Kaum Urlaub – weniger Tiere in Pension

Rastatt (fuv) – Die Corona-Krise beschäftigt auch das Tierheim. Die Zahl der Pensionstiere ist deutlich zurückgegangen. Grund: Die Tierbesitzer machen kaum Urlaub.

Infrastruktur erweitert: Tierheimleiterin Silke Vierboom (links) und die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Sibylle Fritz, im erweiterten Kleintierzimmer. Foto: Frank Vetter

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Infrastruktur erweitert: Tierheimleiterin Silke Vierboom (links) und die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Sibylle Fritz, im erweiterten Kleintierzimmer. Foto: Frank Vetter

Das Tierheim hat im zurückliegenden Covid-19-Jahr seinen Betrieb aufrechterhalten, allerdings mit Einschränkungen beim Besucherverkehr. Tiere wurden weiterhin aufgenommen und vermittelt – auch mithilfe der wöchentlichen Rubrik „Wer will mich haben?“ im Badischen Tagblatt. Die Leiterin des Tierheims, Silke Vierboom, und die Vorsitzende des Tierschutzvereins Rastatt als Träger des Tierheims, Sibylle Fritz, zogen Bilanz und blicken auf das gerade begonnene Jahr.
An den Verkehrszahlen habe sich mit Ausnahmen bei den Pensionsgästen gar nicht so viel geändert, resümieren Vierboom und Fritz. 31 Hunde wurden 2020 von ihren Besitzern aus verschiedenen Gründen im Tierheim abgegeben, acht weniger als im Vorjahr (Zahlen in Klammern). Von 29 (30) Fundhunden wurden 27 wieder abgeholt, zwei übereignet. Die Zahl der beschlagnahmten „Bellos“ stieg um sechs auf neun an. 47 (69) Hunde konnten im Laufe des Jahres vermittelt werden. Zum Jahreswechsel lebten 18 Hunde im Tierheim beim Klärwerk.

Katzen waren im Jahr 2020 erneut die größte Klientel, um die sich das Tierheimteam kümmerte: 34 (45) Abgabe- und 110 (112) Fundkatzen. Fünf (elf) Stubentiger kam aus Beschlagnahmungen. 128 Tiere (182) fanden ein neues Herrchen oder Frauchen.

Ins neue Jahr startete das Tierheim mit einem Bestand von 17 Katzen. Die bunteste Schar an Tieren stellen alljährlich die Kleintiere mit 38 (34), die abgegeben, und 28 (25), die gefunden worden waren. Hinzu kommen zwei beschlagnahmte Kleintiere. 23 (29) Kaninchen, fünf (elf) Schildkröten, sieben (zwei) Ratten, drei (neun) Mäuse, sechs (13) Meerschweinchen, drei (zwei) Degus und zwei Chinchillas kamen in ein neues Zuhause. Derzeit beherbergt das Tierheim acht Kaninchen, zwei Rennmäuse, drei Meerschweinchen und vier Schildkröten. 25 gefiederte Bewohner hat das Tierheim zum Jahreswechsel. 2019 wurden von 18 Abgabe-, zehn Fund- und acht Beschlagnahmevögeln 33 vermittelt.

Verzicht auf feste Besuchszeiten

Die größte Veränderung zum Vorjahr macht die Zahl an Pensionsgästen aus. Waren es 2019 noch 393, so wurden im vergangenen Jahr gerade mal 220 Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel in der Pension angemeldet. „Das ist ein gravierender Posten für die Finanzen“, betont Sibylle Fritz. Die gesunkenen Pensionszahlen seien wohl auf den coronabedingten Urlaubsverzicht vieler Tierhalter zurückzuführen, so die Vorsitzende.

Eine weitere Corona-Folge war der Verzicht auf feste Besuchszeiten; Interessenten für ein Tier müssen sich telefonisch anmelden. Eine Praxis, die sich bewährt habe, unterstreichen Silke Vierboom und Sibylle Fritz. Auch der Tierschutzbund bewerte diese Maßnahme nach Rückfrage bei Mitgliedern positiv. Es sei für die Tiere weniger stressig und die Tierheimmitarbeiter hätten einfach mehr Zeit für die Interessenten, erläutern die Verantwortlichen. Man überlege, diese Praxis beizubehalten.

Um Tierfreunden den persönlichen Kontakt zum Tierheimteam zu ermöglichen, denken die Verantwortlichen über einen festen Öffnungstermin nach. Im Vorjahr konnte mit der Krankenstation, einer Erweiterung des Kleintier- und der Schaffung eines Vogelzimmers die Infrastruktur weiter ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang dankt Sibylle Fritz den ehrenamtlichen Helfern und Firmen, die die Baumaßnahmen gesponsert haben.

Überaus erfolgreich seien die Mitarbeiterschulungen mit Hundetrainer Rüdiger Röder und unterschiedliche Weiterbildungskurse für das Team gewesen, betonen Fritz und Vierboom. Im angebrochenen Jahr stehen Instandhaltungsmaßnahmen und die Anlage eines Schildkrötenteichs an. Zunächst werde die neue Kassiererin des Vereins einen Finanzplan erstellen.

Größtes und nach Einschätzung der Verantwortlichen dringendstes Zukunftsprojekt ist der Bau einer Hundehalle, deren Finanzierung eine große Aufgabe darstelle. Ohne Zuschüsse und Spenden sei die Hundehalle jedoch nicht realisierbar.


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