KSC schickt Stellungnahme an die DFL

Karlsruhe (ket) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hat sich zu den Vorwürfen geäußert, gegen die Hygienekonzepte verstoßen zu haben. Der KSC schickte am Freitag ein ganzes Dossier an die DFL.

Die Stellungnahme soll wohl ziemlich detailliert aufführen, welcher KSC-Spieler sich in den vergangenen Tagen wann und wo aufgehalten hat und mit wem er dabei Kontakt hatte. Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

Die Stellungnahme soll wohl ziemlich detailliert aufführen, welcher KSC-Spieler sich in den vergangenen Tagen wann und wo aufgehalten hat und mit wem er dabei Kontakt hatte. Foto: Helge Prang/GES

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte angefordert – und sie bekam ausführlich geliefert. Ein richtig fettes Dossier hat der Karlsruher SC am Freitag laut Vereins-Pressestelle Richtung Frankfurt geschickt. Um 12 Uhr musste das Werk in der Guiollettstraß 44 bis 46 angekommen sein. Sein Inhalt: Die Stellungnahme des Zweitligisten zu den Vorwürfen, er habe gegen das Hygienekonzept der DFL verstoßen. Weitere Details wollte der KSC am Freitag mit dem Hinweis, es handele sich dabei um bisweilen intime Vereinsinterna, nicht preisgeben. Dem Vernehmen nach führt die Stellungnahme unter anderem ziemlich detailliert auf, welcher Spieler sich in den vergangenen Tagen wann und wo aufgehalten hat und mit wem er dabei Kontakt hatte.

Kreuzer weist auf Lücken im DFL-Hygienekonzept hin

Anlass für die DFL, eine solche Erklärung überhaupt einzufordern, waren Aussagen des stellvertretenden Leiters des Karlsruher Gesundheitsamtes Ulrich Wagner im Zuge der Quarantäne-Anordnung nach dem positiven PCR-Test von KSC-Keeper Marius Gersbeck am Dienstag. „Es war relativ einfach zu sagen, dass es Termine gegeben hat, an denen das ganze Team teilgenommen hat – und auch in einer Form, wo man sagen muss: ohne Schutz“, hatte Wagner unter anderem gegenüber dem SWR begründet, warum sein Amt die Quarantäne für die gesamte Mannschaft angeordnet hatte – und damit zumindest den Verdacht in den Raum gestellt, der KSC habe gegen die DFL-Hygienevorschriften verstoßen. Zwar hatte KSC-Sportchef Oliver Kreuzer dem umgehend widersprochen, verbunden mit dem Hinweis, der KSC achte penibel darauf, dass jedes Detail umgesetzt werde („Seit Beginn der Pandemie versuchen wir das gesamte Konzept zu 100 Prozent einzuhalten“), besagte Stellungnahme forderte die DFL am Donnerstag dennoch an.

Dass Kreuzer laut dpa zudem darauf hingewiesen hat, dass es, wie in jedem System, auch in jenem der DFL, Lücken gebe, dürfte unbestritten sein, von der DFL allerdings keineswegs gerne gehört werden, schon gar nicht zu einem Zeitpunkt, in dem ihr ihr vielgelobtes Hygiene-Konzept doch ziemlich um die Ohren fliegt, zumindest in Liga zwei. Jahn Regensburg, Holstein Kiel und Hannover 96 mussten bereits in Quarantäne, der KSC und der SV Sandhausen befinden sich dort aktuell. Viel darf so kurz vor Saisonende also nicht mehr passieren, soll die Spielzeit tatsächlich regulär zu Ende geführt werden, der Spielplan bietet schließlich kaum mehr Lücken für dann anfallende Nachholpartien.

Strengere Nachfragen der DFL

Auch das könnte Grund dafür sein, dass sich die DFL nun offenbar zu einem strengeren Nachfragen, Vorgehen und Durchgreifen veranlasst sieht. Das kann – konsequent praktiziert – der Sache nur dienlich sein. Andererseits: Wo Spieler sich fortwährend vor laufender TV-Kamera auf dem Spielfeld nach Torerfolgen knuddeln, wirkt es seltsam absurd, ihre Vereine bestrafen zu wollen, wenn sie bei einer Teambesprechung ohne Maske gesichtet werden. Was das anbelangt, gibt es nicht den geringsten Anlass zu glauben, der KSC habe mehr gegen irgendwelche Hygienevorschriften verstoßen als jeder andere Profiverein in Deutschland.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
9. April 2021, 23:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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