Keine Genehmigung für Skaterplatz

Elchesheim-Illingen (mak) – In Elchesheim wird derzeit eine Skateranlage gebaut. Doch dafür hat die Gemeinde bislang überhaupt keine Baugenehmigung. Ein Anwohner wehrt sich.

Am neuen Standort aufgebaut, aber wohl für längere Zeit außer Betrieb: Die Skateranlage auf dem Hartplatz in Elchesheim ist mit einem Bauzaun abgesperrt. Foto: Michael Brenner

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Am neuen Standort aufgebaut, aber wohl für längere Zeit außer Betrieb: Die Skateranlage auf dem Hartplatz in Elchesheim ist mit einem Bauzaun abgesperrt. Foto: Michael Brenner

Vor zwei Wochen wurde damit begonnen, auf dem Hartplatz an der Waldstraße in Elchesheim eine Fläche zu asphaltieren und darauf die Skateranlage zu errichten. Doch hierfür hat die Gemeinde keine Baugenehmigung. Außerdem sorgt die Anlage für Verärgerung bei Anwohner Michael Link, der einen Anwalt eingeschaltet hat: „Das führt zu Lärm durch Verkehr und die Jugendlichen, die sich dort aufhalten.“

Die Skateranlage musste im Frühjahr im Zuge der Dammsanierung abgebaut werden. Ursprünglich war geplant, sie auf dem Hartplatz aufzubauen, doch wegen der rechtlichen Streitigkeiten zwischen dem FV Rot-Weiß Elchesheim und der Gemeinde passierte bislang nichts. Als sich dann Mitte September die Gemeinde und der Verein vor Gericht auf einen Kompromiss einigten, stand dem Aufbau auf dem Hartplatz nichts mehr im Weg.

„Wir haben hier direkt unsere Häuser davor, und es ärgert mich schon, dass wir als Anwohner nicht vorher von der Gemeinde gefragt wurden“, verdeutlicht Michael Link sein Anliegen. Er habe Bekannte in Durmersheim, die direkt neben dem Skaterplatz wohnten und ihm von „nächtlichem Geschrei“ berichtet hätten. Gemeinsam mit einem Nachbarn habe er sich einen Rechtsanwalt genommen. Dieser habe vergangene Woche bei der Gemeindeverwaltung angefragt, ob es für die Erstellung der Skateranlage auf dem Hartplatz einen Bauantrag gebe.

Bauantrag wohl noch „in Vorbereitung“

Auf Anfrage des Badischen Tagblatts teilt Landratsamt-Pressesprecher Benjamin Wedewart mit, dass für die Wiedererrichtung der Skateranlage „bisher kein Bauantrag eingereicht worden ist“. Der Bauantrag sei jedoch laut Gemeinde „in Vorbereitung“. Die Baurechtsbehörde sei „durch Bürgermeister Rolf Spiegelhalder selbst über den Beginn der Bauarbeiten vor wenigen Tagen in Kenntnis gesetzt“ worden. Nach Erörterung des Sachverhalts habe man abgestimmt, dass keine weiteren Arbeiten stattfinden. „Ein formaler Baustopp wurde von unserer Seite aus nicht veranlasst“, betont Wedewart.

Bürgermeister Spiegelhalder teilt auf Anfrage mit, dass man davon ausgegangen sei, dass die Skateranlage auf dem Hartplatz aufgestellt werden dürfe, weil das Sport- und Freizeitgelände im Flächennutzungsplan ausgewiesen sei. Die Skateranlage werde nun planungsrechtlich ins Bebauungsplanverfahren „Bachstück“ aufgenommen.

Für die Bearbeitung des Bauantrags gelte es, ein Lärmschutzgutachten zu erstellen. „Bis dahin wird die bereits umgezogene Skaterbahn weder fertig montiert noch in Betrieb genommen“, so der Rathauschef. Die Nutzung der Anlage werde sich zeitlich „deutlich nach hinten verlagern“.


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