KSC will wieder torgefährlicher werden

Karlsruhe (ket) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC will an diesem Freitag beim SC Paderborn nachholen, was ihm im heimischen Wildpark zuletzt nicht gelungen ist: Tore schießen.

Der Karlsruher Jerôme Gondorf (links) hat sich einmal mehr den Ball erkämpft. Foto: Uli Deck/dpa

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Der Karlsruher Jerôme Gondorf (links) hat sich einmal mehr den Ball erkämpft. Foto: Uli Deck/dpa

Als Christian Eichner und seine Mannschaft am Donnerstag um die Mittagszeit ins Mannschaftsgefährt stiegen, waren sie allesamt „frohen Mutes“, jedenfalls hatte der Trainer das nur kurz zuvor noch so kundgetan. Anlass dazu gab es allemal, sogar in mehrfacher Ausführung, schließlich führte der Weg den badischen Zweitligisten in die rund 400 Kilometer entfernte Benteler-Arena, wo am Freitagabend (18.30 Uhr) der dort heimische SC Paderborn 07 Gastgeber des Karlsruher SC ist.

Mutmacher Nummer eins: Die Partie ist, man ahnt es schon, ein Auswärtsspiel. Das leidige Thema Heimschwäche – die zurückliegenden vier Spiele im heimischen Wildpark war der KSC ohne Tor und somit ohne Sieg geblieben – spielte im Vorfeld diesmal keine Rolle. Stattdessen wurde zumindest hier und da auf die Auswärtsstärke hingewiesen, über die die Badener zweifelsohne verfügen, was schon daran ersichtlich wird, dass sie 25 ihrer insgesamt 41 Punkte in der Fremde gesammelt haben. Mutmacher Nummer zwei: Der KSC rangiert als Tabellenfünfter im Tableau zwar mit sieben Punkten Vorsprung vor den neuntplatzierten Paderbornern, Favorit ist er im Gegensatz zu den beiden zurückliegenden Partien gegen St. Pauli und Braunschweig (beide 0:0) diesmal indes nicht. Nur zur Erinnerung: Vergangene Saison spielte die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart noch in der Bundesliga. Dass sie seither ihr Fußwerk nicht verlernt hat, hat sie gerade erst am Montagabend beim FC St. Pauli unter Beweis gestellt.

Eichner fordert Stabilität nach hinten und hohes Attackieren

Der 2:0-Sieg dort hat nicht nur KSC-Trainer Eichner „begeistert“, wie er am Donnerstag zugab. „Da kommt ein Zug auf uns zu – und zwar kein D-Zug, sondern ein Intercity“, prophezeite der 38-Jährige am Donnerstagvormittag, was durch Wortmeldungen aus Paderborn prompt bestätigt wurde. „Unser Ziel muss sein, nach vorne zu spielen, Tore zu schießen und den Gegner unter Druck zu setzen“, sagte SC-Coach Baumgart dort fast zeitgleich.

Schrecken kann Eichner auch das nicht. „Je besser der Gegner, desto besser kommen auch wir in die Gänge“, stellte er ziemlich abgebrüht fest. Die Siege gegen die Spvgg Greuther Fürth, Holstein Kiel, Hannover 96 und den VfL Bochum belegen des Trainers Worte zudem. Ihre besten Spiele haben die Karlsruher in dieser Saison in der Tat dann gemacht, wenn sie den Gegner etwas kommen lassen und dann die eigenen Offensivwaffen einsetzen konnten. In etwa so stellt sich das Eichner auch heute Abend vor: „Stabilität nach hinten“, „hohes Attackieren“ und „Nadelstiche setzen“ nannte er am Donnerstag die dazu passenden Stichworte.

Gondorf kehrt zurück an Bord

Zumal es ja durchaus noch einen weiteren, dritten Mutmacher gibt, nämlich den Spieluntergrund. Auf dem heimischen Wildpark-Acker ist es bisweilen schwer, einen auch nur ansatzweise gepflegten Ball zu spielen, wie es sich auch der KSC unter Eichner als Spielstil vorgenommen hat. „Dass wir auswärts besser sind als zu Hause hat auch damit zu tun“, glaubt der Trainer gar. Umso mehr freut er sich auf Paderborn. „Einen Teppich“ erwartet er dort als Spielunterlage.

Dass die Tore dennoch nicht von alleine fallen, ist Eichner freilich schon auch bewusst. Nur ein Treffer gelang den Blau-Weißen in den zurückliegenden vier Spielen (wovon drei freilich Heimspiele waren). Dass dabei auch Philipp Hofmann, Karlsruhes Torjäger vom Dienst, in die Schusslinie gerät, liegt in der Natur der Sache. Genau so schnell freilich nimmt Eichner ihn aus dieser wieder heraus. „Wir brauchen insgesamt wieder mehr Torgefahr“, forderte er am Donnerstag stattdessen. Die Namen Marvin Wanitzek und Kyoung-Rok Choi fielen in diesem Zusammenhang, aber auch Benjamin Goller und Marc Lorenz.

Auch auf Jerôme Gondorf kam die Rede, wenn auch in ganz anderem Zusammenhang. Der zuletzt gelbgesperrte Kapitän ist in Paderborn wieder an Bord, gegen die lauffreudigen Hausherren kann das nicht schaden. Was das für seinen Stellvertreter Lukas Fröde heißt, ließ Eichner offen.

Auch bei Xavier Amaechi und Malik Batmaz, beide standen letzten Sonntag gegen Braunschweig etwas überraschend in der Startformation, kann man nur spekulieren – und zwar in der Art, dass sie am Freitagabend wohl wieder eher zunächst auf der Ersatzbank werden Platz nehmen müssen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
18. März 2021, 16:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 06sec

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