KSC ohne Hofmann nach Hannover

Karlsruhe (BT) – Beim Gegner stellt sich zurzeit die Trainer-, beim KSC die Torwartfrage. Trainer Eichner setzt in Hannover nicht mehr auf Markus Kuster und warnt vor einem starken Kontrahenten.

Rückt für den wenig überzeugenden Markus Kuster ins Tor: KSC-Keeper Niklas Heeger. Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

Rückt für den wenig überzeugenden Markus Kuster ins Tor: KSC-Keeper Niklas Heeger. Foto: Helge Prang/GES

Das Bild, das hinter Christoph Dabrowski platziert war, hatte seine Berechtigung, wirkte dennoch den Umständen entsprechend deplatziert. Es zeigte einen Jockey auf seinem Pferd, der so wirkte, als säße er fest in seinem Sattel. Für den Chefcoach von Hannover 96 kann das gerade nicht gelten. Dabrowskis Tage auf der Trainerbank der nach wie vor abstiegsbedrohten Niedersachsen sind gezählt. Seinen Wunschkandidaten für die kommende Saison hat 96-Boss Martin Kind bereits benannt.

Besagter Stefan Leitl, der in dieser Woche seinen Abschied von Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth verkündete, hat sich aber noch nicht festgelegt. Und so ging es bei der Presserunde, die nicht nur das Spiel gegen den Karlsruher SC an diesem Freitag (18.30 Uhr/Sky) thematisierte, sondern auch den Renntag des Hannoverschen Rennvereins am Sonntag, um mehr als um das rein Sportliche.

Gordon: „Haben gezeigt, dass wir Charakter haben“

Auf seinen wohl bevorstehenden Abschied angesprochen meinte Dabrowski: „Ich bin fokussiert auf die letzten drei Spiele und auf das Erreichen der Ziele. Es gibt jetzt hier keinen Platz für irgendwelche Enttäuschungen.“ Dabrowskis Kollege Christian Eichner wagte seinerseits bei der Frage, ob die Trainerdiskussion in Hannover Auswirkungen auf das Spiel haben könnte, keine Einschätzung. In jedem Fall rechnet der KSC-Coach mit einem Kontrahenten, der aufs Ganze geht. Verlieren die auf Platz 15 eingestuften Hannoveraner, könnte Verfolger Dynamo Dresden bis auf drei Punkte heranrücken. Die auf dem Relegationsrang stehenden Sachsen, die am Samstag Jahn Regensburg empfangen und acht Tage später in Karlsruhe gastieren, haben zudem aktuell das bessere Torverhältnis.

Beim KSC ist man indes heilfroh, nur indirekt vom Abstiegsschlamassel betroffen zu sein. Für Daniel Gordon ist die Haltung der Mannschaft in den verbleibenden drei Partien auch eine Charakterfrage. „Und in der Vergangenheit haben wir gezeigt, dass wir den haben“, denkt der Abwehrspieler, der am Freitag für Daniel O’Shaughnessy in die Startelf rücken könnte, an den Endspurt in der Vorsaison zurück. Damals hatten der Hamburger SV, Greuther Fürth und Holstein Kiel gegen die Karlsruher wichtige Punkte im Aufstiegsrennen eingebüßt. Man wolle auch diesmal nichts herschenken, betont Gordon, der zudem an eigene Zielsetzungen erinnert: „Wir wollen den einstelligen Tabellenplatz verteidigen und mit einem guten Gefühl in die Pause gehen.“

Beim aktuell neuntplatzierten KSC fehlt in Hannover nicht nur O’Shaughnessy aufgrund einer Kopfverletzung aus dem Ingolstadt-Spiel (2:2), sondern auch Philipp Hofmann wegen einer Gelb-Sperre. Anstelle des Torjägers wird Fabian Schleusener erste Wahl sein.

Torjäger Hofmann fehlt wegen Gelb-Sperre

Hofmanns Ausfall hatte zudem zur Folge, dass auch U-19-Stürmer Stefano Marino am Donnerstagnachmittag in den Zug nach Hannover stieg. Der scheidende Innenverteidiger Robin Bormuth erhielt dagegen erneut keinen Kaderplatz. Eichner legte sich darüber hinaus darauf fest, dass Niklas Heeger anstelle von Markus Kuster zwischen den Pfosten stehen wird. Kuster hatten in den vergangenen beiden Partien den an der Hand operierten Stammkeeper Marius Gersbeck vertreten, dabei allerdings keinen sicheren Eindruck hinterlassen.

Ausgerechnet das Hinspiel führte Eichner als Beispiel an, warum man die Niedersachsen nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. „In diesem haben wir gerade in der Anfangsphase gesehen und gespürt, was für eine Qualität auf der anderen Seite steht.“ Am Ende hatte es trotzdem 4:0 für den KSC geheißen und Eichners Schwager Marcus Mann, seines Zeichens Sportdirektor von 96, sah sich gezwungen, den damaligen Coach Jan Zimmermann freizustellen. Fünf Monate später stellt sich in Hannover nun schon wieder die Trainerfrage.

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