Keine Schlangen, reichlich Platz

Bühl (jure) – Nach wie vor überschaubar ist der Andrang im Bühler Schwarzwaldbad. Die Besucher fühlen sich allerdings sicher und wohl und sind vor allem froh, dass das Bad wieder geöffnet hat.

Schöner als im Kinderzimmer schwitzen: Auch die kleinen Besucher können sich austoben.  Foto: Judith Feuerer

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Schöner als im Kinderzimmer schwitzen: Auch die kleinen Besucher können sich austoben. Foto: Judith Feuerer

Mittagszeit, 30 Grad und Sonnenschein – das bedeutete im Jahr 2019 noch Parkplatzsuche, Getümmel in den Becken und Schlangen am Kiosk. Wer dieser Tage das Bühler Schwarzwaldbad besucht, findet sofort einen Parkplatz, kann im Schwimmerbecken in Ruhe seine Runden drehen und muss auch auf seine Pommes nicht lange warten. Dafür heißt es Maske im Eingangsbereich tragen, seine Anschrift hinterlassen und Abstand zu den anderen Gästen zu halten.
Abstand in den Becken, Abstand in den Duschen, Abstand bei Begegnungen im Wasser oder bei den Schließfächern. Die große Mehrheit der Badbesucher nimmt diese kleineren Einschränkungen gerne in Kauf. „Wir fühlen uns hier sicher, es wurde viel dafür gemacht“, stellt Christiane Himmel fest, die mit ihrer Arbeitskollegin und Freundin Inge Keller zum wiederholten Male diese Woche im Schwarzwaldbad ist. Sie finden, dass beim Abstand halten jeder gefordert ist, „jeder trägt auch Selbstverantwortung“, meinen die beiden. Sie haben auf der Wiese ihre Liegestühle aufgebaut und genießen Sonne und Badflair.

Für beide ist es auch ein Ersatz für die in diesem Jahr abgesagten Urlaubsreisen. Zudem sind die beiden Bosch-Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit und haben beispielsweise Freitagmittag nun frei. „Da sind wir sehr froh und dankbar, dass das Bad geöffnet hat“, erklärt Inge Keller. Damit es auch nach Corona weiter öffnen kann, „gilt es nun auch solche Einrichtungen zu unterstützen und zu besuchen“, wundern sie sich ein wenig, dass nicht mehr los ist.

720 Besucher bisheriger Spitzenwert

Gerade mal knapp 400 Besucher befinden sich zu diesem Zeitpunkt im Bad. Bis zu 1200 Gäste dürften nach den Vorgaben das Bad gleichzeitig besuchen. Da die verschiedenen Besuchergruppen sich über den Tag verteilen, ist das Bad bisher noch nicht an die zulässige Grenze von 1200 Personen gestoßen, berichtet Geschäftsführer Jörg Zimmer vom aktuell besucherstärksten Tag, dem Donnerstag. Über 1400 Menschen waren über den Tag verteilt im Bad, die Spitze lag bei 720 Besuchern gleichzeitig.

„Das kam einem schon richtig voll vor im Vergleich zu heute“, erzählt die Altschweierer Familie Kaiser, dass sie den heutigen Tag im Bad genießt. Relativ weit weg vom Trubel, in der Nähe des Spielplatzes haben sie sich ein Plätzchen gesucht. „Der Badbesuch ist nicht zu empfehlen“, diktiert Gisela Kaiser beim Interview augenzwinkernd und mit viel Ironie in den Zeitungsblock. Denn eigentlich soll der Geheimtipp vom deutlich ruhigeren Bad gar nicht so viele anlocken. „Es ist eigentlich sehr schön, wenn es nicht einige Jugendliche geben würde, die sich nicht an die Abstandsregeln halten“, meint die Altschweiererin.

Tochter Marina Kaiser ist froh, dass das Bad offen hat und sie mit ihren beiden Kindern nun mehr Abwechslung hat. „Daheim haben wir keinen Garten, wo die Kinder sich austoben könnten.“ Opa Klaus Kaiser lobt die gute Organisation des Bades und dass es keine zeitliche Begrenzung gibt. „Das mit dem Anmelden funktioniert gut.“ Er hat direkt im Foyer das Datenblatt ausgefüllt – es kann aber auch zuhause von der Homepage heruntergeladen und ausgefüllt werden. „Mein Kugelschreiber war noch etwas feucht“, schätzt es Marina Kaiser, „dass die Kugelschreiber ebenfalls permanent desinfiziert werden“.

Viele Gäste auch von auswärts

Apropos Desinfektion. Entsprechende Spender hängen an mehreren Orten zur Nutzung bereit und sind neben Abstandsmarkierungen und Hinweisen eigentlich fast das einzige, was im Schwarzwaldbad daran erinnert, dass man sich in einer Pandemiezeit befindet. Dass es fast wie immer ist, schätzen auch Loresa und ihre Freundinnen, die aus Achern und Ottersweier kommen. Die drei 17-Jährigen genießen es, viel Platz zu haben. „Eigentlich ist es ganz normal“, stellen die beiden 14-jährigen Eray und Adrian aus Ottersweier fest und springen extra fürs Zeitungsbild gemeinsam ins Wasser.

Tags zuvor war selbst den beiden Teenagern zu viel los. Überhaupt sind viele Familien mit Kindern und Jugendliche im Bad. Viele von ihnen haben zuvor einige Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Aus der Ortenau, Rheinau, Baden-Baden, Lauf oder Sinzheim sowie aus der Bühler Umgebung kommen die meisten Besucher. Darunter mischen sich zudem immer mehr Elsässer und auch Urlauber, die mit dem Wohnmobil direkt beim Bad parken können.

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Keine Schlangen, reichlich Platz
Der Andrang hält sich auch am heißen Wochenende in Grenzen. Foto: Judith Feuerer

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In vielen Bädern gibt es zeitliche Begrenzungen oder muss ein Ticket vorab gebucht werden. In Bühl ist ein spontaner Besuch relativ gut möglich. Zum einen wird über die Homepage über den aktuellen Besucherstand informiert und zum anderen wird an der Kasse flexibel reagiert. „So viele wie rausgehen, können auch wieder rein.“ „Unser Bad hat den großen Vorteil, dass wir viele verschiedene Becken und eine riesengroße Liegewiese haben sowie einen neu gestalteten größeren Bewirtungsbereich“, sieht Geschäftsführer Jörg Zimmer momentan keine Kapazitätsprobleme. Allerdings appelliert er an jeden Gast, die Abstandsregeln einzuhalten.

Ihr Autor

Judith Feuerer

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Erstellt:
28. Juni 2020, 19:00 Uhr
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Der Andrang hält sich auch am heißen Wochenende in Grenzen. Foto: Judith Feuerer

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