Kampfansage an den Klimawandel

Straßburg (lor) – Nach dem Ausruf des Klimanotstands beschließt der Rat der Eurometropole Straßburg erste konkrete Maßnahmen.

Pia Imbs, neue Präsidentin der Eurometropole Straßburg, rief den Klimanotstand aus. Foto: Jürgen Lorey/Archiv

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Pia Imbs, neue Präsidentin der Eurometropole Straßburg, rief den Klimanotstand aus. Foto: Jürgen Lorey/Archiv

Ausrufung des Klimanotstands für Straßburg und die Rücknahme einer Verordnung, wonach die ersten beiden Stunden Parken in der Innenstadt wegen der Corona-Krise gratis sind: Mit diesen beiden ersten Entscheidungen des Stadtrats zeigt die neugewählte grüne OB Jeanne Barseghian (39) kurz nach ihrem Amtsantritt am 4. Juli, wie ernst es ihr ist, den Kampf gegen den Klimawandel in den Mittelpunkt aller Entscheidungen und Projekte in der Eurometropole Straßburg stellen zu wollen.

Klimanotstand ausgerufen

Den „Klima-, Sozial- und Demokratienotstand“ hatte Barseghian bereits zu Anfang des Kommunalwahlkampfs in Straßburg Anfang des Jahres zu ihren Prioritäten und Wahlkampfversprechen gemacht.

In seiner jüngsten Sitzung folgte auch der Rat der Eurometropole Straßburg mit Pia Imbs (60) als Präsidentin an der Spitze und rief ebenfalls den Klimanotstand aus. Die Eurometropole umfasst 33 Kommunen mit rund einer halben Million Einwohner, Straßburg hat rund 285.000 Einwohner.

Klimaagentur als Anlaufstelle

Dieser symbolische Akt soll einem Aufruf zu einer „Allianz für das Klima“ folgen, wie es heißt. Dahinter steht die Idee, „ein Netz von Akteuren zu mobilisieren, die Lust haben, zu handeln“, wie Pia Imbs erklärt. Der Appell richte sich an „die treibenden Kräfte in jeder Kommune, an die Unternehmen, die Vereine, an die Institutionen, die Einwohner des Großraums Straßburg“.

In seiner jüngsten Sitzung beschloss daher der Rat der Eurometropole, eine Klimaagentur zu schaffen, die Anfang 2021 die Arbeit aufnehmen soll. „Ziel ist es, eine einzige Anlaufstelle zu haben“, erklärt Stella Dambach (61), als Vizepräsidentin der Eurometropole für Energiewende und Stadt- und Naturplanung zuständig und grüne Bürgermeisterin der Straßburger Randgemeinde Schiltigheim. Die Anfragen an die Klimaagentur würden anschließend an die verschiedenen qualifizierten Referenten weitergeleitet. „Das Ziel ist, dass energetische Sanierungen, erneuerbare Energien, Abfallmanagement etc. technisch, finanziell und verwaltungsmäßig begleitet werden“, sagte Imbs der Gratiszeitung „20minutes“. Weitere Themen können die Alltagsmobilität, Verkehr oder einfach weitere Vorschläge in Bezug auf Klimaschutz sein. Die Klimaagentur soll auch Räume zur Verfügung stellen, wo man sich zum Austausch und zur Umsetzung von Initiativen treffen kann. Welches Budget die Klimaagentur erhalten soll, ist nach Angaben von Imbs noch nicht festgelegt.

Ausweitung des Systems der Anruf-Sammel-Busse

Was das Thema „Mobilität“ und die Begrenzung der Benutzung des Autos betrifft, soll in der Eurometropole das System der Anruf-Sammel-Busse der Straßburger Verkehrsbetriebe CTS ausgeweitet werden. Bislang wird dieses noch unter der vorausgegangenen Präsidentschaft des Sozialisten Robert Herrmann in der Eurometropole eingeführte Bus-Anruf-System im Westen und Südwesten des Straßburger Ballungsraumes getestet. Künftig soll es laut Imbs auf den „zweiten Kranz“ um die Straßburger Kommune ausgeweitet werden und alle 33 Gemeinden umfassen.

Für die Ausweitung des Anruf-Systems wolle man 20 kleine Elektro-Busse kaufen, die testweise bis zu neun Passagiere und ein oder zwei Fahrräder transportieren können. Mittelfristig sollen diese Minibusse auf dem gesamten Gebiet der Eurometropole fahren und eventuell darüber hinaus, um Gewerbe- oder Industriegebiete anzufahren. Damit werde das Netz der CTS ausgebaut, „ohne dass man einen neuen Ausbau braucht“, sagt der Grüne Alain Jund, als Vizepräsident der Eurometropole für Verkehr, Mobilität und Fahrradpolitik zuständig. Die Taktzeiten der Busse würden erhöht, ebenso wie die Zahl der Haltestellen und die Fahrzeiten, die von 5 Uhr bis Mitternacht ausgedehnt würden.

Installation von Ladestationen für E-Autos

Dritte konkrete Erstmaßnahme im Rahmen der Klimapolitik der neuen Präsidentschaft der Eurometropole soll die Installation von Ladestationen für Elektro- und Hybridautos auf dem gesamten Gebiet der Eurometropole werden. Die Installation der Ladestationen ist für den Zeitraum Anfang 2021 bis Sommer 2022 vorgesehen.


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