KSC will letzte Zweifel beseitigen

Karlsruhe (BT) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC will mit einem Heimsieg am Freitagabend gegen den FC Ingolstadt die 40-Punkte-Marke knacken und auch rechnerisch den Klassenerhalt eintüten.

Rückt in die Startelf: Daniel O’Shaughnessy (rechts) vertritt den gesperrten Daniel Gordon. Foto: Christian Charisius/dpa

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Rückt in die Startelf: Daniel O’Shaughnessy (rechts) vertritt den gesperrten Daniel Gordon. Foto: Christian Charisius/dpa

Rüdiger Rehm stellte am Donnerstag eine ziemlich einfache Rechnung auf: Der FC Ingolstadt plus Philipp Hofmann – so hätte es etwas werden können mit dem Klassenverbleib. „Das ist ein Spieler, der hat 17 Tore geschossen. Uns fehlen im Endeffekt ungefähr diese 17 Tore gegenüber dem KSC, das kann man dann ganz einfach hochrechnen“, führte der Trainer der Ingolstädter bei der Medienrunde aus.

Da die Stürmer des offensivschwachen Zweitliga-Schlusslichts (26 Tore), das an diesem Freitag (18.30 Uhr/Sky) beim Karlsruher SC antritt, aber nicht Philipp Hofmann, sondern Patrick Schmidt (3), Dennis Eckert Ayensa (2), Stefan Kutsche (2) oder Valmir Sulejmani (1) heißen, kann der FCI schon längst für die dritte Liga planen.

Eichner hat die Defensive im Blick

In dieser sollen, so hatte es Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer im Laufe der Woche verkündet, Rehm und Sportdirektor Malte Metzelder weiter vorangehen und die Mission Wiederaufstieg in Angriff nehmen. Erreicht Rehms Team im Wildpark kein besseres Resultat als zeitgleich Dynamo Dresden im Spiel bei Fortuna Düsseldorf, ist der Ingolstädter Abstieg auch rechnerisch besiegelt. Rehm gibt sich nach der jüngsten Niederlage gegen Paderborn ohnedies keinen Illusionen mehr hin: „Mit einem Sieg hätten wir da sicherlich noch ein bisschen Spannung reinbringen können. Jetzt ist das Szenario sehr, sehr schwierig.“ Nun gehe es eher darum, „ein Zweitliga-Spiel zu gewinnen“.

Selbiges haben auch die Karlsruher im Sinn. Zumal sie in dem Fall mit dann 42 Zählern nicht nur die 40-Punkte-Marke übertreffen, sondern auch ohne Düsseldorfer Schützenhilfe den Ligaverbleib endgültig sichern würden. Im Blick hat Cheftrainer Christian Eichner zurzeit vor allem auch die Defensive, die zuletzt keine gute Figur abgegeben hatte, was die Bilanz von sieben Gegentoren aus drei Partien verdeutlicht. „Wir müssen in diesem Bereich alle kurzfristig, aber vor allen Dingen auch mittelfristig mit Blick auf das neue Jahr besser werden“, forderte Eichner, der die regelmäßigen Veränderungen in der Viererkette als einen Punkt anführte.

Auch gegen Ingolstadt wird er seine Abwehrformation wieder umbauen. Daniel O’Shaughnessy wird für Daniel Gordon, der im Spiel beim HSV (0:3) Gelb-Rot gesehen hatte, neu in die Innenverteidigung kommen. Und Philip Heise kehrt nach abgesessener Gelb-Sperre auf die linke Abwehrseite zurück, auf der ihn in Hamburg Kilian Jakob vertreten hatte. „Wir wollen die 40er-Marke jetzt endlich mal knacken, damit wir auch da Ruhe haben. Wir haben uns viel vorgenommen“, betont Heise und sagt mit Blick auf die Situation beim Gegner: „Wir nehmen jedes Spiel gleich an. Ob die jetzt schon abgestiegen sind oder ob jemand schon aufgestiegen ist – wir wollen gewinnen und einfach das Maximale rausholen.“

Choi Alternative für die Außenbahn

Offen ist, ob Eichner abgesehen vom Umbau in der Viererkette weitere Änderungen vornehmen wird. Der wiedergenesene Kyoung-Rok Choi käme für eine der offensiven Außenbahnen infrage, die schon die ganze Saison über Problemzonen bei den Blau-Weißen sind. Denkbar ist auch ein 4-4-2 mit Fabian Schleusener neben Hofmann als zweiter Spitze. Dann müsste Eichner allerdings einen Zentrumsspieler, vermutlich Tim Breithaupt, opfern. „Wir erwarten, dass wir mehr den Ball haben werden. Wir wissen aber auch, dass wir in der Lage sind, riskant zu spielen mit beispielsweise nur Philipp Hofmann“, sieht Eichner nur bedingt einen Zusammenhang zwischen der taktischen Grundordnung und der Spielweise.

Nach der zuletzt stimmungsvollen Kulisse in Hamburg mit rund 25.000 Zuschauern dürfte auch beim nächsten Abendspiel im Wildpark die Atmosphäre passen. Bis Donnerstagnachmittag waren nach KSC-Angaben bereits knapp 16.000 Tickets verkauft.

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Marius Bücher

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Erstellt:
21. April 2022, 20:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 59sec

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