KVV will Fahrkarten zur Selbstentwertung einführen

Karlsruhe (BNN) – Am heutigen Freitag befasst sich der Aufsichtsrat des KVV mit einer Alternative zu den abgeschafften Stempelkarten. Es soll wohl selbst entwertbare Tickets geben.

Der KVV bietet seit Dezember keine Stempelkarten mehr an. Das hat bei vielen Kunden, vor allem bei Senioren und Eltern, Kritik ausgelöst. Foto: Rake Hora/BNN

Der KVV bietet seit Dezember keine Stempelkarten mehr an. Das hat bei vielen Kunden, vor allem bei Senioren und Eltern, Kritik ausgelöst. Foto: Rake Hora/BNN

Der Aufsichtsrat des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) entscheidet am Freitag über eine Lösung in der Debatte um die abgeschafften Stempelkarten. Nach Informationen unserer Redaktion wird die Geschäftsführung dem Gremium vorschlagen, Fahrkarten zur Selbstentwertung einzuführen.

Bei diesem Modell könnten Kunden ihre Tickets bei Fahrtantritt selbst entwerten. Dazu müssten sie auf der Karte ihre Starthaltestelle und das Fahrtdatum mit einem Kugelschreiber eintragen. Das Stempeln fällt dadurch weg. Die Fahrkarten sollen in Fünfer- und Zehnerblöcken bei den KVV-Kundenzentren und teilnehmenden Verkaufsstellen erhältlich sein.

Geplant ist das Angebot von Einzelfahrkarten für Erwachsene und Kinder von einer bis sieben Waben. Die Abgabe soll ausschließlich an Privatkunden erfolgen.

Zudem wird, die Zustimmung des Aufsichtsrates vorausgesetzt, die Gültigkeit der Einzelfahrkarten künftig auf einen Tag verlängert. Die Geschäftsführung will das Gremium regelmäßig über die Verkaufszahlen der selbst entwertbaren Fahrkarten informieren.

Aufsichtsrat entscheidet über Lösung

Außerdem entscheidet der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Freitag um 16 Uhr über einen Antrag der Freien Wähler im Karlsruher Gemeinderat auf Einführung einer Chipkarte. Damit würden Fahrtantritt und -ende automatisch erfasst.

Um dieses Modell zu etablieren, wäre allerdings der Aufbau einer Infrastruktur mit Kartenlesegeräten notwendig. Nach Informationen dieser Redaktion favorisiert die KVV-Geschäftsleitung die Selbstentwerter-Karten.

Die Freien Wähler hatten sich zudem für eine Aufstockung des Aufsichtsrates um Vertreter von Senioren- und Fahrgastbeiräten ausgesprochen. Auch dieser Antrag wird Thema im Rat sein.

Der KVV verkauft seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember nur noch Karten für den sofortigen Fahrtantritt. Tickets, die zu einem späteren Zeitpunkt in Bussen und Bahnen entwertet werden können, bietet der Verkehrsverbund nicht mehr an. Ab dem 1. Juli soll es in den Fahrzeugen keine Entwerter mehr geben.

Begründet hatte der KVV diesen Schritt mit einem Rückgang der Verkaufszahlen. Nach Aussage von Geschäftsführer Alexander Pischon lag etwa der Anteil der Viererkarte vor der Pandemie 2019 in Relation zu allen Fahrkarten im Verbundgebiet gerade einmal noch bei 1,4 Prozent. Die Entscheidung hatte heftige Kritik von Kunden und Kommunalpolitikern ausgelöst.

Ihr Autor

BNN-Redakteur Dominic Körner

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Erstellt:
11. März 2022, 10:30 Uhr
Lesedauer:
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