KSC will gegen Lilien punkten

Karlsruhe (rap) – Die Corona-Zwangspause ist vorbei, am Samstag startet der Fußball-Zweitligist Karlsruher SC gegen Darmstadt 98 in die restlichen neun Saisonspiele. Dank Corona aber vor leeren Rängen, ganz ohne die Unterstützung der Fans.

Kapitän und Innenverteidiger David Pisot könnte nach überstandener Hüftverletzung für das Spiel gegen die Lilien rechtzeitig fit werden. Foto: Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

Kapitän und Innenverteidiger David Pisot könnte nach überstandener Hüftverletzung für das Spiel gegen die Lilien rechtzeitig fit werden. Foto: Gilliar/GES

Der Plan klingt eigentlich recht simpel, den Christian Eichner für die nächsten Wochen ausgegeben hat. „Ich bin mir vor allem der Situation bewusst, dass es sehr, sehr sinnvoll ist, an keinem der kommenden Spieltage einen der beiden letzten Plätze einzunehmen, nachdem ich diese Woche die Zeitung gelesen habe“, sagte der KSC-Trainer am Donnerstag bei der Online-Pressekonferenz. Damit spielte der 37-Jährige indirekt auf folgenden Plan an, der diese Woche publik wurde: Nämlich diesen, dass die Deutsche Fußball Liga, sollte es doch zu einem Saisonabbruch kommen, mit zwei Absteigern plant. Und das Abbruchszenario schwebt – trotz aller ausgeklügelten Hygienekonzepte der DFL – bereits vor dem Neustart wie ein Damoklesschwert über dem deutschen Profifußball (Stichwort: Coronafälle in Dresden).

Und da der KSC vor der Zwangspause bereits auf einen Abstiegsplatz, nämlich Rang 17, gerutscht ist, sollten die Blau-Weißen schleunigst versuchen, in der Tabelle zu klettern. Am besten bereits am Samstag beim Geister-Heimspiel gegen den Rangsechsten Darmstadt 98. „Wir würden gut daran tun, am Samstag anzufangen, zu punkten“, lautet daher auch Eichners Wunsch an seine Jungs. Dass die Begleitumstände dafür aber, nun ja, zumindest suboptimal sind, liegt auf der Hand. Der Machtkampf im Wildpark um Ex-Präsident Ingo Wellenreuther und dem „Bündnis KSC“ dürfte nicht gerade zur Leistungssteigerung dienen – auch wenn Eichner fast gebetsmühlenartig betont: „Wir müssen uns auf den Sport konzentrieren.“

Eichner: „Wie früher beim Antalya-Cup“

Zudem müssen die KSC-Profis am Samstag mit den neuen Gegebenheiten, also den Geisterspielen, zurechtkommen, die da lauten: Keine Unterstützung der Fans, leere Ränge, kein Einlaufen. „Es ist wie früher beim Antalya-Cup in Belek, den ich immer gespielt habe. Man fängt einfach an und spielt. Wer diese Bedingungen am besten annimmt, der wird dieses Spiel siegreich beenden“, blickt Eichner in die eigene Vergangenheit, aber auch in die nahe Zukunft.

Doch auch personell hat der KSC-Coach in Sachen Startelf einige Baustellen zu bewältigen. Winter-Neuzugang Änis Ben-Hatira (Rot) und Innenverteidiger Christoph Kobald (5. Gelbe Karte) fehlen gesperrt, Kyoung-Rok Choi, Babacar Gueye und Burak Camoglu sind noch verletzt. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Kapitän und Innenverteidiger David Pisot (Hüfte). „David hat diese Woche wieder das Training aufgenommen. Wir müssen schauen, wie er die Belastungen verkraftet“, erklärt Eichner: „Wir haben im Kader nur drei gelernte Innenverteidiger.“ Sollte Pisot grünes Licht geben, wird er neben Daniel Gordon verteidigen, ansonsten muss „Eiche“ improvisieren. Möglich wäre etwa, dass Lukas Fröde in die Innenverteidigung rutscht. Eine weitere Alternative könnte auch Marlon Dinger von der U 19 sein, der zuletzt mit den Profis trainierte.

Für welche Anfangsformation sich Eichner am Samstag letztlich entscheiden wird, ließ er am Donnerstag noch offen, vielmehr versuchte er, ein positives Gefühl zu vermitteln: „Wir haben eine sehr, sehr gute Trainingswoche hinter uns. Die Vorfreude ist da, trotz all der Dinge, die drumherum passiert sind.“

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Erstellt:
15. Mai 2020, 19:00 Uhr
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