Kein Durchkommen für Müllautos und Feuerwehr

Durmersheim (manu) – Durmersheim erlässt in Teilbereichen ein einseitiges Halteverbot. Langfristig soll es wechselseitig versetzte Parkflächen geben.

Unter anderem in der Durmersheimer Friedrichstraße sorgen parkende Fahrzeuge für Probleme. Die Durchfahrtsbreite von 3,05 Meter ist nicht mehr gegeben. Foto: Manuela Behrendt

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Unter anderem in der Durmersheimer Friedrichstraße sorgen parkende Fahrzeuge für Probleme. Die Durchfahrtsbreite von 3,05 Meter ist nicht mehr gegeben. Foto: Manuela Behrendt

Eiliges Handeln in der Römer-, Werder- und Friedrichstraße fordert in Durmersheim der „richtig kräftige Parkdruck“. Ortsbaumeister Hans-Martin Braun stellte die prekäre Situation bei der Hybridsitzung des Bau- und Planungsausschusses am Dienstagabend vor. Als Folge setzt man in den drei Straßen als vorübergehende Sofortlösung ein einseitiges Halteverbot um.
Seit dem Spätjahr ist in Baden-Württemberg Schluss mit Gehwegparken. Der Verkehrsminister forderte mit einem Schreiben Städte und Kommunen auf, das sogenannte „Hüftparken“ zu untersagen. „Der Gehweg gehört den Fußgängern“, sei seine Aussage gewesen. Ruhende Fahrzeuge sind mit allen vier Rädern auf der Straße abzustellen. Wer mit zwei Rädern auf dem Gehweg parkt, kassiert in Durmersheim nach entsprechendem Beschluss der Volksvertreter seit 1. November ein Knöllchen.

„Auch Kommune ist an Recht und Gesetz gebunden“

„Der Gemeinderat konnte keine andere Entscheidung treffen, denn auch die Kommune ist an Recht und Gesetz gebunden“, erklärte Bürgermeister Andreas Augustin. Diesen Zusammenhang müsse man der Bevölkerung transparent vermitteln, drängte Andrea Bruder (SPD), um „verbale und schriftliche Angriffe seitens der Bürger“ zu vermeiden.

Die neue Regelung macht in etlichen Bereichen im Ort Probleme. Manche Straßen sind so schmal, dass bei korrektem Parkverhalten die vorgeschriebene Durchfahrtsbreite von 3,05 Metern nicht mehr gegeben ist. Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr und Müllabfuhr kommen nicht durch.

Diesen Umstand könne man durch versetztes Parken mit notwendigem Abstand zum nächsten Fahrzeug verhindern, jedoch werde dies „in vielen Fällen nicht praktiziert“. Für eine Lösung braucht es das Eingreifen der Kommune. Augustin sah hierin „ein Thema, das uns noch eine Weile begleiten wird“. Man sei laut Braun in Zusammenarbeit mit der Straßenverkehrsbehörde „schon voll dran“, um bereits in 14 Tagen eine vorübergehende Lösung zu haben.

Halteverbot ist nur ein erster Schritt

Die Dringlichkeit entstand, weil der Müllentsorger MERB einen Beschwerdebrief an die Gemeinde gerichtet hatte. Auch ein Brand in der Poststraße gab zu denken, als die Feuerwehr wegen parkender Autos nicht zum Einsatzbereich durchkam und eiligst umgeleitet werden musste.

Zwar hat die Verwaltung das Parkgeschehen in der Poststraße sowie in anderen Ortsbereichen ebenfalls im Blick: „Wo wir Probleme erkennen, müssen wir gezielt handeln“. Vor-Ort-Termine sollen hierbei Klarheit bringen. Rasche Abhilfe schafft man im ersten Schritt in der Römer- und Friedrichstraße sowie der Werderstraße zwischen Königsberger- und Gartenstraße (mit Ausnahme des Bereichs am alten Friedhof) mit einem einseitigen Halteverbot.

Langfristig will man wechselseitig versetzte Parkplätze auf den Straßen einzeichnen. Im korrekten Jargon heißt das „Parken in gekennzeichneten Flächen“. Da das Anbringen der Markierungen nur bei warmer Witterung geschehen kann, kommt das Vorhaben im Frühsommer erneut auf die Agenda. Bis dahin will man einen Plan für das Schema der Parkflächen erarbeiten sowie die Kosten ermitteln. Ralf Scherer (FWG) stellte fest: „Es tut den Anwohnern weh, dass Stellplätze wegfallen“. Alexander Köpplin (BuG) monierte: „Es kann nicht sein, dass man eine Garage zum Partyraum umfunktioniert und die Autos auf die Straße stellt“.

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Erstellt:
11. Februar 2021, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

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