Keine Sirenen für Forbach

Forbach (mm) – Sieben Sirenen gab es in der Gesamtgemeinde Forbach, in Betrieb ist davon aber keine mehr, informiert Thomas Hudeczek von der Gemeindeverwaltung auf BT-Anfrage.

Auf dem Rathaus in Forbach ist noch eine Sirene installiert. Allerdings ist sie nicht mehr in Betrieb. Foto: Raimund Götz

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Auf dem Rathaus in Forbach ist noch eine Sirene installiert. Allerdings ist sie nicht mehr in Betrieb. Foto: Raimund Götz

Auch künftig wird es in der Murgtalgemeinde kein Sirenengeheul bei Gefahrensituationen geben. Der Gemeinderat lehnte es in seiner Sitzung mehrheitlich ab, die Sireneninfrastruktur zu erneuern und am Landesprogramm Sirenenförderung teilzunehmen.
Sechs Ratsmitglieder stimmten für die Teilnahme am Landesprogramm, acht votierten dagegen. „Das ist finanziell nicht drin“, sagte Heike Schillinger für die SPD. Die Bevölkerung könnte mit elektronischen Mitteln wie Internet oder Warn-Apps informiert werden. Oder die Feuerwehr könnte per Lautsprecher auf ihren Fahrzeugen bei Hochwasser warnen, nannte sie ein Beispiel.

Großes Gemeindegebiet

Außerdem sei das Gemeindegebiet zu groß, um mit Sirenen alle Einwohner zu erreichen. Zumal diese dann immer noch nicht konkret wüssten, warum die Sirenen überhaupt heulten. Hubert Reif (Grüne) sprach sich dafür aus, in die Planung für neue Sirenen einzusteigen. Ortsbaumeister Oliver Dietrich verwies darauf, dass extreme Hochwasserbereiche an der Murg innerhalb der Gemeinde begrenzt seien. Werner Schoch (CDU) erachtete ein Frühwarnsystem durchaus für notwendig, man dürfe die Hochwassergefahr nicht unterschätzen.

Von den alten Heulern sind einige im Zuge von Sanierungsarbeiten bereits verschwunden. Sie warnten von ihren Standorten auf den Rathäusern in Forbach, Bermersbach und Langenbrand, der Gausbacher Festhalle, dem „Haus des Gastes“ in Hundsbach, vom Herrenwieser „Turning Point“ und dem Niederdruckwerk der EnBW mit unterschiedlichen Signalen bei Gefahren oder forderten die Bürger auf, für detaillierte Infos Radio- oder Fernsehgeräte einzuschalten.

Um die Warnung der Bevölkerung in Deutschland zu stärken, stellt die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets Mittel für die Sireneninfrastruktur bereit.

Neun Anlagen waren vorgesehen

Für Baden-Württemberg stehen elf Millionen Euro zur Verfügung, die von Kommunen, Stadt- und Landkreisen über das Sirenenförderprogramm des Landes beantragt werden können. Nicht gefördert werden Planungsleistungen sowie Wartung und Unterhaltung. Die Anlagen müssen für mindestens 20 Jahre betriebsbereit gehalten werden.

Bei einem Mittelwert von 20.000 Euro hätten neun Anlagen mit rund 180.000 Euro zu Buche geschlagen, ist den Sitzungsunterlagen zu entnehmen. Das Land fördert die Installation von Gebäudeanlagen mit bis zu 10.850 Euro, Mastanlagen mit bis zu 17.350 Euro pro Stück. Von den angedachten Anlagen für Forbach wären fünf auf Gebäuden und vier auf Masten zu installieren gewesen. Nicht kalkuliert waren die notwendigen Planungskosten. Für Wartung und Instandhaltung wären voraussichtlich 300 Euro pro Jahr und Anlage einzukalkulieren gewesen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
21. Oktober 2021, 16:47 Uhr
Lesedauer:
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