KSC will zurück in die Punkte

Darmstadt (ket) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC will nach seiner ersten Niederlage 2021 zurück in die Erfolgsspur. Die Badener treten am Freitagabend bei Darmstadt 98 an.

Will mit dem KSC zurück in die Erfolgsspur: Stürmer Philipp Hofmann. Foto: Uli Deck/dpa

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Will mit dem KSC zurück in die Erfolgsspur: Stürmer Philipp Hofmann. Foto: Uli Deck/dpa

Die mittlerweile sich dem Ende zuneigende Woche? Kurz sei diese gewesen, sagt Christian Eichner, ansonsten aber ganz normal. Auch die Niederlage vergangenen Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg habe daran nichts ändern können, obwohl es doch die erste in diesem Jahr war nach zuvor acht Spielen in Serie ohne. „Wir sind ganz normal damit umgegangen“, berichtet der Trainer des Karlsruher SC.

Soll heißen: Erst haben er und sein Trainerteam analysiert, woran es letzten Sonntag gehapert hatte, dann wurde das Feedback von der Mannschaft eingeholt, um auch deren Sicht auf die Dinge in die abschließende Analyse mit einbauen zu können. Die fällt auch mit einer knappen Woche Abstand weit weniger schlecht aus, als es der ein oder andere vielleicht vermuten würde. „Wie die Mannschaft das Spiel grundsätzlich angegangen ist, war völlig in Ordnung“, wiederholte Eichner gestern, was er schon die letzten Tage immer mal wieder zu Protokoll gegeben hatte. Auch seine Einschränkung behielt Bestand: „Nur an Abschlussaktionen hat es gemangelt.“ Also am letzten Pass, am letzten Schuss, einfach an der letzten Entschlossenheit und Gier. Selbst Philipp Hofmann, der Torjäger vom Dienst, hatte die am Sonntag nicht auf den Platz gebracht. Geärgert habe ihn persönlich, so Eichner, am Ende dennoch vornehmlich etwas anderes, nämlich dies: „Dass wir hinten nicht bis zuletzt die Null halten konnten.“

Es ist eine ziemlich gnädige Analyse, die Eichner da betreibt – und eine ebenso kluge wie passende zudem. Der KSC ist schließlich nicht der HSV, auch wenn er – trotz der Niederlage gegen Nürnberg – punktemäßig gar nicht so weit weg ist von den aufstiegsverdammten Hanseaten. Natürlich: Die Badener haben bisher eine formidable Runde gespielt, sind Fünfter und haben damit Erwartungen geschürt, gerade bei den eigenen Fans. Aber auch: Sie kommen von ziemlich weit unten, von so weit unten, dass eine Niederlage gegen Nürnberg zwar bedauerlich ist, aber noch immer keine Schande. Zumal die Eichner-Elf auch nach der ersten Niederlage 2021 im Übersoll liegt, zumindest mit Blick auf das, was der Trainer „Innenperspektive“ nennt. „Wir wollen so schnell wie möglich unser Saisonziel erreichen“, sagt Eichner, was er damit meint, also den Klassenerhalt.

Mit 65 Prozent Ballbesitz muss man auch umgehen können

Und überhaupt: In der jüngsten Vergangenheit hat die Mannschaft ziemlich eindrucksvoll gezeigt, dass sie in der Lage ist, aus Niederlagen und Rückschlägen zu lernen, zum Beispiel wie man mit ungewohnten 65 Prozent Ballbesitz besser und effektiver spielt als sie es gegen den eher passiv auftretenden Club gemacht hat. „Damit umgehen zu können, ist einer der nächsten Schritte“, sagt Eichner grinsend.

Vielleicht bietet sich ja schon am Freitagabend die Möglichkeit, die Studienreihe fortzusetzen. Vielleicht überlässt ja auch der SV Darmstadt 98 der Eichner-Truppe zunächst einmal Ball und Spiel. Zumindest vom Tabellenstand her könnte die Partie einen ähnlichen Verlauf nehmen wie jene gegen Nürnberg. Tabellen-14. sind die Hessen schließlich aktuell.

Andererseits ist es nicht die Art einer von Markus Anfang trainierten Mannschaft, allzu sehr auf Abwarten und Zögern zu spielen. 34 Tore sind Beweis hierfür. Und auch wenn sich dies im Vergleich zur Vorrunde mittlerweile ein wenig gelegt hat, so sind die Lilien doch immer noch für das ein oder Spektakel gut. Im Hinspiel im heimischen Wildpark musste das auch der KSC schmerzlich erfahren. Mit 3:4 verlor er in letzter Minute nach einer ziemlich wilden Kiste. Morgen wird zu sehen sein, ob und was Eichners Mannschaft daraus gelernt hat.

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Erstellt:
26. Februar 2021, 06:00 Uhr
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