KVV: Maskenmuffeln droht Geldstrafe

Karlsruhe (win) – Der Karlsruher Verkehrsverbund hat seine Beförderungsbedingungen geändert. Dadurch kann künftig auch das Prüfpersonal Bußgelder verhängen.Bislang konnte das nur die Polizei.

Bislang kann nur die Polizei – hier ein Bild aus Stuttgart – bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld verhängen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Bislang kann nur die Polizei – hier ein Bild aus Stuttgart – bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld verhängen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Wer in den Bussen und Bahnen des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) ohne Mund-Nasen-Maske angetroffen wird, riskiert künftig nicht nur, das Fahrzeug verlassen zu müssen; gleichzeitig droht ab dem 23. Oktober auch eine Vertragsstrafe in Höhe von 100 Euro.

Als erster und bisher einziger Verkehrsverbund in Baden-Württemberg hat der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) seine Beförderungsbedingungen entsprechend geändert, so dass auch das Prüfpersonal künftig Strafen aussprechen kann. „In Zeiten steigender Infektionszahlen und vor dem Hintergrund, dass die allermeisten Fahrgäste sich an die Regeln halten, möchten wir zeigen, dass es null Toleranz gegenüber Maskenmuffeln gibt“, erklärte KVV-Chef Alexander Pischon im Rahmen einer Pressekonferenz.

Klagen über mangelnde Kontrollen häuften sich

Hintergrund ist, dass sich seit Wochen in der Beschwerdestelle des KVV die Klagen häufen, weil aus Sicht vieler Fahrgäste zu wenig kontrolliert wird. „Es geht nicht darum, 100 Euro einzusammeln oder Leuten aufzulauern, es geht um die Gesundheit unserer Fahrgäste und unseres Personals.“ Laut Studien sei das Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen nicht erhöht, sofern die Fahrgäste Mund-Nasen-Masken tragen.

Pischon verwies darauf, dass bereits seit dem 27. April in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen gilt. Inzwischen hatten die Menschen somit Zeit, sich an diese Regel zu gewöhnen. „Doch manche Menschen werden mittlerweile nachlässig“, berichtet Mary Joyce, Chefin der 150 Fahrscheinprüfer, die für die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) auf allen Stadtbahnstrecken in der Region unterwegs sind. Vor allem abends und wenn Alkohol im Spiel sei, lasse die Disziplin nach. Es komme bei Fahrgästen sehr positiv an, wenn verstärkt die Maskenpflicht kontrolliert werde, doch bisher seien den Fahrscheinprüfern bei Strafen die Hände gebunden. Zwar könne man schon jetzt die Maskenverweigerer aus dem Fahrzeug weisen, doch vor allem im innerstädtischen Verkehr sei dies eher ein stumpfes Schwert. Muss hingegen die Polizei informiert werden, die derzeit alleine die Bußgelder verhängen kann, habe dies zur Folge, dass die betreffende Bahn bis zum Eintreffen der Beamten stehen bleiben muss und die anderen Fahrgäste, die sich korrekt verhalten, mit bestraft werden.

Nicht alle Unternehmen im Verbund ziehen mit

Wie Pischon erklärte, werden nicht alle Verkehrsunternehmen im Verbund die neuen Beförderungsrichtlinien auch durchsetzen. Während VBK, AVG, Abellio Rail Baden-Württemberg, die Stadtwerke Baden-Baden, die Verkehrsgesellschaft Rastatt, StadtBus Bruchsal und Unternehmen wie Omnibus Hassis mit an Bord sind, wollen die Deutsche Bahn, der Regionalbusverkehr Südwest sowie mehrere kleine Busunternehmen einen anderen Weg gehen. Grund sind Berichte über Gewalt gegen das Personal, denn insbesondere Busfahrer sind meist allein in ihrem Fahrzeug unterwegs. Bei Fahrkartenkontrollen des KVV sind hingegen meist mehreren Personen im Einsatz, was die Gefahr von Übergriffen deutlich reduziere.

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Erstellt:
6. Oktober 2020, 20:00 Uhr
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