Kein Rückhalt für Muggensturm im Streit um Abnabelung der K3728

Rastatt/Muggensturm (BT) – Im Streit, ob im Zuge des Ausbaus der Anschlussstelle Rastatt-Nord die K3728 abgehängt werden soll, haben sich Naturschutzverbände auf die Seite des RP geschlagen.

Die K 3728 (rechts unten Richtung Muggensturm) soll im Zuge des Ausbaus der A5-Anschlussstelle von der B462 abgehängt werden. Foto: Willi Walter/Archiv

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Die K 3728 (rechts unten Richtung Muggensturm) soll im Zuge des Ausbaus der A5-Anschlussstelle von der B462 abgehängt werden. Foto: Willi Walter/Archiv

Wie das Regierungspräsidium mitteilt, hätten sich die Verbände in ihrer vorläufigen Stellungnahme für die Variante ohne Anbindung der K3728 an die B462 ausgesprochen, da die negativen Auswirkungen der Gesamtmaßnahme naturschutzrechtlich so am besten kompensiert werden könnten. So könne mit dieser Variante das Teilstück der K3728 von der K3717 bis zur B462 komplett zurückgebaut werden, weil das nach Umsetzung der Maßnahme vorhandene Straßennetz für den Verkehr völlig ausreichend sei, so die Einschätzung des RP.

Dies wiederum würde verkehrsfreie Räume schaffen und die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen, insbesondere für solche, die dem Biotopverbund dienen, ermöglichen.

Die Gemeinde Muggensturm will dagegen an der Anbindung der Kreisstraße festhalten und hatte zuletzt rechtlichen Widerstand angekündigt.

Verkehrsaufkommen sei zu niedrig

Bereits Ende November 2020 hatte Regierungspräsidentin Sylvia Felder die Stadt Rastatt und die angrenzenden Gemeinden in einem virtuellen Gespräch über den aktuellen Planungsstand zum vierspurigen Ausbau der B462 mit Umbau der Anschlussstelle Rastatt-Nord informiert. Dabei hatte sie erläutert, dass das prognostizierte Verkehrsaufkommen auf der K3728 zu niedrig für die Genehmigungsfähigkeit einer Teilanbindung an die B462 sei. Diese würde einen Neubau um 600 Meter erforderlich machen, was einen zusätzlichen Flächenverbrauch zur Folge hätte. Dies hatten die vom Regierungspräsidium in Auftrag gegebenen Gutachten ergeben. Eine Teilanbindung der K3728 stehe daher unter umweltfachlichen Aspekten dem naturschutzrechtlichen Vermeidungs- und Minimierungsgebot entgegen, das jeglichen unnötigen Eingriff in die Natur verbietet, so die Einschätzung der staatlichen Mittelbehörde.

Die Stellungnahme der Verbände ist am Freitag virtuell erörtert worden. Zu Gast hatte Regierungspräsidentin Felder Dezernent Mario Mohr (Landkreis Rastatt), Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (Stadt Rastatt) sowie die Bürgermeister Dietmar Späth (Muggensturm), Constantin Braun (Bietigheim), Frank Kiefer (Ötigheim) und Toni Hoffarth (Steinmauern). An dem virtuellen Gespräch nahmen außerdem der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker sowie die Landtagsabgeordneten Alexander Becker, Thomas Hentschel und Jonas Weber teil. Für die Verbände sprachen der Regionalverbandsvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hartmut Weinrebe, Martin Klatt vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) sowie Wolfgang Huber von der NABU-Gruppe Murgtal.

Huber, wohnhaft in Muggensturm, war auf Bitten der Gemeinde selbst aktiv geworden, um auszuloten, welche Alternativen möglich sind.


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