Karlsruher SC: Kreuzer verbietet das Träumen

Karlsruhe (fal) – Vier Auswärtssiege in Folge: Als Sportdirektor Oliver Kreuzer noch seine Fußballschuhe für den Karlsruher SC schnürte, vor 34 Jahren, gelang das dem KSC in Liga zwei zuletzt.

Karlsruher Freude über den vierten Auswärtssieg in Folge. Zuletzt gelang das dem KSC vor 34 Jahren unter Winfried Schäfer. Foto: Uwe Anspach/dpa

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Karlsruher Freude über den vierten Auswärtssieg in Folge. Zuletzt gelang das dem KSC vor 34 Jahren unter Winfried Schäfer. Foto: Uwe Anspach/dpa

Vier Auswärtssiege hintereinander, das gelang dem Karlsruher SC in der zweiten Liga zuletzt vor 34 Jahren. Winfried Schäfer, das nur zur Erinnerung, hieß damals der noch ziemlich neue Trainer, Oliver Kreuzer der Vorstopper. Die im Rahmen besagter Auswärtsserie in Oberhausen, Kassel, Wattenscheid und Freiburg eingespielten Punkte trugen damals dazu bei, dass den Wildparkprofis am 14. Juni 1987 der Aufstieg in die Bundesliga gelang.
Es ist lange her – und doch ist nicht auszuschließen, dass der ein oder andere KSC-Fan ganz aktuell auf Wiederholung hofft beziehungsweise davon träumt. Nach den Erfolgen in Würzburg (4:2), Kiel (3:2) und Bochum (2:1) stellte die Mannschaft von Trainer Christian Eichner am Samstag ihren vereinsinternen Rekord mit dem 3:2-Sieg in Sandhausen schließlich ein. Die Badener stellen damit hinter dem Kieler SV Holstein und der Spielvereinigung Greuther Fürth die aktuell drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga. Alles in allem, also die Heimspiele dazu genommen, sind sie Tabellenfünfter.

Ihre Ziele wollen die Blau-Weißen dennoch „nicht korrigieren“, wie Oliver Kreuzer, mittlerweile vom Vorstopper zum Geschäftsführer geworden, am Sonntag wiederholte. Er und Trainer Christian Eichner haben in erster Linie die 40-Punkte-Marke im Auge, mit deren Erreichen der Klassenerhalt gesichert wäre. Dafür fehlen den Wildparkprofis noch vier Zähler. Mindestens bis dahin gelte, so Kreuzer: „Mund halten und nicht quatschen. Weiter arbeiten. Einfach nur weiter arbeiten. Nicht abheben oder anfangen zu träumen.“

Dass solche Warnungen durchaus angebracht sind, war in Sandhausen zu sehen. Nicht, dass der KSC seine Gastgeber unterschätzt hätte. Das, was seine Mannschaft in der ersten Halbzeit am Hardtwald ablieferte, fand Eichner „im Ansatz ganz ordentlich. Aber das ist dann alles verpufft.“ Vielleicht auch, weil seine Spieler ihre vermeintliche fußballerische Überlegenheit demonstrieren wollten? „Wir wollen schon Fußball spielen“, sagte der KSC-Coach dazu. Seine Schützlinge müssten dabei aber auch in Betracht ziehen: „Wie ist der Platz? Wie läuft das Spiel?“ Mal Hacke hier, mal Außenrist dort – das waren Eichner am Sonntag zu viele Schnörkel. Darüber hinaus habe der KSC die Hausherren, die die zweiten Bälle aufgesammelt haben, „nur begleitet“. Die Folge: ein 0:2-Rückstand zur Pause.

Gott sei Dank aus Karlsruher Sicht trugen Eichners Hinweise in der Pause („Mehr Zweitligafußball – einfacherer Fußball“) nach dem Seitenwechsel ziemlich sofort Früchte. „Er findet da immer die richtigen Worte“, lobte Rechtsverteidiger Marco Thiede seinen Trainer. „Wir sollten die erste Halbzeit komplett vergessen. Damit hatte er genau Recht. Es bringt nichts, sich über die Fehler, die man gemacht hat, Gedanken zu machen. Ich glaube, die Reaktion sprach dann für sich.“

Und wie! Schon 14 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Philipp Hofmann zum 1:2, den Rest besorgte Kyoung-Rok Choi per Doppelpack (53., 76.).

Zur Belohnung gab Eichner seinen Schützlingen am Montag und Dienstag trainingsfrei. Am Mittwoch sollen dann auch die zuletzt verletzten Tim Breithaupt, Philip Heise und Sebastian Jung wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Dominik Kother ist wegen einer Angina in dieser Trainingswoche hingegen nicht mehr eingeplant.


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