Katastrophenhilfe aus dem Südwesten

Baden-Baden/Ahrweiler (for) – Zahlreiche Helfer aus Baden-Württemberg – darunter auch Einsatzkräfte aus Mittelbaden – sind zur Unterstützung in den Unwetter-Gebieten in Rheinland-Pfalz im Einsatz.

Die Rettungskräfte im pfälzischen Kordel kommen an ihre Grenzen, aus Baden-Württemberg sind deshalb zahlreiche Helfer nach Rheinland-Pfalz ausgerückt. Foto: Bernd Lauter/AFP

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Die Rettungskräfte im pfälzischen Kordel kommen an ihre Grenzen, aus Baden-Württemberg sind deshalb zahlreiche Helfer nach Rheinland-Pfalz ausgerückt. Foto: Bernd Lauter/AFP

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird langsam das ganze Ausmaß deutlich. Baden-Württemberg hat frühzeitig Unterstützung zugesagt und bereits am Donnerstagabend Helfer in die Krisengebiete geschickt – auch Einsatzkräfte aus Mittelbaden sind dabei.

100 Krankenwagen aus dem Südwesten

Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte gestern in Stuttgart: „Am gestrigen Abend und in den Nachtstunden haben wir die Unterstützung deutlich ausgeweitet und weitere rund 600 Einsatzkräfte von Sanitätsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk zur Unterstützung entsandt.“

Ein weiterer Polizeihubschrauber mit Höhenrettern der Feuerwehr Stuttgart solle ins Einsatzgebiet im Landkreis Ahrweiler fliegen. Zudem seien aus dem Südwesten unter anderem 100 Krankentransportwagen mit 200 Einsatzkräften der Hilfsorganisationen sowie 15 Hochwassereinheiten der Feuerwehren mit insgesamt rund 300 Menschen in Rheinland-Pfalz.

Schon am Donnerstag waren Strobl zufolge ein Polizeihubschrauber mit Feuerwehrleuten des Höhenrettungsdienstes der Berufsfeuerwehr Stuttgart sowie der Rettungshubschrauber Christoph 54 mit Luftrettern der Bergwacht Schwarzwald im Einsatz. „Allein durch den Polizeihubschrauber wurden 37 Menschen vor den Fluten gerettet“, hieß es gestern Vormittag.

Helfer aus Mittelbaden vor Ort

Unter den Helfer sind auch Einsatzkräfte der DRK-Ortsverbände Bühl-Achern, Rastatt und Baden-Baden, wie Gabriele Saint Pierre, Pressesprecherin des DRK-Kreisverbands Bühl-Achern, auf BT-Anfrage mitteilt. Demnach konnten die DRK-Kreisverbände Bühl-Achern und Rastatt sowie der DRK-Kreisverband Baden-Baden bereits am Donnerstagnachmittag insgesamt vier Teams zusammenstellen und sich ad hoc an dem Hilfseinsatz beteiligen. „Mit insgesamt 25 Krankentransportwagen wurden sie von Bruchsal aus im Marschverband mit Sondersignal in die Region um Ahrweiler entsandt und erhielten dort ihre Einzelaufträge“, schildert Saint Pierre den Vorgang.

Vor Ort hätten die Bereitschaftskräfte mehrere Patienten in entfernte Krankenhäuser, unter anderem auch in das Bundeswehrkrankenhaus Koblenz, verlegt. „Derzeit steht noch nicht fest, ob die Hilfskräfte noch weiter im Einsatz verbleiben oder auch weitere Betreuungseinheiten angefordert werden“, so Saint Pierre weiter. Letztlich müsse das der Verwaltungsstab des Innenministeriums entscheiden, wie Michael Janke, Pressesprecher beim Landratsamt Rastatt, erklärt. „Unser Kreisbrandmeister ist derzeit im ständigen Austausch mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe“, fügt Janke hinzu. Trotz der großen Not in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen dürfe man natürlich auch die Situation am Oberrhein nicht aus dem Blick verlieren. „Auch hier ist die Lage durchaus angespannt, wir müssen abwarten, wie es sich in den kommenden Tagen entwickelt und können deshalb nicht alle Hilfskräfte ausrücken lassen“, merkt Janke an.

Nachsorgeteam des Bühler THW ausgerückt

Eines sei jedoch schon jetzt klar: „Die Rettungskräfte in den Katastrophengebieten sind nach den stundenlangen und dramatischen Einsätzen selbst erschöpft und benötigen Entlastung“, sagt Saint Pierre. Oftmals sei die Erschöpfung nicht nur körperlich bedingt, sondern auch psychisch. Bilder der Zerstörung, Menschen, die ihre Existenzen oder sogar einen Angehörigen verloren haben und die Bergung von Toten – all das könne auch erfahrene Kräfte an ihre Grenzen bringen.

Ein zweiköpfiges, geschultes Nachsorgeteam des Technischen Hilfswerks vom Ortsverband Bühl ist deshalb ebenfalls nach Rheinland-Pfalz ausgerückt, um die Rettungskräfte nach besonders belastenden Ereignissen entsprechend psychosozial zu betreuen.


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