenden Pokalfight aus den Köpfen und Körpern zu schütteln, verordnete der 38-Jährige seinen Spielern einen freien Donnerstag. „Komplett im Zeichen der Regeneration“ stand dieser, erklärte „Eiche“. Auslaufen war nach der Rückkehr in den Wildpark um 4 Uhr morgens noch angeordnet, gefolgt von Einheiten auf der Liege der Physiotherapeuten. Danach lautete die Devise: Abschalten, den Kopf freibekommen. „Ich bin der Überzeugung, dass der freie Tag enorm viel gebracht hat. Zum einen, um den Mittwochabend körperlich zu verarbeiten, aber auch, um eine geistige Einordnung der Geschichte hinzubekommen, um mit dem Tag direkt abzuschließen“, so Eichner.

Paderborn besticht durch offensive Power

Der Fokus, so der KSC-Cheftrainer weiter, liege bereits auf dem Spiel gegen den SC Paderborn. Denn der Liga-Alltag stehe „wieder vor der Tür“. Christian Eichner hätte am Freitagmittag auch gut und gerne eine Sepp-Herberger-Weisheit raushauen können, nämlich diese: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“

Und in diesem Fall, also in jenem des Karlsruher SC, liegt auch durchaus ein Fünkchen Wahrheit im Zitat des Weltmeistertrainers. Denn der Pokal-Coup kostete die Wildparkprofis jede Menge mentale Kraft und Körner. Gegen die wieselflinken und technisch Hochbegabten der Bayer-Elf lieferte der KSC eine laufintensive Abwehrschlacht ab, schmissen sich Kapitän Jerôme Gondorf und Co. leidenschaftlich in jeden Zweikampf und pressten – wenn möglich – ab und zu gar in vorderster Front (siehe 2:1-Siegtreffer). So eine Energieleistung schüttelt ein Zweitligist – im Vergleich zu den Über-Bayern – nicht so einfach aus den Trikots, auch wenn Eichner am Freitag betonte: „Körperlich haben die Jungs den Mittwoch gut verarbeitet.“

Zumal der KSC am Sonntag mit dem Tabellenfünften SC Paderborn eine äußerst unangenehme Mannschaft empfängt. Teams von Lukas Kwasniok zeichnen sich durch ein laufintensives Spiel, hohes Pressingverhalten und ständigen Vorwärtsdrang aus. Kein Wunder, sind die Ostwestfalen die auswärtsstärkste Elf der Liga (vier Siege, ein Remis). „Sie haben große offensive Power, die gerade im Umschaltspiel zu sehen ist“, sagte Eichner und führte als Beleg Sven Michel (Eichner: „Näschen für supertiefe Läufe.“) an. Ohnehin habe der SCP „schlaue Spieler im vorderen Bereich“, so der KSC-Coach, der Wechsel in der Startformation als „durchaus möglich“ bezeichnete.

Größte Gefahr im eigenen Ballbesitz

„Die größte Gefahr“ gegen so einen Gegner, erklärte Eichner, liege „im eigenen Ballbesitz“. Leichtfertige Ballverluste, gerade mit nachlassender Kraft und Konzentration, könnten gegen die Kwasniok-Elf bitter bestraft werden. Daher müsse sein Team „das gleiche Verteidigungsverhalten und die gleiche Leidenschaft zeigen wie am Mittwochabend“, betonte der 38-Jährige, der ein Spiel „auf Augenhöhe“ erwartet.

Und sollten die Beine und der Kopf doch erwartungsgemäß irgendwann schwer werden, setzt Christian Eichner auf einen ganz speziellen Faktor: „Wir werden die Zuschauer am Sonntag mehr denn je brauchen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
30. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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