Karlsruhes OB Mentrup fordert Öffnungsperspektive

Karlsruhe (win) – Für Karlsruhes OB Frank Mentrup ist es nicht nachvollziehbar, warum Drogeriemärkte Kleidung und Spielzeug verkaufen dürfen, während Kaufhäuser mit mehr Grundfläche das nicht dürfen.

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup spricht sich gegen Kontrollen und den Nachweis negativer Tests an der deutsch-französischen Grenze aus. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

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Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup spricht sich gegen Kontrollen und den Nachweis negativer Tests an der deutsch-französischen Grenze aus. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) zeigt sich „schwer enttäuscht“, dass es trotz sinkender Corona-Infektionszahlen noch immer keine Öffnungsperspektive für den Einzelhandel gibt. So sehr Mentrup sich über die Öffnungsperspektive bei Kitas und Schulen freut, so sauer ist er über die Lockdown-Verlängerung im Einzelhandel.

„Wir haben zurückgehende Inzidenzzahlen, trotz der gefürchteten Mutationen“, so der Karlsruher OB. Wir haben aber auch eine Situation, wonach nicht der ganze Einzelhandel geschlossen ist, sondern Drogeriemärkte und Supermarktketten weiterhin geöffnet sind. „Jeder der samstags in eine dieser Einrichtungen geht, der merkt, dass dies mittlerweile die Ziele der familiären Ausflüge sind“, sagte Mentrup im Rahmen eines Pressegesprächs. Solche Geschäfte bekämen fast schon eine Art Freizeitparkcharakter. Dennoch sei nicht erkennbar, dass hiervon eine große Infektionsgefahr ausgehe.

Es sei auch nicht nachvollziehbar, warum in einem mehrstöckigen Drogeriemarkt Parfüm, Kleidung, Spielzeug und Schreibwaren gekauft werden könne, während nebenan in einem Kaufhaus, „das wahrscheinlich deutlich mehr Grundfläche in den einzelnen Etagen hat, dies nicht möglich sei.“

Inzwischen gäbe es jedenfalls genügend Gründe, den Einzelhandel insgesamt wieder zu öffnen, weil sich dann auch die Zahl der Kunden auf mehrere Geschäfte verteile, was wiederum die Infektionsgefahr eher absenken würde. Kritisch sei auch, dass die Fläche pro Kunde auf 20 Quadratmeter hoch gesetzt werden soll. Damit mache man nur den kleinen und inhabergeführten Geschäften das Leben extrem schwer. Wichtiger sei, dass Hygieneregeln konsequent eingehalten würden. Dies sei seiner Meinung nach der Fall, denn die Bevölkerung habe die Regeln inzwischen verinnerlicht. Mentrup sieht in der aktuellen Verordnung vor allem eine Gefahr für die Innenstadtlagen der Groß- und Mittelstädte. „Aus meiner Sicht fährt man da ein bisschen fahrlässig ganze Branchen und vor allem die Einzelhandelslagen an die Wand.“

Mentrup spricht sich auch gegen Kontrollen und den Nachweis negativer Tests an der deutsch-französischen Grenze aus, obwohl das Elsass mit einer Inzidenzzahl von ungefähr 200 zum Hochrisikogebiet erklärt werden könnte.

„Wir hatten vor wenigen Wochen die Situation, dass es in Pforzheim solch hohe Inzidenzzahlen gab. Trotzdem kam niemand auf die Idee, von Pendlern aus Pforzheim einen solchen Test zu verlangen“, betonte Mentrup.

Das Elsass, Baden und die Pfalz seien ein gemeinsamer Lebensraum, diesem Umstand müsse Rechnung getragen werden.

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Erstellt:
13. Februar 2021, 23:00 Uhr
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