KSC will Aufwärtstrend „vergolden“

Karlsruhe (rap) – Fußball-Zweitligist zeigt sich nach der Corona-Zwangspause zunehmend stabiler und will am Samstag im heimischen Wildpark gegen den FC St. Pauli dreifach punkten.

In Hannover noch Joker, gegen St. Pauli sicherlich ein Startelf-Kandidat: Änis Ben-Hatira (weißes Trikot). Foto: Güngör/GES

© GES/Marvin Ibo Güngör

In Hannover noch Joker, gegen St. Pauli sicherlich ein Startelf-Kandidat: Änis Ben-Hatira (weißes Trikot). Foto: Güngör/GES

In Krisenzeiten steigt der Wert von Gold. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Auch Christian Eichner hat seinen ganz eigenen Goldplan kundgetan. Und zwar am Mittwochabend, direkt nach dem 1:1 seines Karlsruher SC bei Hannover 96. Schließlich befindet sich auch der Trainer mit dem badischen Fußball-Zweitligisten in Krisenzeiten namens Abstiegskampf. Jedoch dreht sich Eichners Goldrechnung nicht etwa um Unzen oder Barren, sondern um Punkte und Tabellen. „Die Unentschieden gehen mir auf den Sack. Damit kommen wir nicht weiter. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir diesen Punkt am Samstag gegen St. Pauli vergolden“, sagte der KSC-Coach nach dem Gastspiel in Niedersachsen.

Am Freitag dann, bei der in Corona-Zeiten mittlerweile obligatorischen Online-Pressekonferenz, bekräftigte der 37-Jährige sein Vorhaben nochmals: „Wir versuchen morgen, an viele der Dinge anzuknüpfen, die wir nach Corona ordentlich hinbekommen haben. Natürlich mit dem klaren Wunsch und Ziel, die drei Punkte im Wildpark zu behalten.“ Gegen den Kiezklub, als Tabellenzwölfter (34 Punkte) auch zumindest im Dunstkreis des Abstiegskampfs, soll am Samstag (13 Uhr) also der nächste Schritt raus aus dem untersten Tabellenkeller gelingen – mit den Zählern 30, 31 und 32.

In der Tat, der KSC scheint unter „Eiche“ stabiler zu sein, als unter Vorgänger Alois Schwartz – vor allem in der Defensive. In den drei Begegnungen nach der Corona-Zwangspause hat die einstmalige Schießbude der Liga (47 Gegentore) das Verteidigen verinnerlicht und erst einen Gegentreffer, eben diesen in Hannover, hinnehmen müssen. Sowohl gegen Darmstadt (2:0) als auch gegen Bochum (0:0) zeigte sich die Abwehrkette gefestigt. Zudem ist auch ein spielerischer Fortschritt nicht zu leugnen. Lange, teils planlose Bälle auf Sturmspitze Philipp Hofmann, der auch nach Corona weiter die personifizierte Lebensversicherung des KSC bleibt, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Vielmehr fordert Eichner einen gezielten Spielaufbau von seinen Akteuren.

Eichner: „Wir brauchen dringend Punkte“

Allein in der Tabelle ist der Fortschritt (noch) nicht richtig spürbar. Zwar kämpfte sich der KSC durch die zuletzt gesammelten fünf Zähler auf den Relegationsplatz nach oben, befindet sich aber dennoch in akuter Abstiegsgefahr, da auch die Konkurrenz kontinuierlich punktet. Gute Leistungen, die jedoch teils nur mit einem Teilerfolg belohnt wurden – eine nervenzehrende Situation für Eichner und seine Truppe? „Es sind einfach Punkte liegen geblieben. Wir hatten sowohl gegen Bochum als auch Hannover die Möglichkeit, die volle Punktzahl zu ergattern. Wir hätten aber auch bei beiden Spielen mit null Punkten dastehen können. Ich kann mit den Ergebnissen und der Leistung nach der Corona-Pause sehr, sehr gut leben. Wir haben aber keine Zeit mehr, über solche Dinge nachzudenken. Wir brauchen dringend Punkte“, sagte Eichner.

So soll die kleine Erfolgsserie, drei Spiele ungeschlagen, auch gegen die „ansprechenden“ Kiezkicker fortgesetzt werden. „Sie haben vorne extrem gefährliche Spieler, die jeder Hintermannschaft Probleme bereiten können. Auf der anderen Seite bieten sie immer etwas an nach hinten“, erklärte der KSC-Trainer, der bis auf Babacar Guèye personell aus dem Vollen schöpfen kann. Ob Änis Ben-Hatira in die Startelf zurückkehrt oder weitere Überraschungen möglich sind, ließ der 37-Jährige offen.

Am Ende der englischen Woche sieht Eichner sowieso andere Dinge als wichtiger an – und zwar den Kopf: „Entscheidend ist, wer es schafft, diesen Kopf so stark in den Griff zu bekommen, dass er diese körperliche Komponente irgendwann besiegt und den Gegner aus dem Stadion drücken kann.“ Der Kopf, er könnte am Samstag Gold wert werden.

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Erstellt:
29. Mai 2020, 22:30 Uhr
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