Keine runden Lösungen für Unfallbrennpunkte

Rastatt/Hügelsheim (ema) – Die Kreuzungen am Hartwegbogen Ottersdorf und bei der Einmündung der L75 zum Baden-Airpark zählen zu den unfallträchtigsten im Kreis. An einer Stelle wird nun gehandelt.

Jahrelang hat die Kreisverwaltung über eine Lösung nachgedacht. Jetzt wird am Hartwegbogen bei Ottersdorf eine Ampel errichtet. Foto: Lukas Gangl

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Jahrelang hat die Kreisverwaltung über eine Lösung nachgedacht. Jetzt wird am Hartwegbogen bei Ottersdorf eine Ampel errichtet. Foto: Lukas Gangl

An der einen Kreuzung wird jetzt reagiert, an der anderen gehofft: Zwei Knotenpunkte bei Rastatt und Hügelsheim haben in den vergangenen beiden Jahren die Negativ-Hitliste der meisten Unfälle im Landkreis Rastatt angeführt.

Der nach dem früheren Rastatter Bau-Bürgermeister benannte Hartwegbogen zwischen Ottersdorf und dem Mercedes-Benz-Werk war im vergangenen Jahr mal wieder Unfallschwerpunkt Nummer eins im Landkreis Rastatt. Dies geht aus dem Unfallatlas hervor, den die statistischen Ämter des Bundes und der Länder vorgelegt haben. Elfmal hat es gekracht an der Einmündung der Werkrandstraße Richtung Ottersdorf. Das soll sich jetzt ändern. Nach langem Ringen hatte sich das Landratsamt als zuständiger Straßenbaulastträger dazu entschlossen, eine Ampel an der unfallträchtigen Kreuzung zu bauen. Die vorbereitenden Arbeiten haben in diesen Tagen begonnen; ab Mittwoch geht es mit den Tiefbauarbeiten für die Lichtsignalanlage weiter.

Der Landkreis hat den Hartwegbogen, die Einmündung der K3769 in die K3741, schon seit einiger Zeit im Blick. Vor einigen Jahren war eine 90 Meter lange Rechtsabbiegespur Richtung Ottersdorf eingerichtet worden. Dennoch kam es trotz Tempo-50-Limits häufig zu Unfällen, weil die Abbieger zu lange auf der Geradeausspur blieben und dann abrupt die Fahrbahn wechselten. 2017 startete der Landkreis dann einen Versuch, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Mit Baken sollten Autofahrer gezwungen werden, sich beim Rechtsabbiegen Richtung Ottersdorf rechtzeitig einzuordnen. Doch die Lage beruhigte sich nicht.

Nicht die Wunschlösung

Dass jetzt eine Ampel errichtet wird, ist nicht gerade die Wunschlösung, die auf ungeteilte Zustimmung stößt. Vor allem der Ortschaftsrat Ottersdorf hatte als Vorzugslösung für einen Kreisel plädiert. Den lehnt die Kreisverwaltung indes ab. Gründe: Es fehle Platz; zum andern solle ein dreiarmiger Kreisverkehr, wie er an der Einmündung K3741/K3769 (Werkrandstraße) erforderlich wäre, nach den technischen Empfehlungen vermieden werden. Außerdem verweist der Landkreis auf die Tore 6 und 7 des Benz-Werks sowie den Bahnübergang in unmittelbarer Nähe. Rückstaus könnten mit einer Ampel am Hartweg-Bogen leichter bewältigt werden als mit einem unter Umständen überlasteten Kreisverkehr.

Weiter im Süden, bei Hügelsheim, wäre man auch froh, wenn die Behörden bei einer kniffeligen Kreuzung aktiv werden würden: bei der Einmündung der L75 (ehemals B36) in die Dieter-Rückle-Straße Richtung Baden-Airpark. Dieser Knoten hatte es laut Unfallatlas im Jahr 2018 auf den unrühmlichen Spitzenplatz mit neun Kollisionen gebracht. Das Kuriose: Im Jahr zuvor wurden ebenfalls neun Unfälle aktenkundig; im vergangenen Jahr allerdings blieb die Kreuzung laut Statistik bis auf einen Fall unfallfrei.

Geht es nach Bürgermeister Reiner Dehmelt, dann sollte an der Stelle ein Kreisverkehr die Situation entschärfen. Mehrfach schon habe man sich mit diesem Wunsch an die Polizei gewandt, ohne Gehör zu finden, sagt der Rathaus-Chef. Entgegengehalten worden sei ihm dabei, dass eine vierte Ausfahrt fehle. Trotzdem hatte die Polizei zuletzt signalisiert, die Unfallkommission beim Landratsamt über die Situation zu informieren.

Dass es an der Kreuzung häufig gekracht hat, verwundert ein wenig angesichts des großen Sichtfelds. Der Bürgermeister mutmaßt, dass Autofahrer einfach zu schnell seien und das Tempo des Gegenverkehrs von Abbiegern unterschätzt werde.


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