KSC nach Derbysieg: Dicht vor dem Saisonziel

Karlsruhe (ket) – Die Erfolgsserie des Karlsruher SC geht weiter: Durch den 3:2-Erfolg beim SV Sandhausen am Samstag blieb die Eichner-Elf auch im achten Spiel 2021 ungeschlagen.

Torschützen unter sich: Kyoung-Rok Choi (links) und Philipp Hofmann. Foto: Uwe Anspach/dpa

© dpa

Torschützen unter sich: Kyoung-Rok Choi (links) und Philipp Hofmann. Foto: Uwe Anspach/dpa

Es sah nach Niederlage aus. 45 Minuten lang und zum ersten Mal in diesem mittlerweile gar nicht mehr so besonders neuen Jahr. Sieben Spiele hatte der Karlsruher SC zuvor unbeschadet bestanden, fünf davon gewonnen. Nun aber schien die fast schon unglaubliche Serie ausgerechnet im Nachbarschaftsduell ihr Ende zu finden. Mit 0:2 lagen die Kicker aus der Fächerstadt gegen jene des SV Sandhausen jedenfalls zurück.

Dann kam Durchgang zwei – und mit ihm die Wende. Torjäger Philipp Hofmann beendete ganze 14 Sekunden nach Wiederanpfiff seine fünfwöchige Torlosigkeit und verkürzte auf 1:2. Welch zersetzende Wirkung dies unter Umständen beim Gegner entfalten könnte, war KSC-Trainer Christian Eichner sich gleich bewusst. „Wir waren ja in der vergangenen Saison in der Situation, in der sich Sandhausen jetzt befindet“, wusste er hernach zu berichten. Und in dieser fange man plötzlich an, zu überlegen, traue sich nicht mehr, so richtig nach vorne zu verteidigen, sei nicht mehr ganz so gierig in den Zweikämpfen.

Kreuzer: „Nicht abheben oder anfangen zu träumen“

Eichners Ahnung wurde schnell Realität, was KSC-Mittelfeld-Wirbelwind Kyoung-Rok Choi dazu nutzte, sich den Titel „Matchwinner“ ans Revers zu heften. Der Südkoreaner nutzte die mentalen Unsicherheiten der Gastgeber zunächst (53.) zum Ausgleich, dem er in der 76. Minute auch den Siegtreffer folgen ließ.

„Das waren natürlich Big Points für uns“, fasste Eichner den sechsten Sieg im achten Spiel nach der kurzen Winterpause zusammen. „Wir haben einen großen Schritt in Richtung unseres Saisonziels gemacht“, stellte der 38-Jährige fest. Der KSC ist jetzt nur noch vier Zähler von jener 40-Punkte-Marke entfernt, die gemeinhin als für den Klassenerhalt ausreichend erachtet wird. Alles andere ist am Adenauerring, zumindest derzeit und trotz Tabellenplatz fünf, kein Thema. Wer es dazu machen will, bekommt es mit Sportdirektor Oliver Kreuzer zu tun. „Mund halten und nicht quatschen. Weiter arbeiten. Einfach nur weiter arbeiten. Nicht abheben oder anfangen zu träumen“, empfahl der am Samstag mit Strenge in der Stimme.

Dass die Dinge bei nicht 100-prozentiger Konzentration schnell auch in eine andere Richtung laufen können, hatte schließlich Halbzeit eins gezeigt, in der die Hausherren das Heft des Handelns weitgehend in der Hand hatten. „Wir hatten Power – und wir waren präsent und giftig“, blickte SVS-Coach Michael Schiele später auf den ersten Spielabschnitt zurück. Schon nach 30 Sekunden hätte Patrick Schmidt das 1:0 erzielen können, in der 13. Minute hatte Janik Bachmann eine gute Chance. Letztendlich aber bestraften nur Kevin Behrens (30.) und Patrick Schmidt (40.) die Karlsruher Nachlässigkeiten, die durchaus auch Lässigkeiten waren. Nicht nur KSC-Coach Eichner hatte „ein bisschen zu viel Hacke und Außenrist“ im Spiel der Seinen beobachtet. Zwar sprangen auch dabei durchaus Chancen heraus, jedoch scheiterte Kevin Wimmer zunächst nach einer Ecke per Kopf an SVS-Keeper Stefanos Kapino (19.), später ballerte er einen bei ihm gelandeten Freistoß von Marc Lorenz aus spitzem Winkel von rechts über das Tor der Gastgeber (27.).

Ex-KSC-Trainer Schwartz beim SVS im Gespräch

So blieb es beim 0:2-Pausenrückstand, was Eichner zu einer Aufforderung an seine Mannschaft veranlasste, nämlich jene, im zweiten Spielabschnitt „weg von diesem Spiel mit Schleifchen, hin zu Zweitligafußball, zu einem etwas einfacheren Fußball“ zu kommen. Die Mannschaft tat ziemlich prompt, wie ihr geheißen.

Seit Jahresbeginn sei es einfach so, „dass die Dinge in Summe auf unsere Seite fallen“, sagte Eichner dazu. Das freilich, sei „kein Zufall“, sondern Lohn und Ergebnis harter Arbeit. Vor der drückt sich im Wildpark aktuell offenbar keiner, wie Eichner zudem zu berichten wusste: „Am Donnerstag haben Mitarbeiter der Geschäftsstelle und des Nachwuchsleistungszentrums den Kunstrasen freigeräumt, damit wir trainieren konnten.“

Derart harmonisch geht es in Sandhausen derzeit nicht zu. Der Stuhl von Trainer Michael Schiele wackelt bedenklich. Angeblich als Nachfolger im Gespräch: Alois Schwartz, Eichners Vorgänger im KSC-Trainer-Amt – und angeblich immer noch auf der Gehaltsliste der Blau-Weißen stehend.

Ihr Autor

Hans Falsehr, Frank Ketterer

Zum Artikel

Erstellt:
15. Februar 2021, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 01sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.