KSC macht mit Remis Klassenerhalt perfekt

Karlsruhe (BT) – Der Karlsruher SC kann nach dem 2:2 gegen Schlusslicht Ingolstadt nun endgültig für die kommende Zweitliga-Saison planen. Die Tore für den KSC erzielten Schleusener und Hofmann.

Feiern mit den Fans den vorzeitigen Ligaverbleib: KSC-Ersatztorwart Markus Kuster (grünes Trikot) und seine Teamkollegen. Foto: Helge Prang/GES

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Feiern mit den Fans den vorzeitigen Ligaverbleib: KSC-Ersatztorwart Markus Kuster (grünes Trikot) und seine Teamkollegen. Foto: Helge Prang/GES

Die Uhr zeigte bereits 20 vor neun, als die Südtribüne die KSC-Profis endlich gehen ließ. Lange nach Schlusspfiff feierten die Anhänger noch die Karlsruher Spieler, die sich zuvor auf dem Platz rund eine Stunde lang als Partycrasher erwiesen hatten. Das Feuerwerk in der Kurve wirkte nach Spielende dann doch nicht völlig deplatziert. Immerhin hatten Philipp Hofmann und Co gegen den FC Ingolstadt spät noch eine Blamage verhindert und ein 2:2 (0:1) geholt.

Durch den Punktgewinn knackte der KSC nicht nur die 40-Punkte-Marke, sondern beseitigte auch die letzten Zweifel an der künftigen Zugehörigkeit zur zweiten Liga. Diese hatte der Gegner zusammen mit der Führung am Freitagabend endgültig verspielt. Da Dynamo Dresden im Parallelspiel bei Fortuna Düsseldorf ebenfalls einen Zähler holte (2:2), steht der FC Ingolstadt als erster Absteiger in Liga drei fest. Für den FCI hatten Patrick Schmidt (24.) per Strafstoß und Filip Bilbija (46.) getroffen, für den KSC Fabian Schleusener (69.), der anstelle von Fabio Kaufmann von Beginn spielen durfte, und Hofmann (75.).

Pechvogel O’Shaughnessy

„Wenn wir nicht auf jeder Position bereit sind für Zweitliga-Spiele und die notwendigen Zweitliga-Tugenden auf den Platz zu bringen, dann werden wir Probleme haben gegen jede Mannschaft in die Punkte zu kommen“, meinte Trainer Christian Eichner, der seinem Team für die Aufholjagd ein Lob aussprach und betonte: „Mich hat es sehr gefreut, dass sie den Zuschauern etwas zurückgeben konnte.“

Daniel O’Shaughnessy, der für den gesperrten Daniel Gordon im Abwehrzentrum auflief, entwickelte sich zum Pechvogel des ersten Durchgangs. Zunächst verschuldete er den Handelfmeter, ehe er wegen einer Kopfverletzung ausgewechselt werden musste.

Dabei hatte die Partie für den KSC und O’Shaughnessy vielversprechend begonnen. Nach einem weiten Einwurf des finnischen Nationalspielers ließ Robert Jendrusch den Ball vor die Füße von Schleusener fallen, dessen Schuss der FCI-Torhüter dann aber abwehren konnte. Den zweiten Versuch von Marvin Wanitzek blockte Musliu kurz vor der Linie.

Der Karlsruher Keeper Markus Kuster, der erneut den an der Hand operierten Marius Gersbeck vertrat, leitete dann die ersten beiden Gelegenheiten für die Gäste ein.

Kuster spielte bei einem Klärungsversuch den Ball Filip Bilbija vor die Füße, dessen Fernschuss er dann gerade noch vor der Linie erreichte (14.). Vier Minuten später wurde es nach einem ungenauen Abwurf des KSC-Schlussmannes gefährlich, als Florian Pick nur knapp verzog (18.).

Jakob hat den Sieg auf dem Schlappen

Dass der designierte Absteiger kurz darauf tatsächlich führte, war demzufolge nicht unverdient. O’Shaughnessy verlor links hinten den Ball gegen Bilbija und bekam anschließend dessen Flanke an den ausgestreckten Arm. Den fälligen Handelfmeter verwandelte Schmidt sicher (24.). Auch in der Folge hatten die Ingolstädter die gefährlicheren Momente, weil der KSC ohne die nötige Präzision und Kreativität im Offensivspiel agierte.

Die KSC-Anhänger ließen sich vom Rückstand nicht die Stimmung verderben und schmetterten weiter ihre Fangesänge von der Südtribüne. Es half auch zu Beginn des zweiten Durchgangs wenig. Gerade einmal 20 Sekunden waren vergangen, da durfte Bilbija jubelnd abdrehen. Zuvor hatte Merlin Röhl Heise auf der rechten Seite abgeschüttelt und Kuster einen Schuss von Pick nicht festgehalten.

Die Karlsruher waren nun völlig von der Rolle. Irorere verhinderte in der 49. Minute gegen Schmidt in höchster Not das 0:3. Kurz darauf hatte Eichner genug gesehen und reagierte mit einem Vierfachwechsel.

Zumindest die Fans auf den Rängen gaben weiter Gas und die Spieler auf dem Rasen ließen sich allmählich davon anstecken. Die Zuschauer auf der Osttribüne hatten sich vor einer Ecke von Wanitzek gerade erhoben, als sie erstmals an diesem Abend jubeln durften. Schleusener drückte den Ball per Kopf über die Linie (69.).

Die Karlsruher waren nun aus ihrer Lethargie erwacht und drängten auf den Ausgleich. Christoph Kobald und Jakob verpassten diesen noch im Anschluss an eine Wanitzek-Ecke (74.), ehe Hofmann eine Minute später den nächsten Standard von Wanitzek mithilfe des linken Innenpfostens über die Linie köpfte.

Jetzt war richtig Feuer drin und es brannte kurz darauf schon wieder im FCI-Strafraum. Ein abgeblockter Hofmann-Schuss fiel Schleusener vor die Füße, der am glänzenden reagierenden Jendrusch scheiterte (81.). In den Schlussminuten hatte Jakob dann noch zweimal den Siegtreffer auf dem Schlappen. Zunächst verzog der Linksverteidiger aus der Distanz (87.), ehe er in der Nachspielzeit einen überlegten Schlenzer an den linken Außenpfosten setzte (90.+1).

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Marius Bücher

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Erstellt:
22. April 2022, 23:03 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 25sec

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