Keine Fußfesseln für Ridje Sprich

Bühlertal (rap) – An Ridje Sprich hat der Fußball-Verbandsligist Sv Bühlertal keine guten Erinnerungen. Im Hinspiel traf der Weiler Angreifer gleich fünfmal. Das soll sich am Samstag auf dem Mittelberg nicht wiederholen.

Feiert gegen Weil sein Comeback: Bühlertals Kapitän Moritz Keller (Zweiter von links). Foto: Seiter/Archiv

© Frank Seiter

Feiert gegen Weil sein Comeback: Bühlertals Kapitän Moritz Keller (Zweiter von links). Foto: Seiter/Archiv

Fußfesseln hat Johannes Hurle dann doch nicht vorgesehen für Ridje Sprich, diesen Ausnahmestürmer der Fußball-Verbandsliga. Der Mann, mit der Lizenz zum Toreschießen, dürfte aber bei allen Bühlertäler Spielern und Verantwortlichen noch für Schweißausbrüche, Schockstarre, ja sogar Angstzustände sorgen. Zumindest, wenn die Fußballer vom Mittelberg zurückdenken an jenen 31. August 2019, dem Auswärtsspiel beim Verbandsliga-Mitaufsteiger SV Weil. Damals wandelte der Weiler Goalgetter auf Lewandowskis Spuren und schoss den SVB bei der 1:5-Niederlage im Alleingang ab. Alle fünf Buden gingen auf das Konto von Sprich.

„Das war ein denkwürdiges Hinspiel. Ridje Sprich hat eine unfassbare Qualität, die in der Verbandsliga ihresgleichen sucht. Im Hinspiel war Weil haushoch überlegen, hätte gar noch höher gewinnen können. Es war unser schlechtester Auftritt in der bisherigen Saison“, blickt der SVB-Trainer erst zurück und dann sofort voraus: „Am Samstag erwartet uns mit dem SV Weil ein richtiges Brett. Weil steht zurecht auf dem dritten Rang, sie haben ungemeine Qualität, gerade in der Offensive. Deshalb können wir uns nicht nur auf Ridje Sprich konzentrieren, sonst vernachlässigen wir die anderen Offensivspieler Weils. Schließlich hat der SVW noch Zehn andere, die richtig gut kicken können.“ Soll heißen, es gibt keine Sonderbewachung für den Lewandowski der Verbandsliga (20 Saisontreffer) wie dereinst Guido Buchwald im WM-Finale 1990 gegen Argentiniens Diego Maradona.

SVB-Kapitän Moritz Keller feiert Comeback nach Mittelfußbruch

Vielmehr will Hurle, trotz der Stärke des Gegners, das Augenmerk auf die eigene Spielweise legen. Dafür hat die Mittelberg-Meute in der Vorbereitung hart gearbeitet, vor allem das Spiel mit dem Ball stand im Fokus der zahlreichen Übungseinheiten auf dem Bühlertäler Kunstrasen, wo auch das Duell der Aufsteiger morgen stattfinden wird. „Ich bin sehr zufrieden mit der Vorbereitung, die Jungs haben super mitgezogen. Nachdem wir in der Hinrunde aus einer kompakten Defensive heraus agiert haben, wollten wir in den Testspielen einfach mal neue Facetten ausprobieren, um noch flexibler zu werden“, erläutert Coach des Tabellenelften (22 Zähler) die Schwerpunkte der Vorbereitung, „das ist uns gut gelungen. Ich habe ein gutes Gefühl für den Rückrundenstart.“

Dies dürfte auch daran liegen, dass Hurle seinen Kapitän Moritz Keller nach verheiltem Mittelfußbruch wieder in den Reihen der Rot-Weißen begrüßen durfte. „Moritz ist wieder ganz der Alte, geht im Training und in der Kabine als ein Leader voran. Auf dem Rasen braucht er noch zwei, drei Spiele unter Wettkampfpraxis, bis er sein altes Niveau erreicht hat, aber das weiß er selbst am besten“, sagt Hurle, der morgen auf Jörn Zimmer (muskuläre Probleme) verzichten muss. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Routinier Nico Westermann.

Dennoch will Hurle erfolgreich ins neue Jahr starten: „Wir haben nichts zu verlieren, wollen daheim auf dem Mittelberg punkten. Wenn wir ganz viel Wille, Mentalität, Laufbereitschaft zeigen, ist definitiv was drin.“ Auch ganz ohne Fußfesseln.

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Erstellt:
5. März 2020, 19:30 Uhr
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