KSC präsentiert Heim- und Auswärtstrikot

Karlsruhe (ket) – Auswärts- und Heimtrikot des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC tragen in der kommenden Saison verschiedene Sponsorennamen – entweder GEM oder CG Elementum.

Christoph Gröner (rechts) und Martin Müller präsentieren die neuen KSC-Trikots. Foto: Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

Christoph Gröner (rechts) und Martin Müller präsentieren die neuen KSC-Trikots. Foto: Gilliar/GES

Christoph Gröner gibt sich gerne als Mann der Tat, auch am Montag um die Mittagszeit ist das wieder so. Gerade hat Michael Becker, der Geschäftsführer des Karlsruher SC, dem 53-jährigen Bauunternehmer das neue Auswärtstrikot der Badener überreicht, da hat dieser das Textil auch schon ausgepackt und sich übers weiße Hemd gestreift. Dass Gröners Initiale auf der Brustpartie des Leibchens prangen, kann dabei kaum mehr überraschen, schließlich war zuvor schon bekannt, dass die CG Elementum, eine von Gröners Firmen, ab dieser Saison neuer Hauptsponsor des KSC wird.
Neu war auf der Pressekonferenz, die auf der Osttribüne des Wildparkstadions, das ab sofort ja den Namen BBBank Wildpark trägt, somit lediglich die Botschaft, dass die Badener in der anstehenden Spielzeit nicht nur in Trikots mit verschiedenen Farben – logischerweise Blau und Weiß – antreten werden, sondern auch mit diversen Schriftzügen auf der Brust. Auswärts wird die Eichner-Truppe das mit einem blauen Pinselstrich versehene CG-Elementum-Trikot tragen, zu Hause das blaue, auf dem GEM Ingenieursgesellschaft geschrieben steht, deren Geschäftsführer wiederum KSC-Vizepräsident Martin Müller ist. Hintergrund dessen: Beide Firmen sind Untergruppen der Gröner Group. Die CG Elementum als deutschlandweit tätiger Dienstleister, die GEM im regionalen Bereich, also rund um Karlsruhe.

Zusammenarbeit bis 2024 datiert

Da bleibt es nicht aus, dass auch Martin Müller flugs in eines der Trikots schlüpft, in jenes für die Spiele zu Hause, also seines. Zusammen plaudern die beiden, ebenso freundlich wie harmlos befragt von Moderator Martin Wacker, über ihr Hauptsponsorentum. So erfährt man von Müller unter anderem, dass „sehr viel Herzblut“ von ihm im KSC stecke, und er schon immer Fan der Blau-Weißen gewesen sei sowie seit langem Mitglied. Gröner kann da als ehemaliger Handballtorhüter und Basketballer nicht ganz mithalten, wandelt dieses Manko aber sofort in einen Pluspunkt für sich um: Jedwede Einflussnahme seinerseits in sportliche Belange sei schon deshalb „ausgeschlossen“, stellt er fest. Ansonsten gelte: „Wir machen in der zweiten Liga genau so gerne mit wie in der ersten. Auch in der dritten wären wir natürlich dabei – nur nicht so gerne.“ Bis ins Jahr 2024 ist die Zusammenarbeit datiert, Verlängerung, so sagen es beide Seiten, ausdrücklich erwünscht.

Sponsoring als Imagepflege

Wobei bei Lichte betrachtet schon das jetzige Engagement als Hauptsponsor eine Verlängerung darstellt. Schon vor zwei Jahren wollten Gröner und Müller den laut KSC-Geschäftsführer Becker „exklusivsten“, „weitreichendsten“ und mit „extrem vielen Rechten“ versehenen Sponsorenpart übernehmen. Allerdings war der bisherige Hauptsponsor, der in Forst ansässige Markisenhersteller Klaiber, nicht bereit, aus seinem Vertrag vorzeitig auszusteigen, schon gar nicht, als von verschiedenen Seiten versucht wurde, ihn dazu zu drängen. Um Müller und Gröner dennoch an den KSC zu binden, wurde eigens der Status des Topsponsors geschaffen. Dass die CG-Gruppe Klaiber-Nachfolger als Topsponsor werden würde, stand damals schon so gut wie fest. Keine Zweifel dürften zudem darin bestanden haben, dass es am hierfür nötigen Kleingeld nicht fehlt. Auf 80 Millionen Euro wird Gröners Vermögen geschätzt. Die Gröner Group mit Sitz in Berlin hat bundesweit sieben Niederlassungen mit rund 500 Mitarbeitern und betreibt mehr als 80 sogenannte Projektentwicklungen in ganz Deutschland. Erst kürzlich gab Gröner bekannt, den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als Berater verpflichtet zu haben.

Was Klaiber mit seinem KSC-Engagement bezweckt haben dürfte, liegt auf der Hand – zumindest für Gröner: „Mehr Markisen verkaufen.“ Bei ihm und Müller sei das anders. „Es geht nicht darum, etwas zu verkaufen“, sagte Gröner am Montag jedenfalls, sondern vielmehr darum, „Wahrnehmung“ und „Namen“ der eigenen Firmen zu verbessern, um nicht zu sagen: deren Image. Millionenschwere Bau- und Immobilien-Löwen wie Gröner haben da, warum auch immer, traditionell Nachholbedarf. Nicht zuletzt deshalb dürften auf der PK am Montag auch Begriffe wie „Nachhaltigkeit“, soziale Marktwirtschaft“ und „Umwelt“ gefallen sein, für die die Buchstaben C und G selbstredend auch stünden – seit neuestem sogar auf den Trikots des KSC.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
5. Juli 2021, 17:31 Uhr
Lesedauer:
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