Keine Spur von Reue

Von Ulrich Philipp

Rastatt (up) – Wegen Körperverletzung hat das Rastatter Amtsgericht einen Taxifahrer zu 3.600 Euro Geldstrafe verurteilt. Statt Reue zu zeigen, beschwerte sich der Angeklagte beim Richter.

Keine Spur von Reue

Den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft wollte der Taxifahrer nicht akzeptieren und ging vors Amtsgericht. Jetzt muss er fast das Doppelte zahlen. Foto: Jochen Denker

Das ging gründlich schief: Ein Taxifahrer aus Rastatt, der in der Hoffnung auf eine mildere Strafe Einspruch gegen einen Strafbefehl wegen Körperverletzung eingelegt hatte, muss jetzt fast das Doppelte an Geldstrafe zahlen. Der türkische Staatsbürger wurde vom Amtsgericht zu 3.600 Euro verurteilt, statt der ursprünglich geforderten 2.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte den 42-Jährigen beschuldigt, in der Nacht zum 4. März 2020 an einer Tankstelle in der Kehler Straße einen Landsmann verprügelt zu haben. Diesem hatte der Angeklagte vorgeworfen, mit einem privaten Pkw unerlaubt Fahrgäste transportiert und ihm dadurch das Geschäft kaputtgemacht zu haben.

Überwachungskamera zeichnet Prügelei auf

Überwachungskameras nahmen das Geschehen zur Zeit des Corona-Lockdowns auf. Auf dem Video ist zu sehen, wie Opfer und Angeklagter eine Diskussion beginnen. Dabei soll der Geschädigte den Vater des Angeklagten als Hurensohn beleidigt haben. Dann wirft der Angreifer seine Schlüssel in Richtung Geschädigten, trifft allerdings dessen Motorhaube. Sodann beginnt der Angreifer, auf sein Opfer einzuschlagen. Als dieses zu Boden geht, tritt er auch gegen Kopf und Brust. Das Opfer kann fliehen, der Angeklagte folgt ihm jedoch, und etwa zwei Minuten später kommt es erneut zu tätlichen Angriffen. Am Ende hat der Geschädigte mehrere Prellungen erlitten und ist eine Woche krankgeschrieben. Außerdem entstand an seinem Auto Schaden in Höhe von 2.000 Euro. Doch statt Reue zu zeigen, beschwerte sich der Verurteilte bei Richter Christoph Schaust: Der Geschädigte werde angesichts seiner Bestrafung über ihn lachen.