KSC mit Glück und Effektivität

Karlsruhe (fal) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hat mit dem 2:2 bei Greuther Fürth die Aufstiegshoffnungen der Gastgeber erheblich gedämpft.

Freut sich über seinen elften Saisontreffer: Philipp Hofmann (Mitte). Foto: Daniel Karmann/dpa

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Freut sich über seinen elften Saisontreffer: Philipp Hofmann (Mitte). Foto: Daniel Karmann/dpa

Wirklich oft kam der Karlsruher SC in seinem Gastspiel bei der Spielvereinigung Greuther Fürth nicht vor das gegnerische Tor. Sascha Burchert, der Schlussmann der favorisierten Hausherren, war im Grunde genommen beschäftigungslos – und musste dennoch zwei Mal hinter sich greifen. Die bitteren Folgen dessen: Durch das 2:2 schränkten die Badener die Aufstiegschancen der Franken erheblich ein.

Aufgrund der Überlegenheit der Gastgeber – Ballbesitz in Prozent 61:39, Ecken 8:2, Torschüsse 16:7 – sprach KSC-Trainer Christian Eichner anschließend ehrlicherweise von einem „sehr, sehr glücklichen“ Teilerfolg seiner Mannschaft. „Wir waren vorne extrem effektiv und hatten hinten in einigen Situationen das notwendige Quäntchen Glück“.

Nach der frühen Führung der Gäste durch das elfte Saisontor von Philipp Hofmann, der eine Flanke von Sebastian Jung einköpfte (4.), nahmen die nicht nur spiel-, sondern auch zweikampfstarken „Kleeblätter“ das Heft entschlossen in die Hand und hatten schon durch Havard Nielsen (9.) und Branimir Hrgota (18.) große Torchancen. Als Nielsen dann einen Eckball von Paul Seguin ungehindert volley und aus kurzer Distanz unter das Dach des Karlsruher Tors wuchtete (26.), war das 1:1 der Franken also hoch verdient.

Bälle zu schnell verdaddelt

Der KSC war bis dahin fast nicht mehr aus er eigenen Hälfte herausgekommen, und wenn, dann verdaddelten die Wildparkprofis den Ball meist viel zu weit vor dem gegnerischen Kasten, als dass es für die Hausherren hätte gefährlich werden können. Dennoch gingen die Badener total überraschend ein zweites Mal in Führung: Eichners Schützlinge kamen über links endlich wieder einmal in den Strafraum der Hausherren, Marco Thiede traf schließlich zur 2:1-Pausenführung (36.), bei der Burchert keine gute Figur machte.

Nach dem Seitenwechsel war Eichner und seinen Schützlingen „klar, dass die Spielvereinigung noch mehr investieren und riskieren würde“, sagte der KSC-Coach nach dem Spiel. Fürth kombinierte sich ein ums andere Mal ball- und passsicher durch die Karlsruher Abwehr. Doch deren Schlussmann Marius Gersbeck griff sich erst vor Nielsen (49.) und später vor Sebastian Ernst den Ball (60.). Zwischendurch spitzelte Hrogota die Kugel ganz knapp rechts vorbei (52.). Julian Green schlenzte dann einen Schuss noch knapp über das Tor der Gäste (63.), bevor es einfach so weit war: Vor den Augen von Schiedsrichter Robert Schröder erlaubte sich KSC-Kapitän Jerôme Gondorf, der ohnehin keinen guten Tag hatte, ein dummes Elfmeterfoul an Hrgota, der vom Punkt aus sicher zum 2:2 traf (70.). Nur ein paar Minuten später hatte der KSC Glück, dass der Unparteiische einen zunächst gepfiffenen Handelfmeter gegen Christoph Kobald nach persönlicher Ansicht der Videoaufnahmen zurücknahm (74.). In der Folgezeit lag der Siegtreffer der Spielvereinigung ganz konkret noch einmal in der Luft, aber Gersbeck bewahrte seine Mannschaft gegen Hrgota mit einem Super-Reflex vor einer 2:3-Niederlage (75.).

Ab Mittwoch im Trainingslager

„Wir haben sehr tief verteidigt“, erklärte Eichner das Abwehrverhalten seines Teams. „Das war Bestandteil unserer Vorbereitung. Das haben die Jungs gut gemacht.“ Der Coach ärgerte sich aber auch: „Wenn wir den Ball hatten, war er viel zu schnell und – das ist das Schlimme – viel zu einfach wieder weg.“ Über die Gegentore schimpfte „Eiche“: „Bei der Ecke steht der Gegner komplett blank. Und der Elfmeter darf uns so einfach nicht passieren.“

Trotzdem sprach er seinen Schützlingen erneut „ein großes, großes Kompliment“ aus, „für das, was die Mannschaft auch heute wieder über 90 Minuten abgerissen hat“ im dritten Auswärtsspiel hintereinander, beziehungsweise im fünften Spiel innerhalb von 16 Tagen. „Jetzt dürfen sie schon mal ein bisschen die Füße hochlegen.“

Deshalb haben die Badener bis Dienstag frei. Um 10 Uhr beginnt dann die Vorbereitung auf das letzte Heimspiel dieser Saison am Sonntag gegen Kiel. Am Mittwochnachmittag beziehen die Wildparkprofis bis zur Abfahrt zum Saisonfinale in Heidenheim (23. Mai) das von der DFL angeordnete Quarantäne-Trainingslager in der Sportschule Schöneck.

Aufstellungen

Fürth: Sascha Burchert - Meyerhöfer, Jaeckel, Bauer, Itter (78. Raum) - Stach - Seguin, Green (67. Abiama) - Ernst (86. Tillman) - Hrgota, Nielsen.

KSC: Gersbeck - Sebastian Jung (46. Kother, 90.+3 Bormuth), Kobald, Wimmer, Heise - Breithaupt (80. Fröde) - Gondorf, Wanitzek - Thiede, Batmaz (80. Amaechi) - Hofmann (89. Gueye).

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover) - Tore: 0:1 Hofmann (4.), 1:1 Nielsen (26.), 1:2 Thiede (36.), 2:2 Hrgota (70. Elfmeter) - Zuschauer: keine - Beste Spieler: Hrgota, Nielsen - Thiede, Gersbeck - Gelbe Karten: Seguin (9), Abiama (6) - Batmaz (2), Heise (6), Fröde (7).


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